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Veröffentlicht: 17.12.2014, 09:53 Uhr

Nach Hackerangriff Terror-Drohung gegen Sony-Film „The Interview“

Nach Terror-Drohungen sagt Sony die New Yorker Premiere von „The Interview“ ab. Jetzt sollen die Kinos selbst entscheiden, ob sie den umstrittenen Film zeigen. Unterdessen klagen ehemalige Mitarbeiter gegen den Konzern.

von Felix-Emeric Tota
© Reuters Umstritten: Sony überlässt nach Terrordrohungen den Kinos die Entscheidung, ob sie den Film „The Interview“ zeigen oder nicht

Nach Terror-Drohungen gegen Vorführungen des umstrittenen Films „The Interview“ hat das Filmstudio Sony Pictures die für den 18. Dezember 2014 angesetzte Premiere im New York Sunshine Cinema abgesagt. Die Hackergruppe Guardian of Peace deuteten in ihren Drohungen ähnlich starke Anschläge wie die vom 11. September 2001 an. Der Film könnte zum „bitteren Verhängnis“ werden und die Welt in Angst und Schrecken versetzen, schrieben sie. Kinos werden in Amerika oft innerhalb oder in der Nähe von Shopping Malls betrieben. „Wir empfehlen Ihnen, sich zu dieser Zeit von diesen Orten zu entfernen“, schrieben die Hacker in ihren Drohungen: „Sollten sie in der Gegend wohnen, sollten sie sie verlassen “

Sony Pictures plant weiterhin den Film zu veröffentlichen, überlässt einem Medienbericht zufolge aber den einzelnen Kinos die Entscheidung, ob sie den Streifen zeigen wollen. Das sei ein beispielloses Vorgehen für Hollywood, wo die Spielpläne normalerweise Monate im Voraus feststünden, schrieb das „Wall Street Journal“ am Mittwoch.

Das Branchenblatt der amerikanischen Unterhaltungsindustrie „Variety“ zitiert Tom Stephenson, CEO der Kinokette Look Cinemas zu seinem Vorhaben:  „Falls sie ihn veröffentlichen, werden wir ihn zeigen. Sony hat ein Recht darauf, diesen Film zu machen, wir haben ein Recht darauf, ihn zu zeigen, und Zensur ist überhaupt eine schlimme Sache.“ Die viertgrößte amerikanische Kinokette, Carmike Cinemas, indes hat nach Informationen des „Wall Street Journal“ beschlossen, den Film nicht ins Programm aufzunehmen.

Filmschaffende wie der Regisseur Judd Apatow zeigten öffentlich ihre Solidarität.

„The Interview“ soll am 25. Dezember in den Vereinigten Staaten starten. In dem Film bekommen zwei amerikanische Journalisten, gespielt von Seth Rogen und James Franco, den Auftrag, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un bei einer Interview-Gelegenheit zu töten. Die Drohungen rund um den Film stammen mutmaßlich von denselben Personen, die Ende November die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen hatten.

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Die Hacker hatten Tausende interne Dokumente kopiert die Unterlagen zum Teil im Internet veröffentlicht. Darunter sind brisante Details wie interne E-Mails und persönliche Daten von Filmstars. Spekulationen zufolge hängt der Cyber-Angriff mit dem Film über Nordkorea zusammen.

Am Dienstag haben zwei ehemalige Mitarbeiter Sonys eine Sammelklage vor Gericht gegen das Studio in Los Angeles eingereicht. Sony Pictures soll das Firmen-Netzwerk zu nachlässig gesichert haben, von ihren inadäquaten Vorkehrungen in Kenntnis gewesen sein und somit seine Mitarbeiter durch die Hackangriffe in einen „Albtraum“ gestürzt haben, „der besser in einen Kino-Thriller reinpasst als in das echte Leben“. Einem der ehemaligen Angestellten und Kläger zufolge hätte Sony eine Geschäftsentscheidung getroffen und die Risiken, gehackt zu werden, dabei in Kauf genommen.

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