http://www.faz.net/-gqz-72rlu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 11.09.2012, 16:40 Uhr

„Tagesschau“-Melodie in Gefahr? Ta-ta, ta ta ta taaa

Zahlreiche Medienticker der Republik wittern Gefahr. Will die ARD die Erkennungsmelodie der „Tagesschau“ abschaffen? Ein Anruf in Hamburg sorgt für etwas Entspannung.

von
© dpa Zwar ist die kostenlose „Tagesschau“-App zwischen der ARD und Zeitungsverlegern nach wie umstritten. An der Melodie, die sie hören lässt, will im Grunde aber niemand etwas ändern.

Wenn die Macher der „Tagesschau“ sich der Bedeutung ihrer Nachrichtensendung vergewissern wollen, müssen sie nur eine Kleinigkeit ändern und - auf die Reaktion warten. Eine Bearbeitung der Erkennungsmelodie zum Beispiel reicht, um den Medienticker schrillen zu lassen.

Michael Hanfeld Folgen:

Die „Tagesschau“ mit einer neuen Fanfare? Kein „Ta-ta, ta ta ta taaa“ mehr? Das suggeriert die „Bild“-Zeitung vom 11. September (“ARD entsorgt die ,Tagesschau’-Melodie“) und trifft den Ton nicht ganz, wenn man Kai Gniffke, dem Redaktionschef von „ARD aktuell“, glaubt. Demzufolge wird die Melodie nicht entsorgt, sondern aufgehübscht beziehungsweise verändert, „wie zuletzt in den Jahren 2005, 1997 und 1994“. Dabei blieben die Grundelemente der Melodie erhalten, „die sie so unverwechselbar machen“.

Mehr zum Thema

Die Bearbeitung leiste der Komponist Henning Lohner, der für die Firma Remote Control des Oscar-Preisträgers Hans Zimmer wirkt. Und die Melodieführung wird auch nicht die einzige Neuerung bei der „Tagesschau“ sein, zum Jahresende soll ein komplett neues Design fertig sein, an dem bei „ARD aktuell“ seit langem gearbeitet wird - man will die Fehler, die sich die ZDF-Kollegen bei der technisch zunächst verunglückten Umstellung des „heute journals“ geleistet haben, vermeiden.

In den Grundtönen besteht das „Ta-ta, ta ta ta taaa“ der „Tagesschau“ übrigens schon seit 1956 und entstammt der Komposition „Hammond-Fantasie“ des Filmmusikers Hans Carste. Damals wurde die Melodie tatsächlich von Grund auf verändert, wie man im Internet nachhören kann. Die Ursprungsmelodie von 1952 dürfte kaum noch jemand in den Ohren haben.

Glosse

Klingt nach Rohrkrepierer

Von Edo Reents

Männer in der Bredouille können sich in ihrer Zeitbewirtschaftung nicht die geringste Nachlässigkeit leisten. Warum nur hat sich Martin Schulz im SPD-Papier „Mehr Zeit für Gerechtigkeit“ das Wort im Titel umdrehen lassen? Mehr 10 40

Zur Homepage