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Talkmaster gesucht! : Helmut Markwort geht nicht zu Sat.1

„Was erlauben Markwort!?” wird es definitiv nicht geben. Das erlaubt der Bayerische Rundfunk nicht Bild: picture alliance / dpa

Eigentlich sollte der „Focus“-Herausgeber die Nachfolgesendung des „Talk im Turm“ übernehmen. Doch jetzt hat der BR den Plan vereitelt. Was Günther Jauch darf - bei privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern gleichzeitig auftreten -, dürfen andere noch lange nicht.

          Die ARD hat vom kommenden Herbst an eindeutig zu viele Talkmaster. An fünf Abenden hintereinander gibt es dann Rederunden im Ersten. Dass das nicht lange gut gehen kann, darüber täuscht auch nicht die jüngste Meldung der Programmdirektion nicht hinweg, der zufolge sämtliche Talkshows mehr Zuschauer denn je vor dem Bildschirm versammelten und Talk einfach „in“ sei.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Sollte dem doch so sein, könnte Sat.1 gerade eine Chance verpassen. Nach langer Planung sollte dort nämlich vom nächsten Frühjahr an eine Nachfolgesendung des legendären „Talk im Turm“ laufen, wahrscheinlich sonntags in Konkurrenz zu Günther Jauch im Ersten. Es gab einen Wettstreit mit drei Wettbewerbern, einer gewann und kann nun doch nicht kommen. Der „Focus“-Herausgeber Helmut Markwort hätte es machen sollen, doch er kann nicht, weil der Bayerische Rundfunk ältere Rechte an ihm hat. Er muss am Stammtisch bleiben.

          Gegen Kilz und Schumacher hatte Markwort gewonnen

          Markwort war nach Informationen von FAZ.NET der Gastgeber der Wahl der geplanten Talkshow von Sat.1. Mit seiner Produktionsfirma Focus TV hatte er den Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, Hans Werner Kilz, ausgestochen, den die Produktionsfirma Cinecentrum aufgeboten hatte. Kilz war den Programmverantwortlichen von Pro Sieben Sat.1 angeblich „zu öffentlich-rechtlich“. Der zweite Mann im Ring war der für seine Schlagfertigkeit berühmte Hajo Schumacher, mit dem N 24 eine Pilotsendung erstellt hatte. Doch fiel die Wahl auf Markwort.

          Hans Werner Kilz: „zu öffentlich-rechtlich”

          Es schien alles perfekt, da intervenierte der Bayerische Rundfunk, in dessen drittem Fernsehprogramm Markwort seit Jahr und Tag den politischen „Sonntags-Stammtisch“ bestreitet. Wie FAZ.NET aus Senderkreisen erfuhr, war man nicht darüber amüsiert, dass Markwort sowohl beim öffentlich-rechtlichen wie beim privaten Fernsehen verpflichtet gewesen wäre.

          Wenn drei zur Wahl stehen, freut sich der Vierte

          Was der Norddeutsche Rundfunk Günther Jauch zugestehe - der vom kommenden Herbst an im ersten Programm und bei RTL auftaucht und vom NDR in der ARD betreut wird -, gelte in München noch lange nicht. Und da sich Markwort dem BR offenbar verbunden fühlt und es noch laufende Verträge gibt, muss Pro Sieben Sat.1 sich nun nach einem neuen Talkmaster umsehen. Ob einer der beiden unterlegenen Bewerber zum Zug kommt?

          Im Gespräch ist nach Informationen von FAZ.NET nun der Springer-Mann Claus Strunz, Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“. Er hatte bis Sommer dieses Jahres die Talkshow „Was erlauben Strunz!?“ bei N24. Ein „Was erlauben Markwort!?“ wird es definitiv nicht geben. Das erlaubt der Bayerische Rundfunk nicht.

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