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FAZ.NET-Tatortsicherung : Wie stark ist die italienische Mafia in Deutschland?

  • -Aktualisiert am

Sein letzter Fall: Kopper (Andreas Hoppe) in gefährlicher Nähe zu Sandro (Michele Cuciuffo) Bild: SWR/Roland Suso Richter

Gibt es zwischen Sizilien und Mannheim tatsächlich eine Todesstraße, wie im neuen „Tatort“ dargestellt? Wir haben Experten gefragt, ob die Mafia in Deutschland noch immer unterschätzt wird.

          Kopper (Andreas Hoppe) trifft beim Orangenkaufen zufällig seinen Jugendfreund Sandro (Michele Cuciuffo) wieder. Die Freude über das Wiedersehen ist groß. Die beiden gehen auf einen Grappa in eine Bar. Doch dann taucht plötzlich ein italienischer Junge auf, der Sandro erschießen will. Kopper schießt zuerst und flieht mit Sandro.

          Schnell stellt sich heraus, dass Sandro zur Stidda gehört, einer italienischen Mafiagruppierung, die in Ludwigshafen sehr aktiv ist. Sandro will aussteigen, möchte Zeugenschutz. Dafür bietet er eine Aussage an, die Kopper auf Video aufnehmen soll. Die Killer der Stidda sind den beiden allerdings dicht auf den Fersen.

          Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) wundert sich unterdessen nur über das seltsame Verhalten ihres langjährigen Kollegen. Erst spät kommt sie Kopper und Sandro auf die Spur.

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          Frage 1: Kettenrauchen in der Zelle und Schmuggel von draußen nach drinnen: Geht es in deutschen Gefängnissen wirklich so zu, wie in Gangsterfilmen?

          Kronzeuge Russo (Victor Calero) im Gespräch mit dem italienischen Staatsanwalt Di Noto (Paolo Sassanelli).
          Kronzeuge Russo (Victor Calero) im Gespräch mit dem italienischen Staatsanwalt Di Noto (Paolo Sassanelli). : Bild: SWR/Roland Suso Richter

          Antwort von Angelika Feils (Sprecherin Justizministerium Rheinland-Pfalz):

          Wir haben ein Nichtraucherschutzgesetz und das gilt grundsätzlich auch in der JVA. Das Rauchen in der eigenen Gefängniszelle ist für einen allein untergebrachten Häftling abweichend davon regelmäßig erlaubt, weil das quasi – soweit im Justizvollzug möglich - sein persönlicher Bereich ist. Ansonsten gilt, dass Drogen und Alkohol nicht erlaubt sind, genauso wenig wie Handys. Auch Computer sind nicht allgemein zugänglich. Auch wenn es mitunter einmal vorkommt, dass unerlaubt Dinge in die JVA geschmuggelt werden, ist es regelmäßig nicht so einfach, wie das in Filmen häufig dargestellt wird. Der rheinland-pfälzische Justizvollzug hat ein engmaschiges Sicherheitsnetz, das derartigen Geschehnissen gezielt entgegenwirkt. Soweit ein unerlaubter Austausch von Gegenständen, Informationen oder ähnlichem versucht wird oder ausnahmsweise stattgefunden hat, sind sofort die notwendigen und passenden Maßnahmen zu veranlassen. Das kann je nach Anlass eine disziplinarische Maßnahme sein, aber unter Umständen auch bedeuten, dass betreffende Gefangene getrennt oder in eine andere Einrichtung verlegt werden. 

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          Frage 2: Wie aktiv ist die italienische Mafia in der Rhein-Neckar-Region?

          EU-Kommissar Joseph Sattler (Peter Sattmann, mit Brille) speist mit Antonino Primavera (Ciro de Chiara, rechts), bei dem die Polizei Kontakte zur sizilianischen Mafia vermutet.
          EU-Kommissar Joseph Sattler (Peter Sattmann, mit Brille) speist mit Antonino Primavera (Ciro de Chiara, rechts), bei dem die Polizei Kontakte zur sizilianischen Mafia vermutet. : Bild: SWR/Roland Suso Richter

          Antwort von Petra Reski (Journalistin, Autorin des Buchs „Von Kamen nach Corleone - Die Mafia in Deutschland“):

          Sie ist höchst aktiv, seitdem sich sizilianische Clans aus der Provinz Agrigent im Gefolge der Gastarbeiter vor Jahrzehnten in Städten wie Mannheim oder Pforzheim niederließen. Die Clans, die sich in Mannheim niedergelassen haben, gehören zur „Stidda“, einer Abspaltung von der sizilianischen Cosa Nostra, die ihre materielle Stärke vor allem aus ihren Geschäften in Deutschland zog, also aus Gastronomie, Drogen- und Waffenhandel, später auch aus weiteren Geschäftsfeldern wie dem Baugewerbe und dem Immobilienhandel. Die Clans der Stidda kamen aus der Gegend des sizilianischen Palma di Montechiaro in den Mannheimer Stadtteil Jungbusch - wo Anfang der 1990er Jahre auch blutige Bandenkriege ausgetragen wurden.

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