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Soziale Netzwerke Facebook weiß alles über uns

 ·  Dass Soziale Netzwerke Mitgliederdaten horten, ist bekannt. Bei Facebook aber werden sogar Außenstehende ausgeforscht, ohne dass sie es merken. Auf den Skandal stößt man nur per Zufall.

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Wer Facebook nutzt, schenkt dem Unternehmen hinter dem sozialen Netzwerk viele private Informationen über sich. Und wer es nicht nutzt, behält seine Informationen für sich – könnte man meinen. Dass die Realität inzwischen anders aussieht, belegen immer mehr Erfahrungsberichte von Nichtmitgliedern, die sich von Facebook seltsam durchleuchtet fühlen.

Eine dieser Geschichten geht so: Ein Facebook-Nutzer lädt seinen dort nicht registrierten Kollegen per Facebook-Mail ein, auch Mitglied zu werden. Dieser übersieht die Nachricht, Monate vergehen. Dann erhält der Kollege ohne Zutun des Facebook-Nutzers eine neue Einladung: Und darin „gab es auch einen Abschnitt mit der Überschrift ,Weitere Personen auf Facebook, die du vielleicht kennst‘ – und die hatte es in sich“, schreibt der Eingeladene auf der Computerseite tweakpc.de.

Tatsächlich kannte er beide vorgeschlagenen Personen: Die eine sei ein Bekannter, der in derselben Straße wie er wohne und mit dem er im Internet noch nie Nachrichten ausgetauscht habe. Die zweite Person kenne er aus einem Verein: „Verbindungen über soziale Netzwerke gibt es nicht. Sie wohnt auch nicht einmal in der gleichen Stadt wie ich, auch nicht in der des Einladenden. Es wurden lediglich ein paar Mails ausgetauscht.“ Der Blogger hörte sich im Freundeskreis um: Gab es ähnliche Erfahrungen? Ein Bekannter meldete sich, der ebenfalls nicht bei Facebook registriert war und eine Einladung dorthin erhalten hatte: „Bei ihm wurde nur eine Person angegeben, aber auch hier staunt man nicht schlecht. Wieder lag Facebook richtig, denn die beiden kennen sich, weil der eine dem anderen mal über eBay-Kleinanzeigen eine Deckenlampe abgekauft hat.“ In vielen dieser Fälle kennt selbst die Person, die die Einladung verschickte, die dem Freund vorgeschlagenen Kontakte nicht.

Versteckte Hinweise

Wie kann Facebook mehr von einem Nichtnutzer kennen als die E-Mail-Adresse, die ein Bekannter in die Einladung geschrieben hat? Die Antwort lautet: Das Netzwerk profitiert davon, dass seine Nutzer ihre Geräte, Netzwerk-Profile und Betriebssysteme flächendeckend verzahnen wollen. Dabei hilft beispielsweise eine beliebte Applikation namens „FriendSync“, die die auf dem iPhone gespeicherten Kontakte einer Person mit seiner Facebook-Freundesliste synchronisiert. Fotos, Vor- und Nachnamen sowie Geburtstage werden abgeglichen – und zu Facebook übertragen, egal, ob die in der Handyliste vermerkten Personen dort registriert sind oder nicht. So weiß man als Facebook-Verweigerer nicht, welche Bekannten auf diese Weise schon die eigenen Daten in das Netzwerk geladen haben. Außerdem können Mitglieder auf Fotos, die sie in Facebook-Alben verwalten, Personen mit vollem Namen markieren, die gar nicht angemeldet sind und somit nichts davon merken.

Auch bietet Facebook seinen Nutzern an, deren Gmail- und MSN-Accounts nach Kontakten zu durchforsten, die – wenn sie dort registriert sind – als Kontakt hinzugefügt, anderenfalls eingeladen werden. In seinen AGBs weist das Unternehmen sogar darauf hin, dass es Daten von Nichtmitgliedern sammelt. Erst anschließend wird überhaupt die Möglichkeit erwähnt, das rückgängig zu machen: „Wenn deine Freundin/dein Freund nicht möchte, dass wir ihre/seine Informationen speichern, werden wir sie auf ihren/seinen Antrag hin, der mit Hilfe dieser Hilfe-Seite eingereicht wurde, entfernen.“ Es wird auf ein Formular verwiesen, in dem man anklicken kann:„Ich habe KEIN Facebook-Konto und möchte nicht, dass Facebook meine Informationen weiterhin speichert.“ Doch wer nicht zu Facebook will, die Einladung des Freundes vielleicht löscht, stößt erst gar nicht auf diesen versteckten Hinweis.

Weiche Währungen

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