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Intendantenwahl : Stefan Raue wird Chef des Deutschlandradios

Bislang Chefredakteur beim MDR, demnächst Intendant beim Deutschlandradio: Stefan Raue. Bild: MDR/Marco Prosch

Das Deutschlandradio hat einen neuen Intendanten. Stefan Raue, bislang Chefredakteur des MDR, ist an diesem Donnerstag gewählt worden. Das Ergebnis war äußerst knapp. Dabei war er der einzige Kandidat.

          Es gab nur einen Kandidaten und das Wahlergebnis ist knapp, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht: Stefan Raue, bislang Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks, ist an diesem Donnerstagmittag vom Hörfunkrat mit 26 von 36 Stimmen zum neuen Intendanten des Deutschlandradios respektive Deutschlandfunks gewählt worden. Es gab neun Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Knapp ist das Ergebnis, weil für die Intendantenwahl beim Deutschlandradio eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist. Dieses Quorum ist mit 26 von 36 Stimmen gerade so eben erfüllt. Vorgeschlagen hatte den Kandidaten der Verwaltungsrat des Senders - auch für diesen Vorschlag war eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Dass der vom ZDF-Intendanten Thomas Bellut angeführte Verwaltungsrat nur einen Kandidaten vorschlug, hatte im eigentlichen Wahlgremium, dem Hörfunkrat, zwischenzeitlich für Unmut gesorgt. Freilich entspricht genau dieses Vorgehen der Satzung des Senders.

          Gegen den Kandidaten Raue persönlich richtete sich das leichte Aufbegehren im Hörfunkrat, das sich im Wahlergebnis widerspiegelt, freilich nicht. Es wurde vielmehr vermisst, dass nicht auch der Programmchef des Deutschlandfunks, Andreas-Peter Weber, für die Nachfolge des scheidenden Intendanten Willi Steul zur Auswahl stand. Namentlich bemängelt hatte dies der Chef der Staatskanzlei in Stuttgart von den Grünen, Klaus-Peter Murawski.

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          Besonders aktiv aber war dem Vernehmen nach eine andere Staatskanzlei, um den Kandidaten Raue nach vorn zu bringen - die des rot-rot-grünen Senats in Berlin. Insbesondere der Chef der Berliner Staatskanzlei Björn Böhning (SPD) soll die Trommel gerührt und am Ende soll sich sogar die SPD-Parteizentrale eingemischt haben. Die Intendanz des Deutschlandfunks wird von den Parteien seit jeher als rundfunkpolitische Spitzenpersonalie betrachtet, bei der man gerne mitmischt.

          Stefan Raue bedankte sich nach seiner Wahl für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Sein Amt wird er am 1. September antreten.

          Quelle: FAZ.NET

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