Die Spionagevorwürfe gegen Roxana Saberi haben offenbar im Zusammenhang mit einem geheimen Bericht der iranischen Regierung über den Krieg im Irak gestanden. Der amerikanisch-iranischen Journalistin sei Spionage vorgeworfen worden, nachdem ihr der als geheim eingestufte Bericht einer strategischen Forschungsabteilung des iranischen Präsidentenbüros zugespielt worden war, sagte einer der Anwälte der Journalistin, Salahe Nikbacht, der Nachrichtenagentur AFP. Ein weiterer Anwalt Saberis, Abdolsamad Choramschahi, sagte, die Haftstrafe sei verringert worden, da sie das geheime Dokument über den Krieg im Irak nicht genutzt habe. Ansonsten hätten ihr zehn Jahre Haft gedroht.
Die zweiunddreißigjährige Saberi war im Januar in Teheran zunächst festgenommen worden, weil sie angeblich eine Flasche Wein kaufen wollte – im streng islamischen Iran eine Straftat. Später wurde die Anklage zunächst auf journalistisches Arbeiten ohne Akkreditierung und danach auf Spionage für die Vereinigten Staaten erweitert. Ein Revolutionsgericht verurteilte sie zu acht Jahren Gefängnis, ehe an diesem Montag ein Berufungsgericht die Haftstrafe auf zwei Jahre abmilderte und zur Bewährung aussetzte.
Glücklich wieder daheim
„Ich bin sehr glücklich, in Freiheit um wieder mit meinem Vater und meiner Mutter vereint zu sein“, sagte die Journalistin am Tag nach der Entlassung aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis vor ihrem Haus im Norden Teherans. Sie dankte allen, die sich für ihre Freilassung eingesetzt haben. Die amerikanische Regierung hatte die Vorwürfe gegen Saberi als grundlos bezeichnet und ihre sofortige Freilassung gefordert. Dabei wurde sie von mehreren europäischen Staaten unterstützt. Nach dem Urteil in erster Instanz hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad öffentlich für ein faires Berufungsverfahren geworben. Die mit dem Berufungsurteil vollzogene iranische Kehrtwende wird es dem ameríkanischen Präsidenten Barack Obama erleichtern, nach Jahrzehnten des Stillstands den Dialog mit Teheran in Gang zu bringen.
Roxana Saberi, Tochter eines Iraners und einer Japanerin aus dem amerikanischen Bundesstaat North-Dakota, hatte in Teheran für die Sender NPR, Fox News und die BBC gearbeitet. Sie besaß seit 2006 keine Arbeitserlaubnis für Iran mehr. Zuletzt hatte sie an einem Buch gearbeitet.
Nicht wirklich unschuldig
Herold Binsack (Devin08)
- 13.05.2009, 14:54 Uhr
Demnächst Buchveröffentlichung!
A. Malliki (a.malliki)
- 14.05.2009, 09:31 Uhr