Hätte man vor ein paar Wochen in Deutschland gefragt, wer Fußball-Europameister wird, hätte die Mehrheit vielleicht auf die eigene Nationalmannschaft getippt - nach dem lässigen drei zu null gegen die Niederlande. Die letzten Vorbereitungsspiele aber geben eher Anlass zur Demut. Diese pflegen die Spanier, obwohl sie die großen Favoriten sind. Die Italiener nehmen die sich häufenden bösen Omen als Ansporn, die Engländer üben sich in Zweckpessimismus, die Franzosen trauen sich mehr zu, als man denken sollte, und auch die Russen rechnen sich durchaus Chancen aus. Nur die Dänen und Schweden bleiben kühl bis zuletzt. So schildern unsere Korrespondenten die Stimmungslage vor dem Anstoß zur Euro 2012.
ENGLAND
Diesmal gehen die Elfmeter rein
Dass der Sender ITV mit dem shakespeareschen Spruch „Woraus Träume gemacht sind“ für seine Euro-Berichterstattung wirbt, passt: Die englischen Fans räumen ihrer Mannschaft wenig Chancen ein - angesichts Trainerwechsel, Verletzungen, Rooneys Sperre für zwei Spiele und dem Verzicht auf Rio Ferdinand ist das kein Wunder. In einer Reihe von Fernsehspots mit manipulierten Ausschnitten aus früheren Spielen wird die Fußballgeschichte jedenfalls umgeschrieben.
Schmerzliche Niederlagen, die ins nationale Bewusstsein eingeätzt sind, verwandeln sich in Sternstunden: Maradonas „Hand Gottes“, die England 1986 um den Weltmeistertitel brachte, wird mit einer Roten Karte bestraft, England bleibt die Demütigung von Italia 1990 erspart und kehrt siegreich zurück, der schwedische Mittelfeldspieler Tomas Brolin schießt bei der Euro 1992 nicht das Tor, das Englands Schicksal in der 83. Minute besiegelt, und Gareth Southgate verwandelt den Elfmeter im Halbfinale gegen Deutschland bei der Euro 1996.
Wie es diesmal wirklich ausgehen wird, zeigen die BBC und ITV in einem Wettkampf um die Zuschauer, bei dem das öffentlich-rechtliche Fernsehen aus seinem neuen Medienzentrum in Salford bei Manchester den ehemaligen Nationalspieler Gary Lineker gegen den vor zwei Jahren zu ITV gewechselten Moderator Adrian Chiles ins Feld führt. Beide Sender übertragen das Endspiel live. Ansonsten scheint die BBC mit der Sicherung der Rechte für das erste und vierte Viertelfinalspiel und für beide Halbfinals auf das Fortkommen der Nationalelf zu setzen.
Die flächendeckende Ausstrahlung auf den herkömmlichen Kanälen dürfte den Zulauf in den Bars und Kneipen mit Sky-Lizenz verringern. Eine Kneipe nahe der Paulskathedrale empfängt für die Deutschland-Spiele deutsches Fernsehen. Dort versprechen die Veranstalter das „Public Viewing“-Erlebnis aus der Bundesrepublik nach England zu transportieren, wo sich das Phänomen trotz des englischen Namens nicht durchgesetzt hat. David Beckham gab den England-Fans Mut mit der Äußerung, dass die geringen Erwartungen ein Vorteil sein könnten für die englische Mannschaft, die frei aufspielen könne. Trotz gedämpfter Hoffnungen: Es wird geträumt. (Gina Thomas)
Italien
Wetten werden noch angenommen
Sehr viel schlimmer hätte es bei der Vorbereitung zur Europameisterschaft nicht kommen können. Bei einem normalen Turnier wäre eine hartnäckige Wadenzerrung, die Defensivspezialist Barzagli erlitt, gewiss eine Schreckensmeldung wert gewesen. Doch nach den schlimmeren Katastrophen der Vortage landete die Nachricht im Kleingedruckten. Eine sehr viel höhere Gewalt als das Verletzungspech hatte zuvor ein wichtiges Testspiel gegen Luxemburg verhindert; es musste wegen des Erdbebens in der Emilia abgesagt werden. Für abergläubische Italiener war das ein übles Vorzeichen, zumal Nationaltrainer Cesare Prandelli nun seine unerfahrene Mannschaft mit höchstens fünf Taktik-Einheiten gegen den Favoriten, Titelverteidiger und Weltmeister Spanien zum Eröffnungsspiel auf den Platz schicken muss.
Und wieder einmal war es ein Wettskandal um manipulierte Partien der Serie A, der für Hiobsbotschaften sorgte. Nationalspieler Criscito wurde nach polizeilichen Ermittlungen aus dem Kader gestrichen, doch die Staatsanwälte aus Bari und Cremona sind auch anderen „Azzurri“ auf den Fersen. Sogar Nationalidol Gigi Buffon steht im Verdacht, Millionensummen illegal auf die eigene Liga verwettet zu haben. Hier aber steht der Aberglaube auf Seiten der Fans: Zuletzt ging die Nationalmannschaft zweimal mit einem Betrugsszenario der eigenen Liga in ein internationales Turnier: 1982 in Spanien und 2006 in Deutschland wurden die Azzurri Weltmeister.
Bei der Euro in Polen und der Ukraine hat sich das Staatsfernsehen Rai für hundert Millionen Euro die Fernsehrechte und erstmals die Übertragung für Computer und Mobiltelefon gesichert und dafür eigens eine Turnier-App gestaltet. Das alles hat angesichts der desaströsen Vorbereitung, einer jungen Mannschaft ohne Torerfolg seit 300 Minuten und eines dysfunktionalen taktischen Konzepts noch für keine spürbare Vorfreude im Land gesorgt. Damit sich die Italiener wie gewohnt in Bars zum Schauen und zum Autocorso treffen, muss ihre Mannschaft die bösen Omen erst einmal widerlegen. Oder wie der „Corriere della sera“ mit angemessenem Zweckpessimismus schrieb: „Der Traum ist noch nicht vorbei.“ (Dirk Schümer)
Frankreich
Die Rentner dürfen kommentieren
Noch ist die Stimmung nicht sehr heiß. Die Franzosen sind gebrannte Kinder, das Fiasko in Südafrika bleibt unvergessen. Man hat seit dem Titel im eigenen Land 1998 mehrfach erlebt, wie brutal übertriebene Hoffnungen enttäuscht werden. Und dass die Belastung des Fußballs mit gesellschaftlichen Heilsversprechen nur in die Niederlage führen kann.
Von der Generation, die 2000 als antifaschistischer Stoßtrupp aus Einwanderern und Einheimischen den bisher letzten Titel bei einer EM holte, ist nur noch Laurent Blanc dabei - als Coach, der den unsäglichen Raymond Domenech abgelöst hat. Den Musterschüler Yoann Gourcuff, gegen den sich die islamische Fraktion in Südafrika verschworen hatte, musterte Blanc im letzten Moment aus. Gourcuff, den er als Klubtrainer in Bordeaux zu Höchstleistungen geführt hatte, verkörpert wie kein anderer den Kurzpass-Fußball, den Blanc spielen lassen will. Aber seit Südafrika ist der gefallene Liebling der Franzosen, der Zidanes Nachfolger werden sollte, meist verletzt. Und wird als Autist verschrien.
Dem bei Bayern spielenden Ribéry haben die Fans die Fehltritte noch lange nicht verziehen. Die Nationalmannschaft will endlich ihre moralische Rehabilitierung erreichen. Dazu braucht es mehr als Siege. Im Trainingslager hat Laurent Blanc Regeln zum Umgang mit Twitter erlassen: keine Interna, keine Kritik an Mitspielern.
Immerhin wurde die Mannschaft stärker erneuert und verjüngt als die Reporterteams der Fernsehsender. Bei der RTL-Tochter M6 schickt man die Ruhestands-Reporter Thierry Roland und Jean-Michel Larqué nach Osteuropa. Der Chauvinist Roland hatte sich bei TF1 mit sexistischen und rassistischen Sprüchen einen Namen gemacht. M6 hat zehn, TF1 neun Spiele bekommen: aber ohne Exklusivität. Die restlichen Partien - und überhaupt alle Spiele - sind ausschließlich auf Al Dschazira zu sehen.
Vor ein paar Tagen ging deren Filiale „Be In Sport“ auf Sendung - Chef ist der über siebzigjährige Haudegen Charles Biétry, der früher den Sport bei Canal+ leitete. Es ist die erste EM, für die Frankreichs Zuschauer zur Kasse gebeten werden. Noch haben die meisten die Frequenz des Pay-TV-Senders aus Qatar nicht eingestellt. Und noch sind die Spiele der „Bleus“ frei empfangbar.
Am Sonntag wird das Parlament gewählt. Im Fußball geht es erst am Montag gegen England los. Frei und unbeschwert können die Franzosen aufspielen. Der Druck der Erwartungen ist geringer denn je, der neue König zu Hause schon bestimmt. Ein Titel würde Hollande das Regieren leichter machen. Während der Wahlkampagne haben die Franzosen auch unerwartet auswärts die Deutschen, deren Kanzlerin es mit Sarkozy hielt, geschlagen: ein gutes Omen? (Jürg Altwegg)
Spanien
Bescheiden zum nächsten Titel
Spanier neigen zum Optimismus, nur nicht im Fußball. Die Geschichte der Nationalmannschaft hat die Menschen bis zum Juni 2008 an Leidensfähigkeit und Stoizismus gewöhnt. Dass Spanien im Weltfußball „nichts auf die Reihe bekomme“ und nicht so hart sei wie die ausgekochten Italiener oder die leidenschaftlich kämpfenden Deutschen - all das waren bis vor wenigen Jahren feste Glaubenssätze. Nach zwei Titelgewinnen in Folge hat sich das geändert, doch Trainer Vicente del Bosque steht höchstpersönlich für den Stil, in welchem die neue Rolle als Champion vorzuführen ist: mit Bescheidenheit und Eleganz.
Inzwischen scheint das Erfolgsmärchen der „Selección“, das mit dem Sieg gegen Deutschland bei der EM 2008 begann und mit dem Triumph gegen Holland bei der WM 2010 seine Fortsetzung fand, bei der Bevölkerung selbst angekommen zu sein: Mehr als sechzig Prozent der Befragten glauben laut Umfrage der Fernseh- und Rundfunkanstalt RTVE, dass Spanien das EM-Turnier gewinnt. Sieben Prozent sehen die eigene Mannschaft mindestens im Finale. Weitere sechzehn Prozent schwören auf das Halbfinale. Und nur gut fünf Prozent befürchten ein Scheitern in der Vorrunde.
Abermals wird ein Privatsender des Berlusconi-Imperiums das Turnier übertragen: Telecinco, zu 50,1 Prozent kontrolliert von der Fininvest-Tochter Mediaset, hat die Senderechte gekauft und wartet für Interviews auf dem Rasen - wie schon bei der WM 2010 - mit der populären Journalistin Sara Carbonero auf, die vor zwei Jahren durch den Kuss von Nationaltorwart Iker Casillas zu Weltruhm gelangte.
Für das staatliche Fernsehen bleiben Internet, Analysen, Expertenrunden. Auch die Radiokanäle sind aktiv: Das gesprochene Wort genießt immer noch hohen Ruf und erinnert ältere Spanier an die gute alte Zeit, von der so wenig geblieben ist. Dass die Kneipen voll sind, versteht sich von selbst. Und die öffentlichen Plätze werden sich in Vergnügungszonen mit Großleinwand verwandeln, behördlich verordnete Wasserfontänen inbegriffen: Die heiße Zeit hat längst begonnen. (Paul Ingendaay)
Russland
In der Abwehr spielt ein Heiliger mit
Für das Eröffnungsspiel gegen Tschechien am heutigen Freitag sind die Tische in den Moskauer Sport-Bars längst reserviert. Obwohl die Fans mit Auslandserfahrung wissen, dass die Preispolitik in Lokalen mit Direktübertragung „weniger demokratisch“ ist als in Westeuropa. Dafür wird für Leute mit knappem Budget auf dem stalinistischen Ausstellungsgelände im Norden der Stadt eine „Fan-Zone“ mit achtzig Meter großem Riesenbildschirm eingerichtet, wo man für fünf Euro pro Abend zwei Spiele sieht. In den VIP-Bereich kommt man für fünfzig Euro. Auf den Dörfern werden in Sportstadien Großmonitore aufgestellt. Als Minimalprogramm bleibt, da der erste Staatskanal die Spiele sendet, die Hausparty mit Bier und Chips oder Trockenfisch.
Die Moskauer Sportkommentatoren sind sich einig in der Prognose, dass es die Nationalmannschaft ins Viertelfinale schaffen müsste. Was auch daran liegt, dass Russlands Vorrundengruppe mit Griechenland, Tschechien und Polen als die schwächste gilt. Für den Anfang werden qualvolle, defensive Spiele erwartet mit wenigen Toren, zumal, wie Russlands Nationaltrainer Dick Advocaat meint, die Tschechen mit Petr Cech einen der besten Torwarte der Welt haben.
Die russischen Fußballer, die in Wroclaw spielen, logieren im Warschauer Hotel „Bristol“ an der Fußgängerzone, wo alle großen Demonstrationen vorbeiziehen, also auch die, bei der am Zehnten jedes Monats der konservative Jaroslaw Kaczynski mit Zehntausenden seiner Anhänger seines vor zwei Jahren beim Flugzeugunglück in Smolensk umgekommenen Bruders Lech, des damaligen Präsidenten, gedenkt. Ohne antirussische Parolen geht das nicht ab. Dick Advocaat hätte es aber „unsportlich“ gefunden, in ein anderes Hotel zu gehen.
Der Charme der russischen Mannschaft liegt im Fehlen jeglichen Glamours. Libero Juri Schirkow, der auf dem Dorf mit einer sechsköpfigen Familie in einer Einzimmerwohnung groß wurde, kickte zu Beginn seiner Karriere um Lebensmittel. Abwehrspieler Alexander Anjukow hat bei Nationalspielen stets eine Ikone des heiligen Alexander Newski dabei, weil der, wie er sagt, auch Verteidiger gewesen sei. (Kerstin Holm)
Dänemark/Schweden
Wo das Bier am teuersten ist
Die Dänen bauen mit aufgeschüttetem Sand im Kopenhagener Hafen einen Platz für Public Viewing. Die Schweden gehen lieber in Kneipen oder auf die Schären, um die Spiele ihrer Mannschaft zu sehen. Zweierlei zeigt sich daran: Dänen nehmen Fußball wichtiger als Schweden, wo Eishockey Nationalsport ist, und sie suchen die große Gemeinsamkeit, Schweden Vertrautes.
Große Hoffnungen machen sich beide Nationen nicht. Die Dänen - letzter Gruppengegner der Deutschen am 17. Juni - spielen in der härtesten Vorgruppe. Nur 3500 Karten wurden bislang für dieses Spiel verkauft. Unvergessen ist selbstverständlich der Titelgewinn 1992 im Endspiel gegen Deutschland. Die Schweden setzen auf ihren Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic vom AC Mailand, der in den Qualifikationsspielen fünfmal traf - der einzige Weltklassespieler der Blaugelben.
Übertragen werden in Dänemark die Spiele abwechselnd von den beiden größten Sendern, DR1 - einem öffentlich-rechtlichen Programm - und TV2. Dieser wurde vom Staat gegründet, erzielte Einnahmen aber überwiegend durch Werbung. Seit Jahresbeginn ist TV2 ein Abokanal. Das Finale senden beide. Im Hörfunk überträgt P3, eine Popwelle des Danmarks Radio (DR).
Für private Sender bleibt so wenig Spielraum. DR setzt bei der Europameisterschaft auf soziale Medien wie Twitter. Aufmerksamkeit vorab fand, dass der linksliberale Kultusminister, gestützt von der Ministerpräsidentin, zu den Spielen in der Ukraine fährt - anders als Politiker der großen EU-Länder und als Schweden -, dabei hat Dänemark derzeit den EU-Ratsvorsitz.
Verhaltener noch ist die Vorfreude in Schweden. Gegen Public Viewing spricht schon das Wetter, es regnet seit Wochen. Zudem zieht es die Schweden nach Mittsommer - also direkt nach dem Auftakt des Viertelfinales - in ihre Ferienhäuser auf den Inseln. Dort können sie jeden Abend alle Spiele im Radiosender P4 hören, der sich sonst an ältere Hörer wendet. Stockholm wird dann Touristen überlassen. Immerhin berichten Stadtteilzeitungen der Hauptstadt, in welchen Kneipen, die Spiele zeigen, das Bier am teuersten sei. (Robert von Lucius)
Niederlande
Vor den Underdogs sei gewarnt
In den Niederlanden - einer Händlernation, deren Bürgern man zuweilen einen Hang zur Sparsamkeit nachsagt - dreht sich vor dem Turnier in Polen und der Ukraine alles um Geld. Ausnahmsweise ist es aber nicht das Geld, das die Spieler kassieren. Stattdessen erregen sich zahlreiche Fans über die überhöhten Preise. Kein Holländer, schrieb das „NRC Handelsblad“ angewidert, würde je dreitausend Euro für eine Eintrittskarte hinlegen, wie dies reiche Deutsche für das Finale der Champions League in München taten.
Den meisten Niederländern ist schon die Anreise ins ferne Charkiw, wo die Oranje-Mannschaft im „Metalist“-Stadion antritt, zu weit, zu umständlich, zu kostenintensiv. Welcher sparsame Holländer möchte schon auf einem ostukrainischen Campingplatz für 135 Euro pro Nacht sein Haupt betten?
Mit noch drastischeren Mitteln hatte ein niederländischer Hersteller vor dem Turnier Käuferinnen von Flachbildfernsehen angesprochen. Im Werbespot war eine niederländische Ehefrau zu sehen, die im Internet auf Angebote ukrainischer Prostituierter stößt und danach sogleich zum Kauf eines neuen Fernsehers schreitet: Daheim zuschauen sei nicht nur preiswerter, sondern stifte ehelichen Frieden. Die ukrainische Obrigkeit fand die Reklame diskriminierend und beschwerte sich offiziell in Den Haag über das schlechte Bild vom Ausrichter.
Durch zahlreiche Medienberichte über Zwangsprostitution, Mafia, Oligarchentum und freilaufende Tollwuthunde ist das Image der Ukraine in den Niederlanden seither nicht besser geworden. Die rechtspopulistische „Partij van de Vrijheid“ um Geert Wilders forderte die Regierung offiziell zu einer besseren Information der Fans über Kriminalität und Aids-Gefahr auf.
Zudem lässt es die Interimsregierung bis zuletzt offen, ob staatliche Stellen Hollands, an der Spitze die liberale Sportministerin Edith Schippers, die Ukraine komplett boykottieren werden, wenn nicht der Politikerin Julija Timoschenko eine bessere Behandlung widerfährt. Auch hier also wollen die Niederländer keinen zu hohen moralischen Preis für die EM bezahlen.
Und der Sport? Während Trainer Bert van Marwijk passend zur schlechten Vorberichterstattung mit Fieber im Krakauer Mannschaftsquartier anreiste, ist im Land dennoch Enthusiasmus spürbar. Das Halbfinale sei Minimalziel, ließ der königlich-niederländische Fußballverband wissen. Und ausgerechnet Arjen Robben, Fehlschütze im Champions-League-Finale, sieht Holland reif für den Titel. Nur ein kecker Sportreporter vom „NRC Handelsblad“ betrachtet die Niederlande als Außenseiter im Prestigeduell der „Todesgruppe“ gegen Deutschland, das sich gerne als Underdog stilisiere. Tatsächlich sei die momentane „Oranje-Elftal“ der „Unterhund“. (Dirk Schümer)
Davon bitte mehr
Jörg Berger (level42)
- 08.06.2012, 21:38 Uhr
Ikea
Tobias Böttrich (HansBigfoot)
- 08.06.2012, 14:34 Uhr
Quatsch, Befürchtungen! Das wird ein heißes Vergnügen!
Rolf Huchthausen (huchthausen)
- 08.06.2012, 13:32 Uhr