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Misshandlung eines Reporters : Verhört und geschlagen

Weiße Flagge hin oder her, nicht für jeden ist „für den Frieden“ die richtige Antwort auf die Frage, für wen man sei. Bild: dpa

„Für den Frieden“ war die falsche Antwort: Ukrainische Separatisten misshandelten einen russischen Reporter, bevor sie ihn am Grenzübergang aussetzten.

          Pawel Kanygin, Korrespondent der russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“, ist im Donbass festgenommen und geschlagen worden, ehe er an einem Grenzübergang zu Russland ausgesetzt wurde. Seine Zeitung veröffentlichte ein Foto Kanygins, das ihn an der Grenze mit einem Bluterguss um das rechte Auge und einem Pflaster über der Braue zeigt. Kanygin sei am Dienstag von der „Staatssicherheit“ der „Donezker Volksrepublik“ festgenommen worden.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Ein Mitglied der „Staatssicherheit“ habe ihn mit einer Pistole bedroht und gefragt, ob er „für sie oder für die ,Ukrop‘“ sei – für die Separatisten ist das russische Wort für Dill ein Schmähwort für ukrainetreue Kräfte. Kanygin habe geantwortet, er sei „für den Frieden“, woraufhin er geschlagen worden sei. Im Verhör habe man ihm vorgeworfen, Drogen vom amerikanischen Außenministerium und der CIA zu bekommen, auch sei Kanygin Blut für einen Drogentest abgenommen worden, der laut „Staatssicherheit“ positiv ausfiel. Zudem habe er keine Akkreditierung der „Volksrepublik“, was ein „Verbrechen“ sei. Am Abend habe man den Reporter zum Grenzübergang gefahren, wo er sich an den russischen Grenzschutz gewendet habe.

          Dmitrij Muratow, Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, die mehrere Mitarbeiter bei Mordanschlägen verloren hat, hatte das russische Außenministerium und die Präsidialverwaltung um Hilfe gebeten. Kanygin hat mit Interviews und Reportagen aus dem Kriegsgebiet Aufsehen erregt, unter anderem mit Gesprächen mit den beiden in der Ostukraine festgenommenen Russen, die nach ukrainischer Darstellung zum russischen Militärgeheimdienst GRU gehören, nach Moskauer Darstellung ehemalige Soldaten sind. Die „Nowaja Gaseta“ brachte am Mittwoch einen Bericht Kanygins über eine erste Demonstration gegen den Krieg in der „Donezker Volksrepublik“. Rund 500 Menschen hätten den Kämpfern zugerufen: „Haut alle ab!“

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