http://www.faz.net/-gqz-7azfw

ZDF-Programm : Wir machen „Breaking Bad“ auf deutsch

Das ZDF auf neuen Pfaden? Norbert Himmler Bild: Michael Kretzer

Der Programmchef des ZDF, Norbert Himmler, kündigt im Gespräch mit der F.A.Z. Neuerungen an, eine Krimiserie mit Anna Loos und neue Sitcoms zum Beispiel. Und er verrät, wie er zu Markus Lanz steht.

          Der ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler ist seit dem 1. April 2012 im Amt. Davor führte er den Digitalkanal ZDFneo. Den Elan, den er dabei an Tag legte, will er ins Hauptprogramm übertragen und kündigt im Interview mit der F.A.Z. zahlreiche Neuerungen an.

          Anna Loos spielt „Helen Dorn“

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          So will er beim Fernsehfilm an die Erfolge der großen Produktionen „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Adlon“ und „Verbrechen“ nach Ferdinand von Schirach anknüpfen: Im Herbst läuft der Film „Blutgeld“, der sich mit dem Bluter-Skandal beschäftigt, Produzent ist Michael Souvignier, der schon mit dem ARD-Film „Contergan“ für Furore sorgte. Anna Loos spielt die titelgebende Hauptrolle in der neuen ZDF-Samstagskrimi-Serie „Helen Dorn“, Regie führt Matti Geschonneck. Im Vorabendprogramm gibt es neben der Fortsetzung von „Heldt“ mit Kai Schumann zwei weitere neue Serien: „Die Herzensbrecher“, nach einem Drehbuch von Christian Pfannenschmidt, und „Die Familiendetektivin“.

          Für die Dokumentarreihe „37 Grad“ kündigt Norbert Himmler unter dem Titel „20, 40, 60“ eine Langzeitbeobachtung über Generationen hinweg an und eine Sendung über Samuel Koch, der seit seinem schweren Unfall als Kandidat der ZDF-Show „Wetten, dass ..?“ gelähmt ist. Neu ins Programm kommt ebenfalls die historische Dokureihe „Frauen, die Geschichte machten“ von Katharina die Große bis zu Sophie Scholl. Auch eine qualitativ hochwertige Miniserie schwebt Himmler vor, das solle „,Breaking Bad` auf deutsch“ sein, sagte er. Zudem sollen im nächsten Jahr zwei ZDF-eigene Sitcoms laufen. Den Freitagabend will Himmler mit Comedy wie der „heute show“, einem veränderten Kulturmagazin „aspekte“ und danach einer internationalen Serie ausstatten.

          Langfristiger Vertrag mit Markus Lanz

          Zu dem zuletzt bei „Wetten, dass ..?“ stark kritisierten Markus Lanz steht der Programmdirektor Himmler fest: „Man braucht senderprägende Gesichter“, sagte er im Gespräch mit der F.A.Z.  „Es ist richtig und wichtig, dass sich der Sender mit ein, zwei Gesichtern verbindet“. Mit „Wetten, dass ..?“ sei Lanz „gerade sechs Mal pro Jahr auf Sendung. Und für seinen Talk haben wir eine langfristige Vereinbarung getroffen, weil ich finde, dass er einen ausgezeichneten Job macht. Er ist dort modern, abwechslungsreich, intelligent und sehr erfolgreich. Ich habe zu Markus Lanz großes Vertrauen.“

          Zur Debatte über ZDFneo und dem von der ARD und der Medienpolitik geforderten gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Jugendkanal sagte Himmler, dies dürfe nicht zulasten von ZDFneo und ZDFinfo gehen: „Die Senderfamilie des ZDF erreicht zurzeit bei den jüngeren Zuschauern einen Markanteil von zehn Prozent.“  Man habe „mit ZDFneo und ZDFinfo zwei Plattformen, auf denen wir Neues ausprobieren und jüngere Zuschauer ansprechen können. Und das gelingt uns im Gegensatz zur ARD auch sehr gut.“  „Wir investieren wenig Geld, viel Kreativität und sind damit sehr erfolgreich. Dabei sollte es bleiben“, sagte Himmler.

          Weitere Themen

          Was Risikoschülern hilft

          Bildungsgerechtigkeit : Was Risikoschülern hilft

          Dass sich nach der Grundschule die Wege trennen, passt der OECD nicht. Dabei ist Integratives Lernen für schwache Schüler weniger zuträglich. Die Aufteilung in Leistungsgruppen wäre viel gerechter.

          „Nur ein kleiner Gefallen“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Nur ein kleiner Gefallen“

          Paul Feig hat den amerikanischen Bestseller von Autorin Darcey Bell „Nur ein kleiner Gefallen“ verfilmt. Ab dem 8. November läuft der Thriller in den deutschen Kinos.

          Topmeldungen

          Mensch trifft Maschine: Kanzlerin Merkel schüttelte auf der Hannover Messe einem Roboter die Hand.

          Zukunft der Bundesrepublik : Die Schwächen der deutschen KI-Strategie

          Milliarden vom Staat und ein hoher Anspruch: Deutschland hat jetzt einen Plan für Künstliche Intelligenz. Experten fragen, ob es wirklich gelingt, mehr als 100 hochkarätige neue Professuren zu besetzen. Und nicht nur das.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.