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Zeitungen : Die „Frankfurter Rundschau“ bleibt erhalten

  • Aktualisiert am

Die Frankfurter Rundschau wird es auch in Zukunft geben Bild: dapd

Die „Frankfurter Rundschau“ wird es weiterhin geben. Unter dem Dach der Frankfurter Societät, des F.A.Z.-Verlags und der Karl Gerold Stiftung geht die Traditionszeitung als unabhängige Redaktionsgesellschaft in die Zukunft.

          Das Bundeskartellamt hat am Mittwoch einer Übernahme der „Frankfurter Rundschau“ durch neue Gesellschafter zugestimmt. Die Zeitung soll vom 1. März an in der unabhängigen Verlags- und Redaktionsgesellschaft „Frankfurter Rundschau GmbH“ erscheinen. Gesellschafter sind mit 55 Prozent der Anteile die Frankfurter Societät GmbH, mit 35 Prozent der Verlag dieser Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, und mit zehn Prozent die Karl Gerold Stiftung. Diese garantiert mit ihrer Stiftungsverfassung die Ausrichtung der „Frankfurter Rundschau“ als „unabhängige, linksliberale Tageszeitung“. Die Stiftungsaufsicht muss die Beteiligung der Karl Gerold Stiftung als ursprünglicher Eigentümerin der „Frankfurter Rundschau“ noch genehmigen .

          Die neue „Frankfurter Rundschau GmbH“ hält die Titelrechte und ist mit einer eigenständigen Redaktion für die gedruckte und die digitale Ausgabe der Zeitung verantwortlich. Die Redaktion besteht zunächst aus 28 Redakteuren, diese konzentrieren sich auf die Regionalberichterstattung, sie werden - wie bisher - unterstützt von dem Dienstleister Pressedienst Frankfurt. Der Chefredakteur Arnd Festerling führt die Redaktion weiterhin.

          Der überregionale Mantelteil der „Frankfurter Rundschau“ wird für eine Übergangszeit wie bislang von der Berliner Redaktionsgemeinschaft des bisherigen „Rundschau“-Mehrheitseigentümers, des Verlags M. DuMont Schauberg, zugeliefert - bis zum Aufbau einer eigenständigen, überregionalen Redaktion. Die Verlagsaufgaben übernehmen zum großen Teil der Verlag dieser Zeitung und die Rhein Main Media, gedruckt wird die „Frankfurter Rundschau“ in der Frankfurter Societäts-Druckerei. Die Zeitung soll weiterhin auch überregional vertrieben werden.

          „Wir glauben an die Zukunft der Marke ,Frankfurter Rundschau‘. Aus dieser Überzeugung heraus packen wir die neue Herausforderung an“, sagte Hans Homrighausen, der Geschäftsführer der Frankfurter Societät GmbH. „Wir sehen uns in der Lage, die ,Frankfurter Rundschau‘ wirtschaftlich erfolgreich zu führen und ihr dadurch regional wie überregional eine Perspektive zu geben.“

          „Auch wenn die Umstände um die Insolvenz der ,Frankfurter Rundschau‘ und der Verlust vieler Arbeitsplätze sehr bedauerlich sind, freuen wir uns, dass wir durch die Gründung einer unabhängigen Gesellschaft sowie durch die Integration der Verlagsaufgaben in die Strukturen der F.A.Z. einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der Traditionszeitung leisten können“, sagte der F.A.Z.-Geschäftsführer Tobias Trevisan. „Seit ihren Anfängen setzt sich die F.A.Z. für den Erhalt der Meinungsbildung ein. Als unabhängige Stimme soll die ,Frankfurter Rundschau‘ auch in Zukunft wesentlich zur Meinungsvielfalt beitragen.“

          Bundeskartellamt stimmt Sanierungsfusion zu

          Das Bundeskartellamt hat der Übernahme im Rahmen einer Sanierungsfusion zugestimmt. „Wir haben hier eine sogenannte Sanierungsfusion geprüft und im Ergebnis bejaht“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Andernfalls, teilte der Insolvenzverwalter mit, wäre die „Frankfurter Rundschau“ vom 1. März an nicht mehr erschienen. Die Zeitung hatte im vergangenen November Insolvenz angemeldet, die bisherigen Hauptgesellschafter DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding ddvg sahen sich nicht in der Lage, die Verluste länger zu tragen. Sie sähen „keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens“, hieß es, der Zeitungsverlag soll zuletzt einen Jahresverlust von sechzehn Millionen Euro gemacht haben.

          Ein Angebot des türkischen Verlegers Burak Akbay erschien dem Insolvenzverwalter als nicht tragfähig, zu Beginn der Verhandlungen hatte auch der Verlag der „Süddeutschen Zeitung“ ein Angebot abgegeben. Mehr als vierhundert Mitarbeiter des bisherigen FR-Verlags verlieren ihre bisherigen Arbeitsplätze, sie sollen in eine Transfergesellschaft wechseln. Die „Frankfurter Rundschau“ wurde am 1. August 1945 gegründet. Ihre verkaufte Auflage wurde zuletzt mit knapp 108.000 Exemplaren angegeben.

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