22.01.2013 · Den Souverän verwirren: Informieren wollen die Dauerkommentatoren nicht - aber egal, wie sehr sie daneben liegen, sie haben es doch schon vorher gewusst.
Von Jürgen KaubeRichtlinien für Lesermeinungen
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Sehr geehrter Herr Kaube,
ihr Artikel hat mich geradezu genötigt, mich hier anzumelden, um
Ihnen mein Kompliment für diesen treffenden und dazu noch
wundervoll formulierten Artikel zu senden.
Ich bin sonst sparsam damit, aber: Made my day!
Mehr davon, MM
Bravo, Herr Kaube. Sie sprechen wohl vielen aus der Seele.
Allerdings, vielleicht wollten die CDU-Wähler ja einfach nur die
alte Koalition beibehalten, wollten weder Grün noch Rot, und gaben
deshalb der FDP ihre Zweitstimme?
Wie dem auch sei, Sie haben den Unsinn treffend beschrieben.
"Die Linke hat schon immer den Kometenschweif der Misserfolge nach
sich gezogen!" Bei geschichtlicher Nachprüfung stimmt das auf
den Punkt. Bestimmte Wähler haben es, trotz Miterleben, nie
bemerkt, dass kein SPD-Kanzler über die ganze Amtszeit gekommen
ist. Sie sind alle politisch gescheitert. Viele Wahlbürger
glauben, dass mit RotGrün ein paar Sozial-brocken mehr vom
Staatstisch fallen. Nicht mal das stimmt. Niemand hat sozial mehr
gewütet als Schröder und seine Kellner. Dass solch viele
unrichtige Vorstellungen herrschen, mag auch an den Journalisten liegen,
die sich für gut informiert halten. Die größte "Sendeanstalt"
WDR liegt bekanntlich in NRW. Wer herrscht dort? Also, was würden
Sie tun, um den Arbeits-
Platz zu erhalten? Das ist die Schere im Kopf. Abschließend: Wenn
Leihstimmen rechtlich i.O. gehen, gibt es keinen Anlass zur Kritik.
Verfassungsrechtlich bedenkliche Instrumentalisierung des Bundesrates zu Wahlkampfzwecken!
Danke, Herr Kaube!! Die Krise in der Demoskopie müsste mit den
Vorfällen im Vorfeld der Niedersachsen-Wahl und auf dem
CSU-Dreiköngistreffens mit Frau Prof. Renate Köcher genau
beleuchtet werden. Stimmen die Modelle noch? Warum diese
Bundes-FDP-Werte im ZDF-Politbarometer angesichts der Relevanz der Wahl
für die Bundesebene, und dem, was Frau Nahles nach dem Wahlergebnis
öffentlich äussert (vgl. SPD-Homepage). Wir sollten mal
genauer hinsehen, wie das Bundesratsmodell bis in die Grauzone des
rechtlich Erträglichen für den Wahlkampf instrumentalisiert
werden soll Wer will, kann sich bei bpb.de über das
Verfassungsproblem und die Frage der demokratischen Legitimation dieser
Instrumentalisierung informieren.
Meine Forderung ist, dass sich die Medien um dieses Problem
verstärkt kümmern. Herrn Kaubes Beitrag gehört nach vorne
in den Politikteil und von der Sache her aufgebohrt. Und es kann auch
nicht anders sein: Wir leben in einer Demokratie und nicht in einer
Demoskopie.
Glückwunsch!!!
Vor Jahren habe ich mal so ein Wahlstudio mit Herrn Schönenborn gesehen. Man hatte den Eindruck, daß dieser Herr sein aufgeregtes Jonglieren mit Umfragen und Hochrechnungen und seine vorhersehbaren Fragen tatsächlich für Journalismus hält. Es verwundert dann auch nicht, daß er sich für einen unverzichtbaren Grundpfeiler der Demokratie hält und von uns meint, daß wir ihn für unsere Meinungsbildung brauchen. Man könnte ein Computerprogramm schreiben, das je nach Stand der Stimmenauszählung dieselben Sprechblasen anzeigen kann, wenn man es vorher mit den aktuellen Textbausteinen füttert.
Ja, Schafe sind Dumm. Aber was ist mit den Böcken?
Die Wahl in Niedersachsen ist Geschichte.
Nur - bin ich schon seit längerem der Meinung - sollte man
Meinungsforschungsinstitute und die Beschwörer der
Umfrageergebnisse, viel mehr unter die Lupe nehmen.
Hier ist, der Manipulation Tür und Tor offen gestellt.
Wenn Nachrichten der öffentl.-rechtl. Medienanstalt, als erstes,
die allwöchentlichen Umfrage Ergebnisse, präsentieren und
dabei es noch Kommentieren, da fragt man sich schon; Wer oder Was steckt dahinter.
Herzerfrischend und sinnig dieser Kommentar
Und deswegen habe ich mir das Fern-Sehen schon lange abgeschafft.
Dümmer, am Dümmsten, Fernsehen.
werter Herr Kaube. Lohnt sich manchmal doch hier rein zu schauen.