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Amazon-Serie „Falling Water“ : Das hätten sie sich nicht träumen lassen

  • -Aktualisiert am

Gute Nacht: Tess (Lizzie Brocheré) findet nur scheinbar zur Ruhe. In Wahrheit geht sie traumwandeln. Bild: NBC Universal

In der Amazon-Serie „Falling Water“ nehmen drei Menschen jenseits der Wach-Wirklichkeit Kontakt miteinander auf. Sie leben in einem gemeinsamen Traum. Das geht natürlich nicht lange gut.

          Für ausgefallene Ideen war Gale Anne Hurd schon immer zu haben. Als ihr 2013 das Drehbuch zu „Falling Water“ vorgelegt wurde, einer Geschichte um kollektives Träumen, war sie sofort Feuer und Flamme: Es geht um Träume, Visionen und um ein Leben jenseits der Wirklichkeit zu führen.

          Gale Anne Hurd ist eine der profiliertesten Produzentinnen in der amerikanischen Unterhaltungsbranche. Ihr Handwerk lernte sie bei dem Horror-Experten Roger Corman. Mitte der achtziger Jahre produzierte sie James Camerons „Terminator“ und „Aliens“, und 2010 brachte sie mit „The Walking Dead“ eine der gegenwärtig erfolgreichsten Serien ins Fernsehen - die Saga einer Handvoll Überlebender während der Zombie-Apokalypse. Dass sich dafür ein Publikum fände, darauf wollte zu Beginn auch kaum jemand wetten. Nun also wendet sich Gale Anne Hurd Traumwelten zu.

          Traum, der sich in einen Albtraum verwandelt

          „Falling Water“, dessen deutsche Version den Titel „Dunkle Träume“ trägt, ist die Geschichte dreier Menschen, die von rätselhaften, immer wiederkehrenden, nicht endenden Träumen geplagt werden. Tess (Lizzie Brocheré) ist als „Trendspotterin“ beruflich stets auf der Suche nach dem nächsten großen Modetrend. Sie sieht im Traum ein Kind, in dem sie ihren kleinen Sohn erkennt. Sie ist allerdings nie schwanger gewesen. Burton (David Ajala), Sicherheitschef einer Finanzberatungsfirma, der ihre Klienten aus brenzligen Situationen hilft, träumt von einer Frau, mit der er eine leidenschaftliche Beziehung führt, aber im wirklichen Leben kann er sie nicht finden. Taka (Will Yun Lee), Polizist im New Yorker Police Department, kommuniziert träumend mit seiner Mutter, die im Wachkoma liegt. Tess läuft bald einem Mann namens Bill Boerg (Zak Orth) über den Weg, der mit seiner Firma Boerg Industries das Träumen erforscht und freiwilligen Probanden aufträgt, einander im Traum zu suchen. Sie werden miteinander verbunden und Teil eines gemeinsamen, großen Traums, der sich selbstverständlich - es soll schließlich Spannung aufkommen - in einen Albtraum verwandelt.

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          Seit Leonardo DiCaprio 2010 in Christopher Nolans Thriller „Inception“ die Träume anderer Menschen manipulierte, ist diese Vorstellung kein völlig fremdes Terrain mehr. „Falling Water“ kommt mit seinen Traumwelten aber eher langsam in Schwung, für das Paranormale muss zunächst vor allem die kühle Ästhetik der Bilder herhalten. Nach den ersten Folgen ist erst vage klar, wohin die Reise geht.

          Der Titel der Serie sei eine Metapher für die Barriere zwischen dem Unbewussten und dem Bewusstsein, sagt Gale Anne Hurd im Gespräch. „Man kann seine Hand durch einen Wasserfall strecken. Unsere Figuren strecken sich aus unserer Dimension in eine andere, ohne dass sie zu fremden Planeten fliegen oder Zeitreisen antreten müssten. Im englischen nennt man die Ozeane ja auch ,inner space‘, den Innenraum, im Kontrast zum ,outer space“, dem Weltraum. Der tiefste Innenraum liegt in unserem eigenen Geist.“

          Serientrailer : „Falling Water“

          Den über die Strecke von zehn Episoden zu erforschen, ist das Versprechen von „Falling Water“. Dabei fanden sogar die Autoren der Serie, Blake Masters und Henry Bromell, ihre Idee zunächst so sperrig, dass sie nicht wussten, wohin damit. Das Konzept zur Serie hatten sie schon 2006 geboren allerdings aus einer Bierlaune heraus. Sie ließen sie erst einmal in der Schublade liegen. Erst 2013 landete das Ganze bei Gale Anne Hurd. Doch dann starb Henry Bromell überraschend, und es vergingen weitere vier Jahre, bevor das Projekt spruchreif wurde. Gale Anne Hurd gefiel die Idee zur Serie, weil sie „die Frage nach dem Warum stellt, weil es um Fähigkeiten und Welten geht, die wir im Alltag nicht sehen.“ Bei Amazon ist sie mit dieser Traumvorstellung jetzt gelandet.

          Falling Water - Dunkle Träume, bei Amazon Prime.

          Quelle: F.A.Z.

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