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Urhebervermerk bei Bildern : Die nächste Abmahnwelle?

  • Aktualisiert am

Der Regelstoß ist wieder etwas wahrscheinlicher geworden: Blogger auf einer Konferenz Bild: dpa

Laut einem Urteil des Kölner Landgerichts reicht die übliche Nennung von Urhebern nicht aus, wenn Bilder im Netz verwendet werden. Nutzer und Experten sind entsetzt.

          Im Internet droht eine neue Welle von Abmahnungen: Das Landgericht Köln hat einem Fotografen recht gegeben, der gegen eine Nutzerin klagte, die Bilder von ihm mit einem seines Erachtens unzureichenden Urhebervermerk verwendet hatte. Die Richter urteilten, der Urheber eines Bildes müsse auch dann erkennbar sein, wenn das Bild als einzelne Datei im Browser aufgerufen wird. Das ist bei vielen gängigen Formaten im Internet nicht der Fall.

          Die Lizenzbestimmungen des Bilderdienstes Pixelio, von dem das im Prozess verhandelte Foto stammte, gälten für alle Formen der Verwendung, heißt es in dem Urteil. Der Urhebervermerk auf Websites, die das Bild zeigten, reiche nicht. Der Hinweis müsse mit dem Bild so verbunden sei, dass er auch dann erscheine, wenn nur dieses aufgerufen werde und nicht die Website, in die es eingebunden sei. Das dürfte vor allem Bloggern Probleme bereiten. Der Rechtsanwalt Thomas Schwenke wies darauf hin, dass die Lizenzbedingungen von Pixelio vorgäben, Urheber „in für die jeweilige Verwendung üblicher Weise und, soweit technisch möglich, am Bild selbst oder am Seitenende“ zu nennen.

          Nur „übliche Nutzungshandlungen“

          Zudem widerspreche das Urteil aus Köln einem Urteil des Bundesgerichtshofs, der im Streit um Googles Bildverwendung befunden hatte, Betreiber von Websites hätten nur mit „üblichen Nutzungshandlungen“ zu rechnen – also der Lektüre –, nicht aber mit dem direkten und alleinigen Aufruf eines Bildes. Zusätzlich stelle das Kölner Urteil Nutzer vor ein Dilemma: Kennzeichnen sie das Bild (im oder am Foto) nicht, ist es falsch, bringen sie den Urhebervermerks an, könnte das als Bearbeitung des Bildes gelten, die wiederum per Lizenz untersagt ist.

          Quelle: F.A.Z./stsch

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