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Wechsel beim Spiegel : Mario Frank muss gehen

  • -Aktualisiert am

Umstrittener Manager: Mario Frank Bild: F.A.Z. - Holde Schneider

Am Freitag wurde ihm noch das Vertrauen ausgesprochen, am Samstag überraschend seine Ablösung verkündet: Mario Frank verliert seinen Geschäftsführerposten beim Spiegel. Seine Methoden waren lange umstritten, jetzt entzog ihm die Mitarbeiter KG das Vertrauen.

          „Mario Frank genießt unser Vertrauen. Er ist Geschäftsführer des Spiegel-Verlags“ hieß es noch am Freitag in einem Statement des Spiegel- Minderheitsgesellschafters Gruner und Jahr. Für Kenner klingt so ein Satz natürlich extrem bedrohlich, denn dass es ernst wird erkennt man immer daran, dass die Statements plötzlich so knapp und opak werden. Am Samstag wurde dann gemeldet, dass Frank seinen Posten beim Spiegel verliert, Nachfolger wird sein Stellvertreter, der 44 Jahre alte Matthias Schmolz.

          Am Freitag Nachmittag hatten die Vertreter der Mitarbeiter KG, die die Mehrheit der Anteile am Spiegel hält, Mario Frank überraschend das Vertrauen entzogen. Auch Armin Mahler, der bislang stets zu Frank gehalten hatte, stimmte nun gegen ihn.

          Keine Sündenböcke mehr

          Frank hatte sich im Hause schon früher durch seinen von Mitarbeitern als „autistisch“ bezeichneten Stil unbeliebt gemacht. Er hat sich zwar gern als „Mann der Mitarbeiter KG“ bezeichnet, aber das beruhte offenbar nicht auf Gegenseitigkeit, die meisten sahen in ihm einfach einen Mann seines früheren Arbeitgebers Gruner und Jahr. Für Kopfschütteln in der Branche sorgte auch folgende seltsame Anekdote: Als ihn der damalige Leiter des Berliner Büros Gabor Steingart mal einen „drittklassigen Manager aus der Provinz“ nannte, hat Frank versucht, den Kollegen arbeitsrechtlich abzumahnen.

          In Franks Amtszeit fiel vor allem die dilettantisch durchgeführte Ablösung von Chefredakteur Stefan Aust. Im ganzen Land wurde mal bestürzt, mal mitleidig verfolgt, wie schlecht dieser Wechsel vorbereitet war. Journalisten anderer Blätter, die kaum mal mehr als fünf Mitarbeiter geführt hatten, sahen sich plötzlich mit dem Angebot behelligt, Chefredakteur des Spiegel zu werden, die ganze Operation geriet zur Lachnummer. Der von Frank betriebene Einstieg des Spiegels bei der FTD scheiterte.

          Matthias Schmolz, der es durch seine sachliche und sympathische Art ohnehin leichter hat, kennt den Spiegel aus allen Perspektiven. Seine Karriere begann in der legendären Dokumentationsabteilung des Magazins, später war er bei Spigel Online und als Verlagssprecher tätig. Ihm wird zugetraut, mit der neuen Chefredaktion und den Mitarbeitern harmonischer zusammenarbeiten zu können. Keine Sündenböcke mehr - im Spiegel beginnt eine neue Ära.

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