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Kaminers Deutschlandreise : So ist der Humor der Friesen

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Ein Mann geht zur See, und auf der Düne dürfen wir schließlich auch drehen. Bild: ZDF und Christian A. Roeder

Wer in Nordfriesland auf einer Düne filmen will, hat es mit fünf Behörden zu tun. Hinter denen steckt manchmal ein und dieselbe Person. So ist das in einer Gegend, deren Bewohnern die Natur nichts anhaben kann.

          Es sollte eine perfekte Folge von „Kulturlandschaften“ werden, in der man das Angenehme mit dem Notwendigen verbindet. Einmal träumte ich sogar von dieser Reise. Im Schlaf lief ich am Sylter Strand entlang und kam an vielen nackten Menschen vorbei, die mit ernsten Mienen in den Strandkörben saßen, als hätten sie sich zum Eierlegen dorthin gesetzt. Der Kameramann und der Tontechniker liefen mir hinterher und riefen: „Nicht so schnell, Wladimir, bitte zurück auf die Ausgangsposition, wir müssen wiederholen.“ Jedes Mal, wenn ich dabei war, ins Wasser zu springen, mussten wir wiederholen. So oder ähnlich wird es wohl auch in der Realität sein, dachte ich. Mir war klar, dass wir auf dieser Champagner-Insel nicht zum Trinken kommen würden.

          Die Fernseharbeit ist hart, es gibt viel Technik zu schleppen, wir fahren morgens um sieben Uhr los und kommen, wenn alles glatt nach Plan gelaufen ist, um 21 Uhr ins Hotel zurück. Da bleibt fürs Champagnertrinken keine Kraft mehr.

          Vom Schrebergarten an die Küste

          An der Nordsee sollte es laut Drehplan besonders schwierig werden, da wir jeden Tag an einem anderen Ort drehen und übernachten sollten. Trotzdem freute ich mich auf die Dreharbeiten in Nordfriesland. Niebüll, Dagebüll, St. Peter Ording, diese Ortsnamen klangen wie die Namen von seltenen Tieren, die einst unseren Planeten beherrschten, bis sie, von der Zivilisation vertrieben, sich ans Wattenmeer zurückzogen, um dort ein bescheidenes Rentnerdasein zu führen.

          Die Schwierigkeiten begannen bereits bei der Anreise. Einen Tag vorher hatte ich eine Gartenlesung in Öhringen, ich sollte dort bei einer Landesgartenschau über meine Erfahrungen mit einem Schrebergarten berichten. Vor vielen Jahren habe ich einen Roman über das Leben im Schrebergarten geschrieben, das Buch war ein großer Erfolg, obwohl ich den Garten vorzeitig abgeben musste, noch bevor mein Roman erschien. Ich hatte Probleme mit der Spontanvegetation bekommen. Aber zu Gartenmessen werde ich nach wie vor eingeladen.

          Künstlertreff im grünen Bereich.

          Bei meiner Reiseplanung hatte ich nicht auf die Landkarte geschaut, ich habe nur einen Globus zu Hause. Auf diesem Globus sieht Deutschland klein und niedlich aus, doch in Wahrheit sind manche innerdeutschen Strecken an einem Tag nicht zu bewältigen. Zwischen Öhringen und Niebüll liegen gefühlte Lichtjahre. Ich durfte nicht zu spät zum Dreh kommen und stellte komplizierte logistische Überlegungen an, dem in der Mathematik bekannten „Travelling-Salesman-Problem“ nicht unähnlich.

          Die schwäbischen Gartenfreunde hatten sich bereit erklärt, mich vom Stuttgarter Flughafen abzuholen und nach der Veranstaltung zurück zum Flughafen zu fahren. Am nächsten Morgen wäre ich dann um sechs Uhr früh von Stuttgart nach Hamburg geflogen, wo mich dann unser Aufnahmeleiter Schlomo, ein gebürtiger Hamburger, das wilde Kind des Nordens, mit dem Auto abholen und nach Nordfriesland bringen würde. So weit, so gut. Dieser ausgeklügelte Plan nutzte jedoch nichts, denn es traten unvorhergesehene Umstände auf. Wie ein Sprichwort treffend sagt, der Mensch denkt, Gott lenkt.

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