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Spielfilm über Odenwaldschule : Persönlichkeitsrechte verletzt?

Wiedererkennbare Einzelschicksale? Ulrich Tukur mit Kinderdarsteller in dem Film „Die Auserwählten“ Bild: WDR/Katrin Denkewitz

Am Mittwoch soll in der ARD ein Spielfilm über den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule gezeigt werden. Jetzt wollen ehemalige Schüler, die sich wiederzuerkennen meinen, den Film stoppen.

          Zwei ehemalige Schüler der Odenwaldschule gehen rechtlich gegen die für Mittwoch in der ARD geplante Ausstrahlung des Films „Die Auserwählten“ vor, weil sie ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen. Einer der beiden erwäge, ein gerichtliches Verbot des Films zu erwirken. Das berichtet der „Spiegel“. Die beiden ehemaligen Schüler hätten sich in dem Film, der den jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern an der Schule schildert, wiedererkannt. Die Beweislage sei „derart erdrückend“, so der Anwalt der Kläger, dass der WDR-Intendant Tom Buhrow eine Lösung finden müsse.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Beim WDR hieß es auf Anfrage von FAZ.NET, dass das vorliegende Anwaltsschreiben geprüft werde. Der Film „Die Auserwählten“ zeichne „ganz bewusst kein biographisches Einzelschicksal“ nach. Er zeige „vielmehr den systematischen Missbrauch von Minderjährigen in einer geschlossenen Institution anhand des Beispiels Odenwaldschule. Dabei handelt es sich um eine rein fiktive Aufarbeitung des Stoffs.“ Berücksichtigt habe man auch die Recherchen des Regisseurs Christoph Röhl zu einem Dokumentarfilm und die Erkenntnisse nach der umfangreichen Berichterstattung. Zudem habe man intensiv mit Betroffenen zusammengearbeitet.

          Indem der Film „typisches Täterhandeln sowie die Situation von Missbrauchsopfern“ darstelle, sei es unausweichlich, dass sich Betroffene in manchen Szenen wiedererkennen. Von verschiedenen Betroffenen liege dem WDR „ein positives Feedback“ zu dem Film vor.

          Auf dem Münchner Filmfest war der Film im Juli schon gezeigt worden.

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