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TV-Kritik: „Maybrit Illner“ : Machtlosigkeit der Lehrer gegen das „Alphatier-Gehabe“

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Maybrit Illner und ihre Gäste Bild: ZDF

Der Zustand unserer Schulen ist erbärmlich, zeigte die gestrige Illner-Sendung. Weder linke Multikulturalisten noch rechte Identitätsapostel haben eine Lösung dafür parat.

          Es gibt nichts, wofür die Schule nicht zuständig ist. Sie soll etwa auf das Ernährungsverhalten Einfluss nehmen, um die Fettleibigkeit zu bekämpfen. Oder über die Grundprinzipien unserer Wirtschaftsverfassung informieren. Eine moderne Sexualpädagogik gehört natürlich auch dazu. Gleichzeitig soll sie noch über die Mediennutzung im Zeitalter der Digitalisierung oder die historische Verantwortung Deutschlands aufklären. Das ist nur ein kleiner Überblick der sogenannten Herausforderungen, die Schulen jeden Tag zu bewältigen haben. Den Lesern werden sicherlich noch weitere einfallen, außer eine: die Armee in der Tradition des preußischen Militarismus als die „Schule der Nation“ zu verstehen. Da war es gestern Abend fast schon ein Akt der Aufklärung, wenn die Pädagogin Ingrid Freimuth die eigentliche Herausforderung der Schulen schilderte. Nämlich in manchen Schulklassen erst einmal eine Situation herzustellen, wo Lernen überhaupt noch möglich ist. Insofern wäre die gegenwärtige Bundeswehr fast schon wieder als Vorbild zu verstehen: die „Schulen der Nation“ sind in einer desolaten Verfassung. Nur müssen sich die allgemeinbildenden Schulen immerhin nicht über die Einsatzfähigkeit ihrer Panzer und Hubschrauber sorgen. Dafür ist die Friedenserziehung ein weiteres Thema, das in keiner Schule fehlen darf.

          Vom Kleinkriminellen zum Einser-Abiturienten

          Frau Illner beschäftigte sich mit der Machtlosigkeit der Schule angesichts von "Armut, Gewalt und Ausgrenzung.“ In der Sendung wurde allerdings jener Grundwiderspruch nicht deutlich, der jede Bildungsdebatte in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hatte. Nämlich die Schulen mit gesellschaftspolitischen Aufgaben zu betrauen, wo am Ende jeder Interessent seine politischen Präferenzen im Lehrplan unterzubringen versucht. Die Schulen gelten heute als der wichtigste Adressat für politisches Handeln. So verwies die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auf die fehlende Erziehungskompetenz in Elternhäusern, die Schulen kompensieren müssten. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf die Bedeutung der Religionsfreiheit, die im Freistaat eine zentrale Rolle in der schulischen Erziehung hat. Der Psychologe Ahmad Mansour will außerdem Lehrer in die Lage versetzen, kompetent mit dem grassierenden Antisemitismus unter muslimischen Schülern umzugehen.

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