Home
http://www.faz.net/-gsb-166yp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Zum Tod von Gisela Trowe Die Zeit mit ihr

Sie war eine der markantesten Schauspielerinnen der Nachkriegsepoche. Allein im Jahr 1948 trat sie in vier Filmrollen auf; einem größeren Publikum wurde sie später durch ihre Arbeit für das Fernsehen bekannt. Jetzt ist Gisela Trowe im Alter von 87 Jahren gestorben.

Die Schauspielerin Gisela Trowe ist tot. Sie starb, wie nun erst bekannt wurde, am Ostermontag im Alter von 87 Jahren in Hamburg. 1922 als Tochter eines Kaufmanns in Dortmund geboren, nahm sie nach der Schulzeit am Goethe-Lyzeum Schauspielunterricht in Berlin, Bochum und in ihrer Heimatstadt, zudem absolvierte sie eine Gesangsausbildung.

Ihr Debüt gab Gisel Trowe 1942 als Franziska in Lessings „Minna von Barnhelm“ am Reußischen Theater in Gera, sie spielte am Hebbel-Theater und dem Berliner Ensemble. 1948 drehte sie ihren ersten Film („Affaire Blum“) und ging danach in den Westen. Sie kam an das Wiener Theater in der Josefstadt, die Münchner Kammerspiele, das Thalia in Hamburg und arbeitete mit Regisseuren wie Gustaf Gründgens und Giorgio Strehler.

Seit 1948 machte sich Gisela Trowe auch als markante Akteurin des Nachkriegskinos einen Namen - allein in diesem Jahr trat sie neben „Affäre Blum“ auch in „Die Zeit mit dir“, „Grube Morgenrot“ und „Straßenbekanntschaft“ auf.

Trowe B1 Porträt © Barbara Pier/ddp Vergrößern Markante Stimme, markantes Spiel: Gisela Trowe, 1922 bis 2010

Zu Bekanntheit gelangte Gisela Trowe vor allem durch ihre Arbeit fürs Fernsehen. In dem nach dem Roman von Ralph Giordano geschriebenen Fünfteiler „Die Bertinis“ (1988) brillierte sie in der Rolle einer jüdischen Großmutter. Sie spielte in populären Fernsehserien wie „Unser Lehrer Doktor Specht“, „Ein Bayer auf Rügen“, „Der Landarzt“ und „Tatort“-Episoden, im Kino hatte sie zuletzt einen Auftritt in der Edgar-Wallace-Parodie „Der Wixxer“.

Bekannt wurde Gisela Trowe nicht nur durch ihr Spiel, sondern auch dank ihrer markant-rauchigen Stimme. Seit 1947 synchronisierte sie in Filmen die Rollen von Simone Signoret, Gina Lollobrigida, Anna Magnani und Melina Mercouri.

Quelle: F.A.Z. / Munzinger-Archiv

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Jaroslav Drobny Der Schweiger von Nienstedten

Jaroslav Drobny bringt gilt für HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer als der ideale Profi. Er bringt allerdings nur die Mannschaftskameraden zum Lachen. Der Medienskeptiker steht trotzdem so hoch wie nie im Kurs. Mehr Von Frank Heike, Hamburg

17.01.2015, 12:53 Uhr | Sport
Bochum Letzter Opel vom Band gelaufen

Ende eines Traditionsstandortes: Bei Opel in Bochum ist die Produktion am Freitag endgültig eingestellt worden. Damit geht eine 52-jährige Geschichte des Automobilbaus in Bochum zu Ende. Mehr

05.12.2014, 16:29 Uhr | Wirtschaft
Frankfurt schreibt Diktatwettbewerb auf Expansionskurs

Erst 2012 ins Leben gerufen, wächst der Rechtschreib-Wettbewerb Frankfurt schreibt seither stetig. Künftig sollen die hessischen Sieger gegen Orthografie-Liebhaber aus Hamburg und Niedersachsen antreten. Mehr Von Matthias Trautsch

20.01.2015, 21:00 Uhr | Rhein-Main
VfL Bochum Pressekonferenz zur Entlassung von Peter Neururer

Peter Neururer ist mit sofortiger Wirkung als Trainer des Fußball-Zweitligaklubs VfL Bochum entlassen worden. Als Grund nannte Sportvorstand Christian Hochstätter die vereinsschädigenden Aussagen der vergangenen Tage. Mehr

09.12.2014, 14:59 Uhr | Sport
Theaterstück abgesetzt Eine Provokation der Muslime ist das nicht

In dem kleinen Theater Ciné13 auf dem Montmartre war seit längerem ein Theaterstück über die Liebe zwischen einer Niederländerin und einem Jemeniten geplant. Nun ist es vorzeitig abgesetzt worden. Mehr Von Jürg Altwegg

14.01.2015, 14:46 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.04.2010, 17:25 Uhr

Paris ist nicht Rom

Von Nils Minkmar

Auch die Franzosen erwischt der Januar gelegentlich recht kalt. Und das auch noch völlig unerwartet. Das wärmeverliebte und -gewohnte Frankreich staunt über den Schnee. Mehr 2