19.06.2006 · Nach einem Medienbericht soll DuMont Schauberg kurz vor dem Kauf der „Frankfurter Rundschau“ stehen. Für 30 Millionen Euro soll der Kölner Zeitungsverlag 50 Prozent der Anteile übernehmen.
Der Kölner Zeitungsverlag DuMont Schauberg steht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ kurz vor dem Kauf der „Frankfurter Rundschau“. Wie die „SZ“ in ihrer Montagsausgabe berichtet, sind die entscheidenden Verhandlungen geführt und die meisten Streitpunkte erledigt. Im Gespräch sei ein Kaufpreis von mehr als 30 Millionen Euro für 50 Prozent der Anteile des Frankfurter Zeitungsverlags. Der Verkäufer, die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG), behalte noch 40 Prozent. Die DDVG habe auch den konservativen Münchner Verleger Dirk Ippen als neuen Verleger hoch eingeschätzt, berichtet die „SZ“ weiter, doch ein Verkauf sei hier an kartellrechtlichen Problemen gescheitert. Ippen besitzt auch die „Offenbach Post“.
Die SPD-Medienholding DDVG hatte im Mai 2004 für einen Euro plus 330.000 Euro für eine Darlehensforderung die 90-Prozent-Mehrheit am Druck- und Verlagshaus Frankfurt übernommen. Die „FR“ ist die auflagenstärkste Abonnement-Zeitung im Rhein-Main-Gebiet, Neven DuMont Schauberg das viertgrößte deutsche Zeitungshaus. Der frühere Chefredakteur der „Berliner Zeitung“, Uwe Vorkötter, tritt am Montag als neuer Chefredakteur bei der „Frankfurter Rundschau“ an. Zwei Investmentgesellschaften um den umstrittenen britischen Ex-Verlagschef David Montgomery hatten im vergangenen Herbst die „Berliner Zeitung“ vom Holtzbrinck-Verlag („Zeit“, „Tagesspiegel“) gekauft.