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„Werkzeug“ zur Bundestagswahl : Google wählt mit

  • -Aktualisiert am

Googles Tochter Youtube bietet zur Bundestagswahl ein eigenes Videoformat an. Bild: Reuters

Die Bundestagswahl wirft auch im Netz ihre Schatten voraus: Google hat hierfür nun einen eigens entwickelten „Werkzeugkoffer“ vorgestellt.

          Als bekanntwurde, dass Google zur „frühesten Wahlparty des Jahres“ lädt, bevor der Bundestagswahlkampf so richtig begonnen hat, lief es einigen eiskalt den Rücken hinunter. Weiß der Konzern etwa heute schon, wie wir wählen? Nun lässt sich Entwarnung geben. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley weiß nicht, wo wir am 24. September das Kreuzchen machen, es hatte auf besagter „Party“ in seinem Berliner Büro auch nicht vor, Prognosen zu geben, was das Wahlverhalten angeht. Es wollte seinen „digitalen Werkzeugkasten zur Bundestagswahl 2017“ präsentieren. Denn Google habe seine technischen Darstellungsmöglichkeiten dahingehend verfeinert, dass die Nutzer „effizienter und effektiver“ an solche Informationen gelangen, die bei ihrer Wahlentscheidung von Interesse sein könnten. Das klingt nicht nur schlüssig, da die Bereitstellung von Informationen (samt angehängter Werbung) Dreh- und Angelpunkt des Geschäftsmodells ist, sondern entspricht auch der Firmentradition, politische Ereignisse wie die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, Frankreich oder die niederländischen Parlamentswahlen mit gesonderten Projekten zu begleiten.

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          Von Ende August an sollen Nutzer nach Eingabe ihrer Postleitzahl angezeigt bekommen, zu welchem Wahlkreis sie gehören, wer kandidiert und welcher Partei diese Person angehört. Neu sei, dass Google allen zugelassenen Kandidaten die Möglichkeit gibt, kurz und prägnant ihre politischen Standpunkte kundzutun. Diese werden dann in Infoboxen dargestellt – die, so mag man hoffen, nicht für bare Münze genommen werden, sondern zum Anlass weitergehender Recherche genommen. Ähnlich verhält es sich mit dem Modul Google Trends, dass die Häufigkeit von Suchbegriffen festhält. Auch dort gibt es ein neues Portal (g.co/wahl2017-trends), das aus den Daten der Websuche ein vorübergehendes Kandidatenranking erstellt, es nach Bundesland aufschlüsselt und Suchbegriffe zu den einzelnen Spitzenkandidaten aufzeigt. Beispiel Martin Schulz: SPD. Inhaltlich gehaltvoller ist das Projekt 2Q17 (http://www.2q17.de/#/), das sich den kandidatenbezogenen Suchzusammenhängen widmet. Bis zu siebzig Begriffe, die bei der Suche nach einem Kandidaten mit eingegeben wurden, lassen sich dort neben dem aktuellen Stand auch deren Entwicklung verfolgen. Ganz gleich ob Angela Merkels Kleidung bei den Salzburger Festspielen, Christian Lindners Haare oder Sahra Wagenknechts Fahrradtour-Spektakel Mitte Juli: Jedwede Aufmerksamkeitsverdichtung wird abgebildet.

          Auch Google-Tochter Youtube steuert einiges an Werkzeug bei – allerdings, indem sie zielgruppenspezifische Formate anbietet. Vier Youtuber werden in die Fußstapfen des Video-Blogger LeFloid treten und, nachdem sie unter dem Hashtag #DeineWahl Fragen gesammelt haben, am 16. August die Kanzlerin interviewen. Auf diese Veranstaltung im Berliner Youtube-Space folgt im September ein mehrstündiger „Community Live Stream“, bei dem fünfzehn Youtuber mit ihren jeweiligen Fans die Wahl thematisieren wollen. Der Höhepunkt und die diesjährige Youtube-Neuheit soll die Show „Wahlgemeinschaft“ werden. Dahinter verbirgt sich ein Wahlnachtprogramm, das sich an den Interessen der jüngeren Wähler orientiert – veranstaltet von Jugendnetzprogramm Funk von ARD und ZDF sowie Studio 71 von Pro Sieben Sat. 1.

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