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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Tatort: Schmuggler“ im Ersten Und das soll Ihre Waffe sein?

 ·  Es gibt moralische Bedenken angesichts der materiellen Zuwendungen für Kommissar Perlmann, weshalb man auch beim „Tatort“ vom Bodensee sofort an Christian Wulff denken muss.

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Lisa Sontheim
Lisa Sontheim (lisa.s) - 31.01.2012 20:12 Uhr

Clichée

Es stimmt nicht, dass nur ältere Leute den Tatort sehen. Ich bin eine 21jährige Studentin und sehe mir regelmäßig mit Freunden den Tatort an, da er auch immer besser und besser wird. In größeren Städten gibt es "Tatort-Kinos", wo man sich Sonntags trifft und sich kollektiv (gratis) die neueste Sendung ansieht, dort ist es immer gestopft voll mit Studenten.

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Rainer Uhnsin

Bodensee-Tatort

Die Tatorte der letzten Wochen waren sensationell fad und 0815 - ein Mord in der ersten Minute, danach 88 Minuten Frage-Antwort-Quiz zwischen Kommissaren, Verdächtigen und Zeugen, und am Ende eine Minute Schlussgag. Entweder habe ich nach wenigen Minuten abgeschaltet, wohl wissend, wie die Massenkrimiware weitergeht, oder ich habe die Beschreibung im Programm gelesen, mir "laaangweilig" gedacht, und gleich was anderes gemacht.

Der Bodensee-Tatort vom Sonntag hielt mich im Gegensatz dazu im Sessel, mögen es die tangierten Themen gewesen sein, der weder fehlende noch überstrapazierte Humor, der Verzicht auf Hipness, ich kann es gar nicht genau sagen. Aber die Bodensee-Kriminalisten stehen auf jeden Fall auf meiner kurzen Sonntag-20-Uhr-15-Vormerkliste, die sie sich mit dem Tatort Münster und (noch) Hamburg, und dem Polizeiruf München teilen.

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Wolfgang Kusior

Schlampig gemacht

Mal davon abgesehen, dass der Tatort aus Konstanz sich - wie der Tatort so oft - im Bereich von Klischees bewegte, war er einfach schlampig und unrealistisch gemacht. Das Verhalten der neuen Assistentin war absurd und unrealistisch (so verhält sich kein neuer Kollege), der steuerhinterziehende Abgeordnete hat dank Gewaltenteilung nichs im Bereich der Exekutive zu suchen, Fenster, die nur 2 mal jährlich geputzt werden, sind im Bürobereich normal und nicht völlig verdreckt, Beamte erhalten keine Abmahnungen sondern Disziplinarverfahren, Banken geben i.d.R. auch Darlehen von Beamten (denn die haben auch bei geringem Einkommen ihre Dienstbezüge als Sicherheit) nicht mal so eben an ein dubioses Inkasso-Unternehmen. Insgesamt zeichnet gerade die sozialromantischen Tatortausgaben fehlende Kenntnis der gesellschaftlichen Wirklichkeit aus. Dann doch lieber die Prise Absurdität, die als Ironie erkennbar ist, wie im Münsteraner Tatort. Aber das war bestenfalls gut gemeint...

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Alex Zunker
Alex Zunker (zunker) - 30.01.2012 07:51 Uhr

Ich bin verstört.

Der gestrige Tatort ergibt überhaupt keinen Sinn. Dass der Oberzöllner Dreck am Stecken hat, war mir schon nach wenigen Minuten klar. Dass diese Politheini Steuerhinterziehung betreibt und dem Schweizer Banker das Alibi liefert, war auch fünf Minuten vorher vorherzusehen. Was mich aber am meisten verstört, ist die Täterin. Kollegen versehentlich erscheißen und noch Geld erpressen, gleichzeitig aber Angst vor der Bestechung haben... das passt doch nicht.

Der Konstanzer Tatort ist einer der schwächeren.

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Klaus Seilberger

Hölzerne Weltveränderungs-Dialoge im Tatort

Auch aus diesem Konstanzer Tatort - wie bei so vielen in der jüngeren Vergangenheit - trieft fingerdicke politische Korrektheit. Über weite Strecken hat man den Eindruck, ver.di habe das Drehbuch geschrieben oder zumindestens die Handlung bestimmt.

Ich habe mich inzwischen mit den hölzernen Weltveränderungs-Dialogen weitgehend abgefunden, wenn insgesamt noch ein halbwegs unterhaltender Krimi dabei herauskommt. Schließlich erwarten einen ja auf anderen Kanälen oft auch nichts Besseres.

Und vielleicht - aber jetzt mach' ich nur Spaß - entdecken die Tatort-Verantwortlichen ja auch mal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Selbstbedienung und Korruption auf Kosten der Zwangsbeitragszahler.

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Tessa Michel

Eva Mattes

Hatte Mitte Januar das Vergnügen, die etablierte Theaterschauspielerin Eva Mattes in Köln aus ihrer Biografie lesen zu hören und zu sehen. Die Reihe"Tatort" ist der erste "Mainstream",den Frau Mattes "macht" und ich finde es gut, dass in einem Tatort nicht immer die "wilde action"im Vordergrund steht.Freue mich auf "Klara Blum und Perlmann".

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Andreas Schultz

Darum ist der Tatort so beliebt.

Lieber Herr Hanfeld,

weil der Tatort so ist wie Sie ihn beschreiben, ist er eben so beliebt. Es wäre schade, wenn sich von den Jüngeren tatsächlich keiner mehr auf die öffentlich rechtlichen Sender einlassen würde. Die verschiedenen Tatort-Teams mit immer anderen Regisseuren und Autoren haben in all den Jahren den Reiz behalten wenn nicht sogar erhöht. Denken Sie nur an die Folgen, die Mankell geschrieben hat. Wenn Sie glauben, dass dies nur für das reifere Publikum interessant ist, so jung sind Sie ja auch nicht mehr, fände ich das immer noch kein Manko. Es können eben nicht alle Sendungen für 20-jährige gemacht sein. Und wer lieber "holt mich hier raus" sehen möchte, kann das ja tun.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.01.2012 07:45 Uhr
Alex Zunker
Alex Zunker (zunker) - 30.01.2012 07:45 Uhr

Mankell

Mankell hat ein paar Drehbücher für den Kieler Tatort geliefert. Das waren die schwächeren Folgen.

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Harald Unger

Der Deutsche/Schwedische Krimi:

als ob es nur noch ein Drehbuch gäbe, dessen ewig gleiches Szenen-Pflichtenheft routiniert, stets in Reihenfolge und Ausstattung etwas variiert, abgearbeitet wird.

Undenkbar, heute so etwas wie einige (nicht alle) der frühen Schimi-Tatorte z.B. "Kielwasser" oder "Ruhrort" gezeigt zu bekommen. Wobei sich der Eindruck aufdrängt, daß da allein schon Kurt Beck davor ist, uns ÖRR Untertanen diesen pc-triefenden, impertinent 'menschelnden' Einheitsbrei (inkl. Wimmermusiksoße) alternativlos zu servieren.

Dabei gibt es gute Deutsche Krimis. "Die innere Sicherheit" oder "12 Winter" sind Beispiele, wie spannende, kritische und atmosphärisch stimmige Filme gehen können.

Stattdessen wird der Zuschauer für unreif gehalten, weshalb er vor allem 'emotional', d.h. pilchermäßig anzusprechen ist – arbeitet das Ermitter-Duo holzschnittartig die jeweiligen, boulevardmäßigen Pro- und Contra korrekt ab - werden die wirklichen Sauereien im Land mal überhaupt nicht mehr thematisiert.

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Bjorn Kulms
Bjorn Kulms (bgks) - 29.01.2012 17:26 Uhr

Sonntags 20:00 Karambolage, 20:15 Tatort

Leider nicht mehr, weil Karambolage auf 19:30 vorgezogen wurde.

Dafür bleibt die Welt heil: solange der Mediathek-Stream Tatort abends schon angefordert worden war, vereitelt nächsten mittens die Jugendschutzsperre nicht, nachschlaflich den Täter doch noch zu ermitteln. So läßt sich auch zuverlässig vermeiden, im Talk-Getöse wiederaufzuwachen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.01.2012 07:54 Uhr
Alex Zunker
Alex Zunker (zunker) - 30.01.2012 07:54 Uhr

So war mein Sonntagabend auch immer.

Jetzt verpasse ich Karambolage meistens, weil die neue Sendezeit so ungewohnt ist.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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