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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Zum Tod von Dirk Bach Immer wenn ich traurig bin

 ·  Er hat immer schon gewusst, was er wert war. Er musste sich nichts beweisen, er wollte seine Begabung teilen und sie für sein Publikum vollenden. Alles andere behielt er für sich. Ein Nachruf auf Dirk Bach.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (19)

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Wolfram Schneider

Schöner Nachruf

Der Nachruf ist schön - liebevoll und scheint aus einer Feder zu kommen (oder eher Tastatur), die von Fingern bewegt wurden, dessen Besitzerin den Verstorbenen persönlich zu kennen schien.
Soweit so gut.
Was mich teils hier sehr befremdet sind die Lesermeinungen zu diesem Nachruf.
a) Wie kann man nicht wissen, wer Dirk Bach war?
b) Wie kann man nicht wissen, daß er schwul war?
c) Wie kann man behaupten, daß es eine Welt gäbe, in der solche Raster, Schubladen, Schablonen oder wie auch immer man sie nennen mag, nicht existierten? Wie abgehoben ist denn sowas? Solche Schablonen existieren. Punkt. Mag ja sein, daß man sie für sich selbst nicht anwendet, sie jedoch zu verleugnen und die faktische Macht der weitverbreiteten Anwendung dieser Schablonen zu negieren oder als engstirnig per se zu titulieren ist schlichtweg weltfremd und naiv. Diese Schablonen werden auch zur selbstbestimmten Eigenfindung genutzt und umgedeutet. Eine Negierung ihrer Existenz ist eine Art Hinrichtung in Gedanken.

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Jochen Reinhardt-Etzel

Komm gut nach Hause,Dirk

Ein großartiger Mensch, ein Schauspieler wie kaum ein anderer der es verstand, jedes noch so ernste Thema auf der Ebene zu behandeln, die alle Alltagsschwere überwindet und denoch nichts verharmlost oder schönt. Ehrlich, herzlich und direkt. Ein bescheidener Mensch der körperlich nicht groß war.Dafür um so mehr im Herz. Dirk, Du hinterlässt eine große Lücke.

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Stephanie Reyntjes

"Wandzeitung" oder Wanderzeitung

Ein Nachruf? Ein Mitleidsruf. Ein dicker Trost! Was FAZler alles kennen, lieben, rühmen - das Elend der Inversion?

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Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 03.10.2012 11:26 Uhr

Dirk Bach war nicht weniger, als die Gallionsfigur der Nach-68-er Epoche

Damit für die Erbauer der neuen Welt von unschätzbarem Wert. Bach machte noch 2009 in einem Politvideo Werbung für Die Grünen. In diesem Video sieht man, daß die Grünen Stimmen nie über Wahlthemen holen wollten, sondern stets über Gesinnung. Diesen ähnlich Gesinnten wollte man eine Art Familie und Heimat geben, in der sie sich wohl fühlen und gegenüber den anderen abgrenzen. H. Bach hat dieser Familie das Gesicht gegeben.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.10.2012 10:54 Uhr
Wolfram Schneider

Beleidigung oder Kompliment?

Mit Verlaub: nach der Lektüre des eigentlichen Nachrufes und des Leserbeitrages, auf welchen Sie reagierten, frage ich mich, wo die Beleidigung stecken soll?
Kann ich nicht lesen - oder können Sie es nicht?
Was Herr Hoch schrieb, ist in meinen Augen keine Beleidigung - es klingt für mich eher nach einer Anmerkung zum Nachruf. Dirk Bach war ja auch politisch aktiv und in seiner Aktivität für jene für die er sich einsetzte von großem Wert. Wieso sollte das nicht Erwähnung finden? Wo steckt da die Beleidigung?
Dirk Bach war, ist und bleibt auch gerade deswegen für viele positiv in Erinnerung und Ansporn Bürgerrechte wahrzunehmen! Auch das ist ein Vermächtnis. Wollen Sie dieses schmälern?

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peter myer

klare worte an herrn hoch.

muß das sein, das sie sowas unter einen nachruf setzen?

ich finde das albern , geschmacklos und schlichtweg ohne anstand.

wenn sie den verstorbenen nicht leiden können, ihre sache. aber dann gebietet es der anstand nichts unter einen nachruf zu schreiben. oder gehen sie auch auf beerdigungen
von leuten die sie nicht leiden können und beleidigen dann die dort trauernden.

ich finde das schlichtweg, ungeheuerlich und traurig.

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Closed via SSO

"Restreaktionäre Anfeindungen"

Gibt es die denn noch? Da muß man doch umerziehen!
Danke für's Mittun, FAZ. Bei mir noch nicht so ganz erfolgreich. Das wird schon noch.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.10.2012 08:27 Uhr
peter myer

....

was auch immer das wort restreaktionär bedeutet?

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Konstantin Schneider

Der Tod von Bach sollte uns wachrütteln

Das Bach's Herz das ganze Theater nicht mehr aushielt ist von solch unendlich traurig stimmender Brutalität, dass wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfen. Denn wahrscheinlich hat Bach das Motto: "Lach kaputt, was Dich kaputt macht!" allzu sehr verinnerlicht.

Natürlich hat er damit vielen Menschen über die tägliche Frustration hinweggeholfen und damit möglicherweise das eine oder andere Leben sogar gerettet. Doch sollte uns gerade deshalb langsam auch wieder daran gelegen sein, das Leben in lebenswertere Bahnen zu lenken.

Der aktuelle Zeitgeist gibt schliesslich Anlass zu größter Sorge. Dass die 10.000 reichsten Menschen der Welt ca. 32 Billionen Dollar in Steueroasen versteckt haben, kann nämlich auch der beste Spassmacher nicht vergessen machen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.10.2012 11:21 Uhr
Heiko Steinmann

Absoluter Bloedsinn!

Ihr zweideutiger Beitrag erinnert mich an einen Auftritt des GRUENEN-Politikers Cem Oezdemir in der Frankfurter Paulskirche anlaesslich des jaehrlich dort stattfindenden Frankfurter AIDS-Gedenktags: in seiner Rede pries der die Einrichtung des 'Gruenguertels' um die Stadt an, anstatt sich mit den Trauernden und Besuchern zu solidarisieren! Bereue es noch heute, dass ich diesen Bloedsinn nicht mit einem lauten Zwischenruf kommentiert habe.

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Dietmar Fleischhauer

Beiträge wie der Ihre sollten eher wachrütteln

Es wird wohl keinen Anlaß auf der Erde geben, aus dem Leute wie Sie nicht die Schlechtigkeit der Welt herleiten. Herzliches Beileid.

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peter myer

danke

ein sehr schöner nachruf.

ich fand ihn einen bunten paradiesvogel. dschungelcamp interessiert mich nicht, aber ich habe ein paar wunderbare hörbücher von und mit ihm. die sind große klasse.

ich wünsche seinem mann, seiner familie und freunden viel kraft in dieser schweren zeit.

der kleine könig dezember hätte ich so gerne angeschaut, weil ich das buch von hacke ganz wunderbar finde, meine kinder ebenso. ein vergnügen für jedes alter, finde ich.

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Michael Schreiber

Danke Dirk Bach!

Vielen Dank Dirk Bach für unterhaltsame Stunden! Mein herzliches Beileid den Angehörigen und Freunden!

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Harald Berlin

Die Neunzigerjahre und das Fremschämen

Der Nachruf ist liebevoll, gar bewundernd geschrieben und zeigt nur die liebenswerten Seiten. Er ist von einer Frau geschrieben, offenbar von einer heterosexuellen. Ohne verbittert wirken zu wollen, möchte ich dem nur ein paar Gedanken entgegen setzen.

Zunächst einmal: Ich bin selbst schwul, so wie der Herr Bach. Und ja: Ich habe mich jahrelang fremdgeschämt für den schlimmen schwulen Clown, der da immer wieder auf unterstem Niveau im Fernsehen erschien... dem es nichts ausmachte, sich lächerlich zu machen ohne Rücksicht auf Verluste.

Herr Bach verkörperte das Bild, wie man in den Neunzigerjahren den Medien schwul sein durfte: schrill, albern und nicht ernst zu nehmen. Schwule Ärtzte, Polizisten oder Fussballspieler gab es nicht. Gottseidank ist das inzwischen etwas besser geworden...

Die Neunzigerjahre sind vorbei. Herr Bach hat die Bühne verlassen. Wenigstens über ersteres dürfen wir uns freuen...

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.10.2012 12:31 Uhr
Wolfram Schneider

Fremdschämen

Ich stand und stehe Dirk Bach selbst gespalten gegenüber.
Er hat viel bewirkt. Bei dem einen dieses, bei dem anderen jenes.
Als selber schwul, kann ich das Fremdschämen partiell nachvollziehen. D.h. nicht unbedingt, daß ich selbst je so empfand in Bezug auf Dirk Bach, wenngleich ich mir das Dschungelcamp nie anschaute und immer wegschaltete, wenn auch nur eine Ankündigung dafür kam.
Desweiteren werde ich hier nicht nochmal auf die Dämlichkeit der Negation der Begriffe 'schwul' etc. eingehen.
Ich denke aber, daß man der Person Dirk Bach nicht gerecht wird, wenn man im Kontext seiner Erscheinung nur Scham empfinden kann. Aber, Herr Berlin, ich werde nicht so herablassend sein, Sie deswegen zu bemitleiden. Sie sahen und sehen Herrn Bach eben anders als ich.

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 03.10.2012 07:50 Uhr

Mein Mitleid mit Ihnen

Für ihr Fremdschämen kann Dirk Bach nichts und sonst niemand auch nicht. Dirk Bach hatte keinen Grund dazu. Mir persönlich war es bis zu seinem Tode unbekannt dass er in die Schublade "schwul" einsortiert wurde, weil in meiner Welt Menschen nicht nach solchen Kategorien beurteilet werden. Ich habe Dirk Bach nur als einen Menschen mit offenem Geist und zu meiner Überraschung auch als exzellenten Entertainer gekannt. 'schwul', 'lesbisch', 'hetero', alles Begriffe aus einer armgeistigen Welt, denen manche Menschen zuviel Bedeutung zumessen. Aber natürlich haben sie allgemein schon Recht, was die Ausgrenzung von Menschen wegen ihres 'anders sein' in dieser Republik berifft. Es ist nur die Banalität des Bösen. Mit dem Schaffen von Dirk Bach hat das nichts zun tun.

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Christian Wolff

kaum zu verstehen

was hat denn Clownerie ( auf welchem Niveau auch immer ) mit sexueller Veranlagung zu tun ? Sollte man Homosexuellen Ihrer Meinung nach Clownerien verbieten ? Und allen anderen nicht ?

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Jürgen Kühner
Jürgen Kühner (J-M-K) - 02.10.2012 18:39 Uhr

Dann hätte sich Dirk Bach also verleugnen sollen?

Nur weil er schwul war, sich anders geben. Gerade als Schwuler wäre das ja komplett paradox gewesen. Und nur zur Info: es gibt auch genug Heterosexuelle für die man sich schämen könnte. Das richtet sich nicht nach sexueller Orientierung.

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Hans Lutz Oppermann

ein wirklich ansprechender Nachruf

"Er hat seine Lebensfreude auch nie an jenen Konjunktiv verpfändet, nach dem er ein großer Star hätte werden können, ja müssen." Ein wunderbarer Satz! Für mich, als "stink" normaler Zuschauer und als Wahl Kölner war Herr Bach ein Unikum, unverwechselbar und damit in einer Tradition herausragender dt. sprachiger Komiker.

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