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TV-Kritik „Maischberger“ : Ohne Wolfgang Bosbach

  • -Aktualisiert am

Bild: © WDR/Melanie Grande

Eklat bei Sandra Maischberger: Es geht um die Gewalt beim G-20-Gipfel, als der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus Empörung die Sendung verlässt. Das war falsch. Denn so verpasste er den politischen Bankrott der radikalen Linken.

          Immerhin blieb Franz-Josef Strauß sitzen. Aber in der „Elefantenrunde“ vor der Bundestagswahl des Jahres 1987 begann die Karriere einer Frau von den Grünen, ihr Name: Jutta von Ditfurth. Sie vermochte es, den damaligen CSU-Vorsitzenden mit ihrem rhetorischen Geschick bis an den Rand der Weißglut zu provozieren. Mittlerweile hat Frau Ditfurth das „von“ in ihrem Namen gestrichen und politisch mit ihrer früheren Partei gebrochen. Doch ein gewisses rhetorisches Talent ist ihr geblieben.

          Und im Gegensatz zu Strauß hat in der gestrigen Sendung von Sandra Maischberger der ansonsten eigentlich recht gelassene CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ihretwegen die Sendung verlassen. Es ging um ihre Bemerkungen an die Adresse des Hamburger Polizisten und Bürgerschaftsabgeordneten Joachim Lenders (CDU).

          Frau Ditfurth meinte nach dem Abgang von Bosbach, er solle sich nicht so „mimosenhaft“ anstellen. Damit hatte sie recht. Es gab wirklich keinen Grund zu gehen, außer wenn man sich den politischen Bankrott der radikalen Linken nicht mehr anhören wollte. Die frühere Grünen-Spitzenpolitikerin machte jenen Zynismus deutlich, der ihr heutiges Denken prägt. So kritisierte sie vehement den Polizeieinsatz in Hamburg, um aber gleichzeitig die Gewaltbereitschaft der Linksradikalen als ein legitimes politisches Mittel zu verteidigen.

          Nur gab es in Hamburg keinen einzigen Versuch des Staates, den friedlichen Protest gegen diesen Gipfel zu verhindern. Das machte niemand anders als Jan van Aken deutlich. Der Bundestagsabgeordnete (Linke) hat die samstägliche Großdemonstration „mit sechsundsiebzigtausend Teilnehmern organisiert“, sagte van Aken mit erkennbaren Stolz auf den friedlichen Verlauf. Das hatte offensichtlich nur eine Voraussetzung: Die Bereitschaft der Demonstrationsteilnehmer zum friedlichen Protest. Von Schikanen oder Provokationen der Polizei hatte er nichts zu berichten. Wenn aber diese friedliche Demonstration möglich war, bleibt halt von den alten Klageliedern der Linksradikalen über „Polizeigewalt“ wenig übrig.

          Sicherlich kann man trotzdem über die Polizeitaktik diskutieren, allerdings nur unter einer Voraussetzung. Wie geht eine Polizei im Rechtsstaat mit der in Hamburg erlebten Gewaltbereitschaft um? Van Aken erklärte sich dafür als unzuständig. Schließlich könnte er nichts dafür, wenn „ein Irrer die Scheiben einer Bank einschlägt.“

          Tarnung und Täuschung

          Nur haben wir es ja auch nicht mit der Pathologie irrer Einzeltäter zu tun, sondern mit politisch motivierter, organisierter Gewalt. Davon wollte van Aken nichts wissen, obwohl es außer ihm natürlich jeder weiß. Diese These der „irren Einzeltäter“ wird ansonsten übrigens peinlicherweise gerne von konservativen Politikern zur Erklärung des Rechtsterrorismus verwendet. In gleicher Weise wusste Frau Ditfurth zu überzeugen. Sie kritisierte etwa das polizeiliche Handeln bei der „Welcome to hell“-Demonstration von Donnerstag. Das kann sie machen. Die Polizei ist für jeden klugen Ratschlag bestimmt dankbar. Nur wären von der „Polizeigewalt“ spontan radikalisierte Idealisten nicht in der Lage, so systematisch vorzugehen wie die Linksradikalen am nächsten Tag.

          Dabei war in der vor „Maischberger“ gezeigten ARD-Reportage über den G-20-Gipfel für jeden erkennbar, was in Hamburg passiert war. Für die Linksradikalen war Tarnung und Täuschung das zentrale Element ihrer „militant“ genannten Aktionen. So konnten sie in der Masse der unbeteiligten Demonstranten und Zuschauer verschwinden, um später wieder loszuschlagen. Sie benutzten damit deren Deckung für ihre kriminellen Handlungen. Es gibt in einer solchen Situation wohl nur eine sinnvolle Polizeitaktik: Die Aufforderung an die unbeteiligten Demonstranten und Zuschauer, sich zu entfernen. Das geschah übrigens auch, allerdings zumeist ohne größere Resonanz.

          Stattdessen hagelte es Kritik an dem Handlungen der Polizei, die anschließend nur noch eine Alternative hatte: Entweder der kriminellen Gewalt zu weichen, oder tatsächlich nicht mehr zwischen Tätern und Unbeteiligten unterscheiden zu können. Von den Kritikern des Polizeieinsatzes war dazu auch gestern Abend nichts zu hören. Sie forderten von der Polizei stattdessen Deeskalation.

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