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Spielfilm im Ersten : Sag bloß niemandem, wie du wirklich heißt

  • -Aktualisiert am

Ein junges Paar aus München macht Familienbesuch in Tel Aviv und erlebt sein blaues Wunder: In „Herbe Mischung“ muss Zahra ihre Herkunft vor der Familie ihres jüdischen Freundes verheimlichen. Doch die Mischung misslingt.

          Was es für eine Culture-Clash-Komödie braucht, ist bekannt: zwei Kulturen, jede Menge Klischees, überzeichnete Unterschiede, Missverständnisse zuhauf, die sich irgendwann in Wohlgefallen auflösen. Wie das geht, hat im Kino „My Big Fat Greek Wedding“ in paradigmatischer Weise gezeigt und vielen Nachahmer gefunden, zu denen auch der Fernsehfilm „Herbe Mischung“ zählt. Dessen Titel trifft den Charakter des Stücks ziemlich genau. Es kommt als komödiantische Erzählung daher, will aber auch die Verhärtungen einer Gesellschaft zeigen. Leider gelingt weder das eine noch das andere.

          Der Botaniker Benni (Trystan Pütter) ist Jude, seine Freundin Zahra (Peri Baumeister) Deutsche mit arabischen Wurzeln. In München sorgt das für kein großes Aufhebens, in Tel Aviv schon. Dorthin reisen die beiden zur Beerdigung von Bennis Großvater. So richtig zu trauern scheint dort niemand, weder die stumme Witwe des Verstorbenen (Ruth Geller) noch seine Tochter (Sandra Sadeh).

          Eiertanz um Zahras Wurzeln

          Familie Goldfein ging bis dato davon aus, dass Bennis Freundin Jüdin sei. Auf Araber ist die Familie nicht gut zu sprechen. Und so bittet Benni Zahra, ihre Herkunft (und vor allem ihren Nachnamen Abdullah) zu verschweigen, zwei Tage wollen sie im Land bleiben, da müsse sich das schon machen lassen. Wir ahnen natürlich, dass dem nicht so ist. Dafür wird allein schon die misstrauische Tante Edna (Varda Ben Hur) sorgen, die Zahra hinterherschnüffelt. Vater Ephraim (Doval’e Glickman), der das Haus der Familie zu einer Festung ausgebaut hat, lässt kein gutes Haar an „den Arabern“. Und dann bekreuzigt sich Zahra am Grab des Verstorbenen auch noch. Der Heimatbesuch in Israel gerät für das junge Paar aus München zur Bewährungsprobe.

          Vielleicht könnte der Eiertanz um Zahras Wurzeln tatsächlich unterhaltsam sein, hätte man nicht ständig das Gefühl, es mit einer Kopie von „Meine Braut, ihr Vater und ich“ zu tun zu haben. Dort war der Patriarch, von dessen Segen eine Beziehung und der Familienfrieden abhängen, ein CIA-Agent. Hier ist es ein General a.D. Doch nicht das bereits andernorts angewendete Schema ist der Grund dafür, dass „Herbe Mischung“ eine misslungene Mischung ist. Die Figuren verhalten sich nicht in nachvollziehbarer Weise. Ihre Motive bleiben zu unklar für die Problematisierung, um die es dem Regisseur Dror Zahavi zu tun ist, der sagt, er wolle von „einem Volk im Paranoia-Zustand“ erzählen. Für eine Komödie wiederum ist das viel politischer Ballast - zu viel.

          Das Drehbuch zu „Herbe Mischung“ hat die Deutschägypterin Annabel Wahba gemeinsam mit ihrem Mann Barry Thomson geschrieben. Sie haben ein paar schräge Einfälle wie den Alarm am Flughafen, den Zahra mit ihrem Wecker in Moscheeform auslöst, aus dem es „Allahu akbar“ tönt. Das ist die Überzeichnung einer Situation, die Annabel Wahba selbst erlebt hat. Leider gibt es in dem Film zu wenige wirklich absurde Szenen, und es gibt auch zu wenige, die von der speziellen Perspektive einer jungen Frau zeugen, deren familiärer Hintergrund zwei verschiedenen nationalen Kulturen entstammt, an denen sich eine dritte stößt.

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