http://www.faz.net/-gqz-11y5c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 17.02.2009, 20:55 Uhr

WAZ baut ab „Weg aus den roten Zahlen“ - 300 Stellen weniger

Bei der WAZ werden noch mehr Stellen gestrichen, als bisher angenommen. Rund 300 Redakteursstellen in den Mantel- und Lokalredaktionen seiner vier großen Zeitungstitel in Nordrhein-Westfalen will der Medienkonzern einsparen.

© dpa Der Protest der Mitarbeiter war vergeblich

Die WAZ hat den Umbau ihrer vier großen Zeitungstitel in Nordrhein-Westfalen neu beziffert. Es werden rund vierzig Stellen mehr als bislang angenommen gestrichen. Rund 300 Redakteursstellen in den Mantel- und Lokalredaktionen würden abgebaut, teilt der Konzern mit, doch versuche man, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und die Zahl der Streichungen zu reduzieren, rund 200 Mitarbeiter hätten bislang Aufhebungsverträge oder eine vorgezogene Altersteilzeitregelung angenommen.

32 Millionen Euro will der WAZ-Konzern in diesem Jahr durch seine neuen Struktur einsparen. Diese sieht eine gemeinsame sogenannte „Content-Redaktion“ mit insgesamt 83 Redakteuren für die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ), die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ), und die „Westfälische Rundschau“ (WR) vor, hinzu kommen „Titelredaktionen“ für die einzelnen Zeitungen; das vierte Blatt, die „Westfalenpost“ (WP) soll das Konzept einer „Heimatzeitung“ verfolgen.

Mehr zum Thema

Mehrere Dutzend Redaktionsorte geschlossen

„Wir stellen jetzt die Weichen dafür, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagte der WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. „Jeder Titel soll seinen Weg aus den roten Zahlen finden.“ Im Lokalen werde künftig jeweils eine Redaktion pro Stadt oder Standort arbeiten, was bedeutet, dass mehrere Dutzend Redaktionsorte geschlossen werden. Man trenne sich nur dort von Lokalredaktionen, wo Verluste in Millionenhöhe entstanden seien oder heute mehr als eine Lokalredaktion der WAZ-Gruppe bestehe, hieß es.

Die bislang fest angestellten Fotografen der WAZ und der NRZ arbeiten künftig als Freiberufler für die Redaktionen, in den Lokalredaktionen entfallen Aufgaben im Layout und in der Produktion. Den Redakteuren bleibe mehr Zeit für Recherche, Textarbeit und Kommentierung. „Das ist nichts weniger als die Einführung des Reporterprinzips im Lokalen“, sagte WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz.

Der WAZ-Konzern beschäftigt insgesamt 18.000 Mitarbeiter, zu ihm gehören insgesamt 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen, 176 Publikums- und Fachzeitschriften, 107 Anzeigenblätter und 400 Kundenzeitschriften. Die vier NRW-Titel kommen auf eine gemeinsame Druckauflage von einer Million Exemplaren.

Quelle: Miha., FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zweiter F.A.Z.-Spendenlauf Hart, härter, #Nilsläuft

Er ist gelaufen und gelaufen und gelaufen. Unser Bildredakteur Nils Thies hat auf der 230 Kilometer langen Tortour de Ruhr Spenden gesammelt, dem Wetter und seinen Muskeln getrotzt. Zur Belohnung gab es noch einen besonderen Ehrentitel. Mehr Von Christian Palm

16.05.2016, 09:10 Uhr | Rhein-Main
Nordrhein-Westfalen Silvia von Schweden besucht Landtag

Silvia von Schweden hat dem Parlament in Düsseldorf am Dienstag einen Besuch abgestattet. Am Abend soll sie den Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach entgegennehmen. Mehr

24.05.2016, 14:58 Uhr | Politik
Tortour de Ruhr 2016 #Nilsläuft wieder für einen guten Zweck

An Pfingsten ist es soweit: Nils Thies startet in seinen nächsten großen F.A.Z.-Spendenlauf. Dabei absolviert er 230 Kilometer am Stück für ein Flüchtlingsprojekt. Mehr Von Christian Palm

13.05.2016, 15:57 Uhr | Rhein-Main
Untersuchungsausschuss NRW-Innenminister sagt zu Kölner Silvester-Vorfällen aus

Der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Ralf Jäger, hat vor dem Untersuchungsausschuss zu den Vorfällen in Köln in der Silvesternacht ausgesagt. Die Oppositionsparteien CDU und FDP hatten nach den Vorfällen den Rücktritt von NRW-Innenminister Jäger gefordert. Mehr

09.05.2016, 18:24 Uhr | Politik
Analyse Jetzt kommen die Frauen

Seit Anfang des Jahres gilt die Frauenquote, die Konzerne nominieren eifrig neue Aufsichtsrätinnen. Sogar die Scheichs schicken jetzt eine Frau. Doch hinter vorgehaltener Hand wird mancherorts über Quotilde ordentlich gelästert. Mehr Von Sebastian Balzter

20.05.2016, 05:30 Uhr | Beruf-Chance
Glosse

Gott geht offline

Von Michael Hanfeld

„Godspot“ nennt die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz das Projekt: Sie rüstet alle Kirchen mit W-Lan aus. Ob da der göttliche Funke überspringt? Mehr 21 15