Home
http://www.faz.net/-gsb-11y5c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Bibliothek

WAZ baut ab „Weg aus den roten Zahlen“ - 300 Stellen weniger

Bei der WAZ werden noch mehr Stellen gestrichen, als bisher angenommen. Rund 300 Redakteursstellen in den Mantel- und Lokalredaktionen seiner vier großen Zeitungstitel in Nordrhein-Westfalen will der Medienkonzern einsparen.

© dpa Vergrößern Der Protest der Mitarbeiter war vergeblich

Die WAZ hat den Umbau ihrer vier großen Zeitungstitel in Nordrhein-Westfalen neu beziffert. Es werden rund vierzig Stellen mehr als bislang angenommen gestrichen. Rund 300 Redakteursstellen in den Mantel- und Lokalredaktionen würden abgebaut, teilt der Konzern mit, doch versuche man, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und die Zahl der Streichungen zu reduzieren, rund 200 Mitarbeiter hätten bislang Aufhebungsverträge oder eine vorgezogene Altersteilzeitregelung angenommen.

32 Millionen Euro will der WAZ-Konzern in diesem Jahr durch seine neuen Struktur einsparen. Diese sieht eine gemeinsame sogenannte „Content-Redaktion“ mit insgesamt 83 Redakteuren für die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ), die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ), und die „Westfälische Rundschau“ (WR) vor, hinzu kommen „Titelredaktionen“ für die einzelnen Zeitungen; das vierte Blatt, die „Westfalenpost“ (WP) soll das Konzept einer „Heimatzeitung“ verfolgen.

Mehr zum Thema

Mehrere Dutzend Redaktionsorte geschlossen

„Wir stellen jetzt die Weichen dafür, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagte der WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. „Jeder Titel soll seinen Weg aus den roten Zahlen finden.“ Im Lokalen werde künftig jeweils eine Redaktion pro Stadt oder Standort arbeiten, was bedeutet, dass mehrere Dutzend Redaktionsorte geschlossen werden. Man trenne sich nur dort von Lokalredaktionen, wo Verluste in Millionenhöhe entstanden seien oder heute mehr als eine Lokalredaktion der WAZ-Gruppe bestehe, hieß es.

Die bislang fest angestellten Fotografen der WAZ und der NRZ arbeiten künftig als Freiberufler für die Redaktionen, in den Lokalredaktionen entfallen Aufgaben im Layout und in der Produktion. Den Redakteuren bleibe mehr Zeit für Recherche, Textarbeit und Kommentierung. „Das ist nichts weniger als die Einführung des Reporterprinzips im Lokalen“, sagte WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz.

Der WAZ-Konzern beschäftigt insgesamt 18.000 Mitarbeiter, zu ihm gehören insgesamt 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen, 176 Publikums- und Fachzeitschriften, 107 Anzeigenblätter und 400 Kundenzeitschriften. Die vier NRW-Titel kommen auf eine gemeinsame Druckauflage von einer Million Exemplaren.

Quelle: Miha., FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Digitaler Journalismus Noch im Dienst der Muttermedien

Der Online-Journalismus steht nach wie vor im Schatten des gedruckten Worts. Parallel dazu hat sich das Digitale im Journalismus stark professionalisiert. Zwei gerade veröffentlichte Studien gehen den damit verbundenen Problemen nach. Mehr Von Felix-Emeric Tota

17.10.2014, 17:09 Uhr | Feuilleton
Tote und Verkehrschaos in Nordrhein-Westfalen

Bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen sind mehrere Menschen getötet worden. Zudem richteten Stürme und Regenfälle umfangreiche Schäden an. Mehr

10.06.2014, 12:35 Uhr | Gesellschaft
Jeff Bezos' Washington Post Ein neuer Startplatz für die Zeitung

Spötter unkten schon, der Amazon-Gründer wisse gar nicht, was er mit der von ihm erworbenen Zeitung anfangen solle. Jetzt wird bekannt: Die App der Washington Post kommt auf alle Amazon-Lesegeräte. Mehr Von Patrick Bahners, NEW YORK

08.10.2014, 16:51 Uhr | Feuilleton
Bahn meldet gewaltige Schäden

Nach den heftigen Unwettern vor allem im Westen von Deutschland sind noch lange nicht alle Schäden beseitigt. Allein in Nordrhein-Westfalen sind fast 1500 Kilometer Strecke gesperrt worden. Mehr

16.06.2014, 20:31 Uhr | Gesellschaft
Weitere Nachrichten Munich-Re-Finanzchef schließt Gewinnrückgang nicht aus

Beim Munich Re könnte der Gewinn demnächst kleiner ausfallen, BMW bekommt den Preiskampf in Westeuropa weiter zu spüren und das Immobilien-Unternehmen LEG will weitere Wohnungen in NRW kaufen. Mehr

20.10.2014, 07:13 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.02.2009, 20:55 Uhr

Platinveredelt?

Von Felix-Emeric Tota

Die Plattenmillionäre sterben aus, die Musikindustrie hat den Blues. Der Mainstream verkauft sich zwar noch, meist aber nur für kleines Geld. Oder es wird gleich umsonst gehört. Schlechte Zeiten also für den Musikerwandschmuck in Platin. Mehr 1