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Veröffentlicht: 05.05.2017, 19:05 Uhr

Neue Miniserie auf Sky Wir sind dann mal weg

Die Serie „You, Me and the Apocalypse“ zeigt auf komisch-fatalistische Weise, womit sich Menschen und Regierungen im Fall einer Apokalypse herumschlagen müssen.

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© NBC Universal Sie hat größere Probleme als den Gefängnisaufenthalt: Rhonda ging für ihren Sohn ins Gefängnis, jetzt droht ein Komet die Erde zu zerstören.

Es läuft nicht gut für Rhonda (Jenna Fischer). Ihr Sohn Spike (Fabian McCallum) hat sich in die Datenbank der NSA gehackt. Als Superhacker trägt er den Namen „Boobmuncher2000“. Löwenmutter, die sie ist, hat sie für ihn den Kopf hingehalten. Jetzt sitzt sie im Frauenknast in New Mexico, zehn bis fünfzehn Jahre. In der Zelle gegenüber wohnt die dralle Anführerin der Latina-Gang. Rhonda soll bezahlen, damit ihr nichts passiert. Dann ein Lichtblick. Der Zuschauer hört nur die Stimme. Sie macht klar, dass Rhonda unter ihrem Schutz steht. „Wofür sind Freunde da?“ Die Kamera fährt eine Zelle weiter. Close-up des Gesichts: Am Gitter lehnt Leanne (Megan Mullally), eine freundlich dreinblickende Blondine. Ein Hakenkreuz ziert ihre Stirn. Wenig später heißt es in den Fernsehnachrichten, dass die Erde in 34 Tagen untergeht. Ein Komet rast auf die Erde zu.

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Das ist der Grundton der Serie „You, Me and the Apocalypse“. Sie verkauft dem Zuschauer all jene Dramen, die eigentlich zum Heulen sind, auf hinreißend komisch-fatalistische Weise. Sie übertreibt lakonisch. Was bleibt einem angesichts des Weltuntergangs anderes übrig?

Auch für die anderen Figuren, die über die ganze Welt verteilt sind, häufen sich die schlechten Offenbarungen. Der Bankangestellte Jamie Winton (Mathew Baynton) wird fälschlicherweise für den Kopf einer großen Hacker-Organisation gehalten, verhaftet und erfährt, dass seine Mutter ihn adoptiert hat. Ein Foto seiner Frau taucht auf, die vor sieben Jahren spurlos verschwand. Mit seinem schrulligen Mitbewohner Dave (Joel Fry) macht sich Jamie auf die Suche. Im Vatikan haben der rauchende und saufende Priester Jude (Rob Lowe) und Schwester Celine (Gaia Scodellaro) andere Sorgen: Sie sollen herausfinden, ob der Weltuntergang zufällig mit Christi Wiederkehr zusammenfällt.

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„Rauchen Sie?“, fragt Jude seine Assistentin. „Nein.“ „Haben sie es probiert?“ „Nein.“ „Woher wissen Sie dann, dass Sie es nicht mögen?“ In „You, Me and the Apocalypse“ tragen nicht nur die diabolischen Dialoge zum Vergnügen bei, es sind auch die kommentierenden Details, die sich in vielen Bildern verstecken. Als es auf den Straßen zu Ausschreitungen kommt, Autos brennen und die Menschen – ausgerechnet – mit geklauten Fernsehern durchs Bild rennen, wandelt ein einsamer Mann mit einem großen roten Schild durch den Hintergrund, auf dem schlicht steht: „Told you so“ – „Ich hab’s euch doch gesagt“.

Der Schöpfer der Serie, Iain Hollands, und der Regisseur, Michael Engler, schalten umstandslos von einer Szene zur anderen, indem sie in der einen das letzte Wort des Dialogs kappen und die nächste Szene damit beginnen lassen. Auch die Musik kommentiert ironisch das Geschehen. So rast der Komet im Vorspann zu Johnny Nashs „I Can See Clearly Now“ auf die Erde zu, derweil der Gefängnisausbruch zu „Non, Je Ne Regrette Rien“ von Édith Piaf eskaliert. Allein die animierte Weltkugel bei Szenenwechseln nervt höllisch.

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Ganz nebenbei spielt die Serie durch, was Regierungen im Falle eines Weltuntergangs zu tun bekommen. Ein Mitarbeiter des, für den Fall ihres Eintretens, mit der Apokalypse betrauten „Departments für spezielle Situationen“ unterrichtet den amerikanischen Präsidenten: Das Wichtigste sei zu verkünden, man habe einen Plan. Die Details der „Operation Saviour“ könne man, falls noch Zeit bleibe, später ausarbeiten. Denn, es sei schließlich die Hoffnung, die dafür sorge, dass die „Leute nicht aus der Reihe tanzen“. Das passt auch ein Jahr nach dem Start der Serie in England. Was bleibt, ist eine frohe Botschaft: Die Apocalypse ist für alle da.

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