Was sind schon 774 Picassos gegen 25.000 LP's und 17.000 78'er schwarze Scheiben, die der 71jährige Cubaner Diaz Ayala gesammelt und als größte Sammlung kubanischer Musik auf der Welt nun der Florida International University in Miami zugesprochen hat, wie die "New York Times" an diesem Mittwoch berichtet.
In Florida spielt nun die Musik
Hier wie dort wird Leben verschenkt und ein bischen Eitelkeit dazu. Stunden, Jahre, Ferien- und Freizeit, und außerdem viel Geld, das der Sammelei zum Opfer fiel. Wie heißt es bei den Chinesen? "Du musst lernen mit Würde alt zu werden". Also raus mit den alten Klamotten, solange der Geist noch frisch und die "Cubanitis", wie Diaz Ayala die Liebe zum lateinamerikanischen Jazz seit "Buena Vista Social Club" nennt, noch anhält. Ayalas Sammlung, die auch eine große Bibliothek umfasst, sei mehr als eine Sammlung. Sie sei ein System, betont er selbst. Ayala gebe die Musik-Collection bewusst nicht nach Cuba, sondern in die Vereinigten Staaten. In Havanna verschwänden auf merkwürdigen Wegen so viele Dinge. Die Universität in Miami hat hingegen versprochen, alle Tonträger sofort zu digitalisieren. Dann können Jazz-Freaks aus aller Welt sie nach Lust und Laune anhören.
In Britannien vergammeln die Museen
In der deutschen Museumswelt wird nicht zu Unrecht über Budgetkürzungen geklagt, die die Betriebe vielerorts fast lahm legen. Aber immerhin wurde in allen Regionen in den vergangenen 20 Jahren kräftig in Neubauten und Sanierungen investiert. Britische Museen hingegen haben einen kritischen Punkt der Verwahrlosung erreicht. Wie der "Independent" an diesem Morgen berichtet, seien mindestens 267 Millionen britische Pfund nötig, um das kulturelle Erbe in neun Regionen Englands zu sichern, zu erhalten und für die Öffentlichkeit wieder attraktiv zu machen. Wenn nicht dringend etwas geschieht, werden viele englische Museen schließen müssen. Mitarbeiter sind unterbezahlt, demoralisiert und kümmern sich nicht um ihre verlotterten Häuser.
Das geht aus einer nun vorgelegten Studie hervor, die unter der Leitung von Nicolas Serota, dem Direktor der Tate Gallery sowie Neil Mac Gregor, dem Direktor der National Gallery, durchgeführt wurde. Baronin Blackstone habe den Report als Kulturministerin angenommen. Sie will sich dafür einsetzen, dass britischen Museen mit ihrer Gedächtnisfunktion wieder neue Visionen zuwachsen, sagt sie. Man darf gespannt sein, ob die Blair-Regierung diese Vision aufbringt.