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„Star Biathlon 2013“ im Ersten Nun aber mal fix in den Schnee

Das Erste bittet zum „Star Biathlon“. Die Show kommt war ein großer Erfolg und musste trotzdem fünf Jahre lang pausieren. Und bei der Neuauflage steht der Sieger von vornherein fest. Das hat mit verbotener Werbung zu tun.

© WDR/imago/Thomas Leidig Vergrößern Matthias Opdenhövel wird von Magdalena Neuner als Expertin unterstützt.

Eigentlich unvorstellbar: Da landet die ARD am Samstagabend einen Treffer mit einer Unterhaltungsshow, die auch das jüngere Publikum anspricht – und lässt die Sache einfach fünf Jahre lang liegen. Im Privatfernsehen wäre es unvorstellbar, dass ein Erfolg mit 5,4 Millionen  Zuschauern jahrelang pausiert. Bei der ARD ist das anders: Der „Star Biathlon“ fand zuletzt Anfang 2008 statt am Samstagabend live in Antholz, moderiert von Jörg Pilawa. Doch dann – war Pause.

Der Termin des Biathlon-Weltcups, dessen Wettkämpfe alternierend von ARD und ZDF übertragen werden, passte nicht in die Programmplanung, dann wechselte der Moderator zum ZDF und schließlich versuchte sich das Privatfernsehen des Themas anzunehmen. Doch die „Winterspiele der Stars“ brachten Sat.1 vor zwei Jahren nicht die erhofften Quoten. Nun freue man sich, „wieder nach Hause gekommen zu sein“, sagt der Produzent Tobias Gerlach von der Münchner Firma First Entertainment.

Also stürzen sich abermals zwölf Prominente aus Show und Sport in den Schnee Ruhpoldings, um Ehre und Ruhm zu mehren und am Ende vielleicht einen Glaspokal in Himmel zu stemmen. Bei den Damen sind das die „Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis, die „Switch reloaded“-Mitspielerin  Susanne Pätzold, die Schauspielerinnen Eva Habermann und Christine Neubauer, die Sängerin Fernanda Brandao, die Olympiazweite im Mountainbiken, Sabine Spitz. Bei den Herren gehen an den Start der Wettermoderator Sven Plöger, der Essener  Haubenkoch Nelson Müller, die Schauspieler Uwe Ochsenknecht und Ingolf Lück, Moderator Stefan Mross und der ehemalige Fußballnationalspieler Olaf Thon.

Opdenhövel ist der neue Pilawa

Zur wichtigsten Frage aber wurde die Nachfolge Pilawas. Matthias Opdenhövel ist nun der Mann, welcher für die ARD ein junges Publikum ansprechen soll.  Der Unterhaltungskoordinator der ARD, Thomas Schreiber, hatte kürzlich seinen festen Glauben an Opdenhövels Showqualitäten formuliert. Es sei Aufgabe der ARD, dem Moderator das entsprechende Showgefäss zu bieten. Opdenhövel glaubt, es mit dem „Star Biathlon“ gefunden zu haben. „Wenn eine Unterhaltungssendung sportive Elemente und Wettkampfcharakter hat, dann ist das für mich als Moderator genau das Richtige.“

Wenn dem so ist, „dann könnte der ,Star Biathlon‘ doch ein schönes Jahresanfangsritual werden“, findet Karin Kuhn, die Leiterin Show beim federführenden WDR – und weiß doch, dass die ARD vor den Erfolg die Mühsal stellt. So läuft der „Star Biathlon“ in diesem Jahr erstmals nicht live – „ganz einfach weil wir mit dem Abkleben der Werbeflächen nicht schnell genug hinterherkommen.

Und wenn der vorhergehende Weltcup bis 19.45 Uhr läuft, können wir nicht in einer halben Stunde alles abkleben und unsere Veränderungen durchführen“, sagt Karin Kuhn. Die werbefreien Stars laufen nämlich eine verkürzte, streng werbefreie Strecke ab und schießen auf größere, werbefreie Scheiben. „Das ist eine komplizierte Logistik“, erklärt Karin Kuhn, „wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir es gern am Donnerstag live gesendet.“

Der Sieger steht vorher fest

So kommt es, dass wenn die ARD heute von 20.15 Uhr an zum „Star Biathlon“ lädt, der Sieger oder die Siegerin schon seit 22 Stunden feststeht. Natürlich hätte man auch noch lieber den kommenden Samstagabend bespielt – doch der Sendeplatz war schon länger für den Auftritt von Andrea Berg reserviert.

Fragen nach den Kosten für das Spektakel mit viel Prominenz und Technik kontert Gernot Binkle, Redaktionsleiter Show beim RBB und schon mit den letzten „Star Biathlon“-Ausgaben betraut, mit dem Hinweis, dass man ja im Gefolge des Biathlon-Weltcups auf Synergien setze. „Technik und Einrichtungen sind ja ohnehin hier in Ruhpolding. Sonst wär die ganze Sache sicher zu teuer.“

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Binkle mag eher darauf verweisen, dass die ARD hier mit der Zusammenführung ihrer Sport- und Unterhaltungskompetenz öffentlich-rechtliches Fernsehen im besten Sinne liefere. Der Kommentator Gerd Rubenbauer erinnert sich noch, „wie Biathlon bis Anfang der neunziger Jahre ein Schattendasein fristete und erst durch die Zusammenarbeit mit dem Fernsehen die heutige Popularität erhielt.“

Die zum Beispiel eine Athletin wie Magdalena Neuner zur derzeit beliebtesten deutschen Athletin macht – auch wenn sie ihre aktive Laufbahn vor Jahresfrist bei der WM in Ruhpolding beendete. Sie steht Matthias Opdenhövel als Expertin zur Seite. Man sollte diese Konstellation genießen. Denn es könnte gut sein, dass der „Star Biathlon“ dann doch wieder Pause machen muss. „Im Januar 2014 sind Olympische Spiele“, gibt Karin Kuhn zu bedenken.

Star Biathlon 2013 läuft am 10. Januar um 20.15 Uhr im Ersten

Quelle: FAZ.net

 
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