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Spekulation um Holtzbrinck : Steht „Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart vor dem Aus?

  • Aktualisiert am

Zwischen ihm und Dieter von Holtzbrinck soll es zu einem Zerwürfnis gekommen sein: Gabor Steingart. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Stunden des „Handelsblatt“-Chefs in seinem Job seien gezählt, schreibt der „Spiegel“. Auslöser sei Steingarts „Morning Briefing“, in dem er den SPD-Machtkampf zwischen Martin Schulz und Sigmar Gabriel als „perfekten Mord“ beschrieb.

          Wenn der „Spiegel“ richtig liegt, darf man auf das „Morning Briefing“ des „Handelsblatt“-Herausgebers Gabor Steingart an diesem Freitag gespannt sein. Es wäre nämlich sein letztes - oder kommt es überhaupt noch? Das „Morning Briefing“ von Mittwoch jedenfalls soll den Verleger Dieter von Holtzbrinck derart aufgebracht haben, dass er sich von Steingart trennen wolle. Am Freitag solle es dazu Gespräche geben.

          Steingart hatte in seinem Text die Personalrochaden an der Spitze der SPD aufs Korn genommen. Den Aufstieg von Martin Schulz und den Abstieg von Sigmar Gabriel hatte er als verbrecherische Angelegenheit beschrieben, als den „perfekten Mord“: „Der Tathergang wird in diesen Tagen minutiös geplant. Der andere soll stolpern, ohne dass ein Stoß erkennbar ist. Er soll am Boden aufschlagen, scheinbar ohne Fremdeinwirkung. Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen. Die Tränen der Schlussszene sind dabei die größte Herausforderung für jeden Schauspieler und so auch für Schulz, der nichts Geringeres plant als den perfekten Mord.“

          Nach Darstellung des „Spiegels“ hat sich der Verleger Holtzbrinck, zu dessen Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH die Verlagsgruppe Handelsblatt gehört, bei Martin Schulz für Steingarts „Morning Briefing“ entschuldigt: Inhalt und Stil entsprächen weder seinen „publizistischen Qualitäts- und Wertevorstellungen“ noch denen der Redaktion des „Handelsblatts“.

          Dass sich Dieter von Holtzbrinck in einer solchen Weise äußert und - möglicherweise - handelt, ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise greift der Medienunternehmer nicht in die journalistischen Belange der Zeitungen ein, die zu seinem Verlag zählen. Gabor Steingart ist Herausgeber des „Handelsblatts“ und Geschäftsführer und Miteigentümer der Handelsblatt Media Group. Sein Anwalt sagte auf „Spiegel“-Anfrage, er könne zu Interna keine Angaben machen, und fügte den Satz hinzu: „Gabor Steingart achtet die Meinungsfreiheit nicht nur, er praktiziert sie auch.“ Bei der Verlagsgruppe Handelsblatt hieß es auf Anfrage von FAZ.NET man wolle sich zu Spekulationen nicht äußern.

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