Home
http://www.faz.net/-gqz-zeq5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Zeitungsverlage Sammelklage gegen die „Tagesschau“-App

Der Verlag der F.A.Z. und sieben weitere Zeitungsverlage ziehen gegen die „Tagesschau“-App vor Gericht. Sie sind der Ansicht, dass die Textanteile, die zusätzlich zu Videos und Audiobeiträgen angeboten werden, den Zeitungen Konkurrenz machen.

© dapd Vergrößern Anlass der Klage: die Tagesschau-App

Acht Zeitungsverlage verklagen gemeinsam die ARD und den Norddeutschen Rundfunk wegen der „textdominanten Berichterstattung“ in der „Tagesschau“-App „ohne jeglichen Sendungsbezug“. Die Pressehäuser, zu denen auch der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gehört, haben ihre Klage heute bei der Wettbewerbskammer des Landgerichts Köln eingereicht.

Michael Hanfeld Folgen:  

„Die Ministerpräsidenten schauen untätig zu, wie mit Gebührengeldern umfänglich Pressetexte geschrieben und digital verbreitet werden“, sagte Dietmar Wolff, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). „Es bedarf in Deutschland aber keiner staatsfinanzierten Presse. Der Dachverband unterstützt die Klage.

Mehr zum Thema

„Grundsätzlicher Mangel an einer effektiven Kontrolle“

Die Verlage berufen sich bei ihrer Klage auf den Rundfunkstaatsvertrag der Länder. Dieser verbietet den öffentlich-rechtlichen Sendern, presseähnliche digitale Angebote ohne jeden Bezug zu einer Rundfunksendung zu unterbreiten. Die Praxis, so die klagenden Verlage, habe gezeigt, dass sich die Rundfunkhäuser nicht an die Vorgaben halten, die Kontrollgremien der Sender und die Aufsichtsbehörden hätten die Entwicklung gebilligt. Daher sei es notwendig, vor Gericht zu gehen.

Zu den klagenden Verlagen zählt der Verlag der F.A.Z., derjenige der „Süddeutschen Zeitung“, die WAZ, Axel Springer, M. DuMont Schauberg, Lensing-Wolff und die Medienholding Nord. Die Kläger geben unter anderem die F.A.Z., SZ, „Welt“, „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Rheinische Post“, „Ruhr Nachrichten“ und das „Flensburger Tageblatt“ heraus.

Der Zeitungsverlegerverband BDZV hat über die Wettbewerbsklage hinaus die Europäische Wettbewerbskommission auf „den grundsätzlichen Mangel an einer effektiven Kontrolle der Gebührensender“ hingewiesen. Dies sei insbesondere bei dem sogenannten „Dreistufentest“ augenfällig geworden, dem die digitalen Angebote von ARD und ZDF unterzogen wurden. Man rechne damit, so der BDZV, dass sich die Wettbewerbskommission mit den Hinweisen „vertiefend beschäftigen wird.“

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Politico startet in Europa Juncker leidet - die Elite soll lesen

In Washington ist das Online-Portal Politico längst ein Leitmedium der amerikanischen Politikszene. Nun nehmen sich die Macher den europäischen Markt vor. Am Dienstag ist der Politico-Ableger in Brüssel gestartet. Mit einem unerwarteten Bekenntnis des EU-Kommissionspräsidenten. Mehr

21.04.2015, 12:49 Uhr | Politik
München Pechstein darf vor deutschem Gericht klagen

Das Oberlandesgericht München hat die Klage von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gegen den Eislauf-Weltverband ISU angenommen. Damit erklärte es die 2009 getroffene Schiedsvereinbarung am Mittwoch für unwirksam. Mehr

15.01.2015, 14:57 Uhr | Sport
Privathochschule EBS Hoffen auf die Ehemaligen

Die Privathochschule EBS in Wiesbaden baut ihre Schulden ab. Am Ende des Jahres will sie schwarze Zahlen schreiben. Aber das Finanzielle ist nicht die einzige Baustelle: Derzeit ist die Hochschule ohne Präsidenten. Mehr Von Ewald Hetrodt

21.04.2015, 08:16 Uhr | Rhein-Main
Tagesschau Sudings Beine

Die nachträglichen Hauptdarsteller des Dreikönigstreffens der FDP: Katja Sudings Beine Mehr

09.01.2015, 09:26 Uhr | Feuilleton
Hessischer Landtag Anhörung zur Lage der hessischen Zeitungen

Sowohl die regierende CDU als auch die SPD-Opposition im Landtag sind über die wachsende Konzentration auf dem Printmarkt besorgt. Nun soll es eine Anhörung zur Lage der Branche geben. Mehr

15.04.2015, 18:17 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.06.2011, 13:56 Uhr

Tottelei

Von Hannes Hintermeier

Seit Joseph Ratzinger nicht mehr Papst ist, tottelt es in seiner Heimatstadt Marktl am Inn, stand in einer großen deutschen Zeitung. Klingt alarmierend, aber was bedeutet das genau? Mehr 2