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Freitag, 17. Februar 2012
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Sport im Fernsehen Staatsanwalt ermittelt gegen ehemaligen HR-Sportchef

15.04.2004 ·  Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig. Es besteht der Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen.

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Gegen den ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Von dem Verfahren betroffen sind auch ein ehemaliger Produktionsleiter und zwei Inhaber von Marketingagenturen.

Die Behörde gehe auch dem Anfangsverdacht der wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen nach, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Rainer Schilling, am Donnerstag mit. Zudem gehe es in dem Verfahren „um nicht gerechtfertigte Zahlungen von Veranstaltern als Gegenleistungen für die Berichterstattung über ihre Veranstaltungen im Fernsehen“, so die Ermittler.

Neue Strukturen angekündigt

Emig hatte am 23. März dieses Jahres nach Vorwürfen der Schleichwerbung sein Amt niedergelegt. Dem 58jährigen war in Medien vorgehalten worden, jahrelang Firmen in Sportsendungen platziert zu haben, die Kunden der Media-Agentur seiner Frau sind. Ob sich die Ermittlungen auch gegen Emigs Frau richten, wollte Staatsanwalt Schilling am Donnerstag nicht sagen. Emig war über 16 Jahre lang Sportchef des Senders. Nach seinem Rückzug hatte HR-Intendant Helmut Reitze eine völlig neue Struktur der Sportberichterstattung des Senders angekündigt. Die Neuregelung betreffe auch die Zusammenarbeit mit Sponsoren und Koalitionspartnern bei Sportsendungen.

Der hessische Landessportbund hatte vor der Trennung Emigs vom HR kritisiert, daß der Sender seit Jahren von kleinen Vereinen und Veranstaltern Geld für Sportübertragungen erhalten habe. Der Präsident des Landessportbundes, Rolf Müller, der auch Mitglied im HR-Rundfunkrat ist, sagte nach Bekanntwerden der Ermittlungen am Donnerstag, er sei „vor allem dem Intendanten dankbar, daß er einen Neuanfang“ im HR-Sport eingeleitet habe. Jetzt bestehe die Chance, ohne eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Sportübertragungen auszukommen.

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