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Veröffentlicht: 15.04.2017, 11:57 Uhr

Ein Kommentar Wie Sky Sport News zu CNN wurde

Seit dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus geht es hier nicht mehr um die schönste Nebensache der Welt. Der Sender hat früh die Frage gestellt, deren Antwort man auch von den Fußballspielern selbst hätte hören wollen.

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© AFP Signalgeber ohne Stimme: Julian Weigl, Sven Bender und Lukasz Piszczek vor der Partie am Mittwoch

Der Sender Sky Sport News ist normalerweise nur etwas für Eingefleischte, für Sportfans, die sich noch für die kleinsten Kleinigkeiten interessieren, vor dem Spiel und nach dem Spiel, vor allem für den Fußball, in der ersten, zweiten, dritten Liga, national und international. In dieser Woche jedoch ist Sky Sport News zu einer Art CNN geworden. Seit Dienstagabend geht es nicht mehr um die schönste Nebensache der Welt, sondern um einen Terrorangriff auf dieselbe als Symbol der freien Gesellschaft und dessen Folgen.

Michael Hanfeld Folgen:

Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft ist zu hören, nicht Fußball-, sondern Terrorexperten kommen zu Wort, die auf dem Sportsender wie auf den anderen Kanälen über die Bekennerschreiben zu dem Bombenangriff auf den Mannschaftsbus der Dortmunder rätseln. Einzuordnen sind sie von niemandem, hier wie dort hören wir, ob bei der ARD, im ZDF, bei N24 oder n-tv, Floskeln, die nicht weiterhelfen. Wie sollten sie auch? Nur eines ist wenige Minuten nach dem Anschlag, bei dem der Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt werden, klar: the games must go on.

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Das Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen Monaco wird um nur einen Tag verschoben, die Mannschaft, gegen deren Bus eben nicht nur eine Bierdose flog, wie der Trainer Thomas Tuchel später bitter anmerkt, wird nicht gefragt und muss auf den Platz. Doch vermag es jemanden zu verwundern, dass Nuri Sahin nach dem Spiel, dessen Ergebnis einerlei war, sagt, er habe bis zur zweiten Halbzeit, zu der er eingewechselt wurde, nicht an Fußball gedacht? Der Sky-Reporter im Dortmunder Stadion war so mutig, schon vor dem Spiel darauf hinzuweisen, welche Zumutung dies für die Spieler bedeute, und zu fragen, ob der europäische Fußballverband und die Vereine sich dies auch vorgelegt hätten.

Der Terminplan muss eingehalten werden, in der kommenden Woche treten die Dortmunder in Monaco an. Man habe ein „Signal an die Welt“ senden wollen, sagt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Es wäre vielleicht gut gewesen, hätte er das auch rechtzeitig mit den Signalgebern besprochen. Das Bundeskriminalamt warnt vor der Gefahr eines weiteren Anschlags. Das Programm von Sky Sport News wird nicht mehr sein, wie es einmal war.

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