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Objektive Suchergebnisse? : Google besteht den Filtertest

  • -Aktualisiert am

Google will mit KI-Technologie sorgsam umgehen. Bild: Reuters

Googles Suchergebnisse produzieren doch keine „Filterblasen“. Oder nur ganz kleine. Das behauptet zumindest eine Stichproben-Studie der bayerischen Landesmedienanstalt zur Bundestagswahl.

          Mehr als ein halbes Jahrzehnt ist es her, da veröffentlichte Eli Pariser sein Buch „Filter Bubble“. Darin kritisierte er die Macht der Algorithmen der Suchmaschinen und Internetplattformen, allen voran Google, aufs schärfste. Indem Unternehmen wie Google Daten darüber sammelten, wofür sich ihre Nutzer interessierten, und auf Grundlage dieser Erhebungen weitere Anfragen personalisiert beantworteten, so Pariser, beschnitten sie die Selbstbestimmung der Menschen. Google biete den Menschen nicht einfach Zugang zu digital gespeichertem universalen Wissen, sondern spalte die Gesellschaft, indem es für jeden Menschen eine andere Internet-Realität schaffe.

          Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat diese These nun mit Blick auf die vergangene Bundestagswahl überprüft. In den fünf Wochen vor den Wahlen sammelte die Landesmedienanstalt im Rahmen des Forschungsprojekts „#Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017“ Suchergebnisse von mehr als 1500 Freiwilligen, welche mit verschiedenen Anfragen an Google betraut wurden. Ein knappes Jahr später hat die BLM die Befunde ausgewertet. Das Ergebnis lautet: Eli Parisers These lässt sich an diesem Beispiel nicht bestätigen.

          Während die Suche nach prominenten Politikern mit nur ein bis zwei Abweichungen in neun Suchanfragen eine „sehr hohe“ Ähnlichkeit aufweise, seien die Suchergebnisse für Parteien mit drei bis vier Abweichungen pro neun Suchanfragen etwas ausgeprägter gewesen. Dies beruhe auf dem Regionalbezug, den Google bekanntermaßen bei den Antworten auf Anfragen einfließen lasse. So werden beispielsweise regionale Vereine, genauso wie politische Ortsverbände bei Anfragen aus der Region eher zuerst gelistet. Berücksichtige man diese Regionalisierung von Google, so sei die Abweichung der Suchanfragen zu Politikern und Parteien identisch. Für die elf bis 22 Prozent der Fälle, in denen die Ergebnisse der Anfragen themenübergreifend abwichen, sieht die BLM unterschiedliche Gründe. So spiele die Spracheneinstellung eine Rolle, genauso wie der Standort, der über die IP-Adresse ermittelt werde, als auch die sich verändernde Relevanz der gesuchten Internetseiten.

          So gelangt die Landesmedienanstalt zu der Auffassung, dass es nur „wenige Anzeichen“ für die von Eli Pariser beschriebene personalisierte „Filter Bubble“ gebe. Es zeige sich zudem, dass sich die Wirkungsweise von Googles Algorithmen durchaus kontrollieren lasse.

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