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Belgische Krimiserie „Code 37“ : Keine Angst vor Sex

Veerle Baetens spielt die Chefermittlerin im Sittendezernat Hannah Maes. Bild: VTM/Menuet Producties

„Sex and crime“ - das passt doch eigentlich immer. Die belgische Krimiserie „Code 37“ erzählt Fälle aus dem Sittendezernat. Klingt unterhaltsam, ist am Ende aber doch altbekannter Krimi-Stoff.

          Es kommt vieles zusammen in dieser Serie, das auf den ersten Blick ungewöhnlich scheint. Zunächst einmal: „Code 37“ spielt in Belgien und wurde dort auch produziert. Das ist in Zeiten, in denen eigentlich alles, was im Fernsehen mit Serien zu tun hat, von dem amerikanischen Sender HBO stammt, eine kleine Überraschung.

          Lena Bopp

          Redakteurin im Feuilleton.

          Aber es ist nicht alles: Denn es geht in „Code 37“ um eine Polizeieinheit, die Sexualverbrechen aufklärt, landläufig bekannt unter dem in sonstigen Krimis meist mit spöttischem Unterton gebrauchten Begriff „die Sitte“. Der Chef dieser belgischen Sitte ist eine Frau. Sie heißt Hannah Maes, ist jung, gutaussehend, blond und mit einem sehr selbstsicheren Gang gesegnet. Das führt natürlich zu Irritationen - beim Zuschauer indes weit weniger als bei ihren Kollegen.

          Für Subtilitäten kein Platz

          Denn diese Kollegen - unnötig zu erwähnen, dass sie alle männlich sind - brauchen lange, bis sie begreifen, dass auch Frauen Chefs sein können. Genaugenommen dauert es die gesamte erste Folge dieser dreizehnteiligen Serie, wobei Kollege Bob (Michael Pas), der seine Anpassungsschwierigkeiten am hartnäckigsten pflegt, vermutlich auch derjenige ist, der Hannah (Veerle Baetens) in einer späteren Folge mal sehr nah kommen wird. Das verraten die Blicke zwischen den beiden von Anfang an. Und das, obwohl für Subtilitäten jeglicher Art in dieser Serie (Regie: Jakob Verbruggen; Buch: Dirk Nielandt) eigentlich nur wenig Raum ist.

          Zwar sind die Szenen schön schnell geschnitten, und auch die Bilder, die teils mit einer Handkamera gedreht wurden, wagen sich zuweilen an ungewöhnliche Perspektiven. Aber zumindest der erste Fall „Sexsüchtig“, in dem es um eine Frau geht, die beim Liebesspiel stranguliert wurde, nimmt die Unkonventionalität des Rahmens, den die Serie bietet, nicht auf. Stattdessen hält sie sich an altbewährte Polizeiarbeit: Fotos von Verdächtigen hängen an der Pinnwand, Handys werden gehackt, Laptops beschlagnahmt, Liebhaber verhört.

          Das alles geschieht mit einer Routine, die auch in Belgien kein anderes Gesicht hat als hierzulande, und das ist schade. Denn „Sex and Crime“ waren schon immer eine vielversprechende Mischung, und auf eine munter-morbide Sittenpolizei, deren Arbeit wenig Rücksicht auf bürgerliche Befindlichkeiten zulässt, hatten wir uns eigentlich schon sehr gefreut.

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