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Virtuelle Affäre Scheidung wegen Second Life

14.11.2008 ·  Ein Paar aus Cornwall hat sich scheiden lassen, weil der Gatte fremdging - und zwar in Person seines Avatars, der angeblich einer Sexbombe im Online-Spiel Second Life verfallen war. Seine Frau will ihn in flagranti erwischt haben - vorm Computer.

Von Michael Hanfeld
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Gerade hatten wir gedacht im Second Life, dem mit Aplomb gestarteten virtuellen Paralleuniversum unserer Zeit, sei nichts mehr los, da zeigt eine Nachricht aus Großbritannien, dass sich doch etwas tut. Ein Paar aus Cornwall nämlich hat sich scheiden lassen, weil der Gatte fremdging - nicht realiter, sondern in Person seines Avatars, der angeblich einer Second-Life-Sexbombe verfallen war.

David Pollard, der sich in der Internetwelt Dave Barmy nennt und dort mit einer veritablen Schwarzenegger-Figur aufwartet, wurde von seiner Frau vor dem Computer, wie es heißt, in flagranti erwischt. Für sie stelle das Techtelmechtel den „endgültigen Betrug“ dar, sagte die betrogene Amy Taylor der britischen Presse. Sie ist selbst mit einem Avatar namens Laura Skye im Second Life als „Club DJ“ unterwegs und hatte dort auch 2003 ihren - echten - Mann in einem Chatroom kennengelernt. Sie heirateten 2005, ganz reell vor dem Standesamt als auch virtuell mit ihren Figuren im Second Life.

Amy Taylor hatte ihren Mann allerdings schon bald in Verdacht, sie heuerte eine Privatdetektivin im Second Life an, die den Gatten umgarnen sollte - da blieb er noch standhaft. Künftig werden sich die geschiedenen Eheleute wohl nur noch im Second Life begegnen.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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