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Michael-Althen-Preis verliehen Der Ton, den alle liebten

 ·  Im Deutschen Theater in Berlin wurde zum ersten Mal der Michael-Althen-Preis für Kritik verliehen. Sarah Khan erhielt die Auszeichnung für einen Artikel über die Fernsehserie „Dr. House“.

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© Zimmermann, Julia Vergrößern Erste Preisträgerin des Michael-Althen-Preises: Sarah Khan

Am Montagabend wurde im Deutschen Theater in Berlin zum ersten Mal der von dieser Zeitung ins Leben gerufene Michael-Althen-Preis für Kritik verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und soll einen Text auszeichnen, eine Kritik, die im besten Falle schafft, was Michael Althen, dem im vergangenen Jahr im Alter von 48 Jahren gestorbenen Filmkritiker dieser Zeitung, scheinbar immer so mühelos gelang: ein künstlerisches Werk daraufhin zu untersuchen, was es mit einem macht, welche Assoziationen es einem schenkt, welche Absicht zugrunde lag und warum das gelungen ist - oder möglicherweise eben nicht.

Die erste Preisträgerin ist die in Berlin lebende Schriftstellerin Sarah Khan. Sie wurde für einen Artikel ausgezeichnet, der in der Märzausgabe des vierteljährlich erscheinenden Filmmagazins „Cargo“ erschien. Darin erzählt sie, wie der jähe Tod ihres erst 29-jährigen Bruders ihr Verhältnis zur amerikanischen Krankenhausserie „Dr. House“ veränderte, und sie schafft es, anhand dieses persönlichen Zugangs selbst Leuten, die diese Serie nur vom Hörensagen kennen, einen Eindruck von den Besonderheiten dieser Serie zu vermitteln.

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© Zimmermann, Julia Vergrößern Sarah Khan bei ihrer Dankrede im Deutschen Theater Berlin

In der Jury, die ausdrücklich nicht aus Kritikern bestand, sondern aus Künstlern, waren und bleiben auch im nächsten Jahr: die Schauspielerin Claudia Michelsen, die Regisseure Dominik Graf und Tom Tykwer, der Schriftsteller Daniel Kehlmann sowie der Essayist, Forscher und Schauspieler Hanns Zischler.

Hommage an den eingeschworenen Kinofan

Auch wenn Sarah Khan bei der feierlichen Verleihung des Preises natürlich im Mittelpunkt stand, war es ein Abwesender, der dem Abend seine besondere Stimmung verlieh: Michael Althen. In allen Reden wurde seine unnachahmliche Art heraufbeschworen, die mit seinem Tod nicht aus dieser Welt verschwunden ist, weil sich so viele - nicht nur die Menschen, die ihn persönlich kannten - an seinen so eigenen Ton erinnern.

Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters, erinnerte daran, wie er den eingeschworenen Kinofan Althen zum alleinigen Juror der Berliner Autorentage berief - und wie neugierig Althen sich dem Theater genähert habe, alle seine Vorurteile über Bord schmiss und später sogar freiwillig oft und gern ins Theater ging, von dem er zunächst gedacht hatte, das Kino könne das alles besser.

Nils Minkmar, der Leiter des Feuilletons dieser Zeitung, erzählte ein bisschen davon, wie es war, Althen zum Kollegen und Freund zu haben. Alle seien in ihn verliebt gewesen. Und Claudius Seidl, Leiter des Feuilletons der Sonntagsausgabe, sprach darüber, warum das sogar bei den Menschen, deren Werke er rezensierte, so oft der Fall war: weil Althen der Leser, der Zuschauer war, den sie sich wünschten.

Nicht, weil er ihnen nach dem Maul geredet hätte, sondern weil er sich selbst beim Lesen und beim Schauen so genau zugesehen habe, dass er den Künstlern erzählen konnte, was ihre Werke mit einem machen. Denn der Künstler selbst wisse ja nie, was er da eigentlich geschaffen habe - Michael Althen aber konnte es ihm erklären.

Sarah Khan las ihren Siegertext, und zuletzt las der Schauspieler Ulrich Matthes einen Bericht von Michael Althen, den dieser über seine Erfahrungen als Juror der Autorentage geschrieben hatte. Und da war er wieder: dieser unendlich lässige Ton, in den jeder verliebt war.

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