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ZDF plant Kulturkanal : Darf's etwas mehr sein?

Der Kultur eine neue Bühne: das ZDF plant einen eigenen Kulturkanal Bild: picture-alliance/ dpa

Man kann gar nicht breit genug aufgestellt sein für den Angriff auf das Digitale: Das ZDF will seine Spartenprogramme im digitalen Fernsehen ausweiten und plant einen eigenen Kulturkanal. Überschneidungen mit den bereits bestehenden Kultursendern 3sat und Arte soll es dabei nicht geben.

          Das ZDF will seine Spartenprogramme im digitalen Fernsehen ausweiten. Aus dem „Theaterkanal“ soll, wie der Intendant Markus Schächter in einem Gespräch mit dem Branchendienst „Funkkorrespondenz“ sagte, ein breiter angelegtes Kulturprogramm werden. Das soll sich jedoch nicht überschneiden mit den beiden schon existierenden öffentlich-rechtlichen Kultursendern 3sat und Arte. Einen solchen Kultursender einzurichten ist jedoch nur der übernächste Schritt, den das Zweite vorhat. Bei der nächsten Sitzung seines Aufsichtsgremiums, des Fernsehrats, soll zunächst der Vorschlag behandelt werden, auch das Angebot des digitalen „Doku-Kanals“ auszudehnen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Hier soll es, wie es auf Nachfrage beim ZDF heißt, nicht mehr nur dokumentarisches Programm, sondern auch Magazine und fiktionale Stücke zu sehen geben. Dem Fernsehrat wird dieser Plan auf der nächsten Sitzung im Juli zur Beratung vorgelegt. Die beiden erweiterten Programme sollen sich gleichwohl nicht mit den bestehenden öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen wie Phoenix oder den Kultursendern 3sat und Arte überschneiden - auch wenn das nur schwer vorstellbar erscheint. Phoenix gestaltet das ZDF gemeinsam mit der ARD, 3sat ist ein Gemeinschaftsprogramm von ARD, ZDF, dem österreichischen ORF und dem Schweizer Fernsehen SRG; der deutsch-französische Kulturkanal Arte schließlich wird von den öffentlichen Sendern der beiden Gründungsländer getragen.

          Mit größtmöglichem Aufgebot ins Digitalfernsehen

          Schächters Plan für einen Kultur- und einen Dokufiktions-Kanal entsteht aus dem Gedanken heraus, dass sich das ZDF in Konkurrenz zu den zahlreichen Sendern der ARD im digitalen Fernsehen und im Internet gar nicht breit genug aufstellen könne. Zudem bewegt sich der Plan geschickt im Rahmen des zwölften Rundfunkänderungsstaatsvertrags, über den die Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag beraten werden. Der hält unter anderem fest, dass ARD und ZDF im digitalen Fernsehen jeweils drei Spezialprogramme unterhalten dürfen, die inhaltlich allerdings noch neu bestimmt werden können. Entschiede der Fernsehrat des ZDF schon jetzt, müssten sich die Mainzer auch nicht mit einem Dreistufentest herumschlagen, wie ihn der Rundfunkstaatsvertrag, der zum 1. Mai 2009 in Kraft treten soll, für neue Angebote vorsieht.

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