18.02.2006 · Keine Künstlergruppe sollte es sein, was dem niederländischen Künstler Rene Rietmeyer 1998 vorschwebte, vielmehr ein offenes internationales Forum, in dem Kollegen, die eine minimalistische Formensprache verbindet, zusammenkommen und vor allem gemeinsam ausstellen.
Keine Künstlergruppe sollte es sein, was dem niederländischen Künstler Rene Rietmeyer 1998 vorschwebte, vielmehr ein offenes internationales Forum, in dem Kollegen, die eine minimalistische Formensprache verbindet, zusammenkommen und vor allem gemeinsam ausstellen. In Anlehnung an die legendäre Minimalismus-Präsentation "Primary Structure" 1966 im Jüdischen Museum in New York nennt sich das Projekt "Personal Structures" und zeigt sich im Lauf der Jahre weltweit bestens vernetzt. Daß es durchaus Sinn macht, zeigt nun eine Ausstellung in der Wiener Galerie Feichtner, wo eine Auswahl von sieben Künstlern aus sechs Ländern erstmals in Österreich präsentiert wird. Beeindruckt von dieser Vielfalt an Reduktion, gleiten die Blicke über verschiedenen Oberflächen, Materialien und Strukturen. Trotz aller unterschiedlichen Ideen, Arbeitsweisen und Umsetzungen scheint bei "Personal Structures" nicht nur ein Dialog zwischen den Künstlern, sondern eine stumme Übereinkunft unter den Werken zu herrschen: ein roter Faden, den Peter Lodermeyer, der sich des Projekts von kunsthistorischer Seite annimmt, mit dem Begriff "Familienähnlichkeit" im Sinn von Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen" vergleicht.
Unsere Abbildung zeigt ein Werk des Familien-Neuzugangs Rudi Stanzel, der in seiner Experimentierfreude mit ausgefallenen Materialien bei Bitumen angelangt ist: "Ungefähr acht senkrecht unterbrochene Linien", so der Titel, wurden jüngst in das tiefschwarz glänzende Material eingeschrieben; die Arbeit kostet 3600 Euro. (Bis 22.Februar. - Ab 5.Mai ist die von Sarah Puschel kuratierte Schau in der Galerie Goldener Engl in Hall in Tirol zu sehen.) dg