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Veröffentlicht: 02.03.2012, 16:10 Uhr

Schutz der Netzpersönlichkeit Nicht böse sein, Google

Googles Datenhunger ist groß, doch was der Nutzer nicht anbietet, lässt sich nicht speichern. Eine Anleitung für ein bisschen mehr persönliche Anonymität im Netz.

von Detlef Borchers
© dapd Vom Kopf des Nutzers ist abhängig, wie viel Google von seinem Verhalten erfährt: die Body-App des Unternehmens bietet eine Reise durch einen völlig anonymen Körper

Zum 1. März hat Google weltweit eine neue Datenschutzrichtlinie eingeführt. Was Google als Vereinfachung zahlloser Richtlinien und Datenschutzbestimmungen eingekaufter Firmen deklariert, kritisieren deutsche Datenschützer als unzureichend. Was kann ein durchschnittlich informierter Internet-Nutzer unternehmen, um dem „Googleplex“ zu entkommen?

Die einfachste Methode, den Informationshunger von Google mit einer bewussten Nutzerdiät zu begegnen, ist natürlich die Nutzung anderer Suchmaschinen, die ihre Kunden nicht ausquetschen. Empfehlenswert ist „Duck Duck Go“, ein amerikanischer Versuch, das gesamte Nutzerprofiling auszuschalten. Unter dontbubble.us haben die Macher dieser Suchmaschine zudem eine einfache Erklärung ins Netz gestellt, wie verzerrend der „Filter-Bubble“ von Google oder Microsoft Bing sich auf die Suche nach Informationen auswirkt.

Deaktivierung des ID-Cookies

In einer zweiten Stufe kann man den Browser aufrüsten, als eine Art Firewall selbst all die Informationen zu unterbinden, an denen Google interessiert ist. Ein solcher Browser ist Iron von SRWare, der ironischerweise auf Basis des freien Quellcodes von Chromium entwickelt wurde. Damit bietet Iron die Funktionen von Googles eigenem Browser Chrome, unterdrückt aber eisern persönliche Informationen. Die Nachteile dieser Methode: Für Apple-Rechner gibt es derzeit nur eine Beta-Version, dazu hat Iron auf manchen Websites Probleme mit Links, die „hinter“ Grafiken plaziert sind. Der Browser interpretiert dies als Phishing-Versuch und blockiert den Link. An dieser Stelle findet sich ein aufschlussreicher Vergleich, was Iron in Sachen Datenschutz anders macht.

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Auf der nächsten Stufe finden sich die Nutzer, die zwar auf Googles Suchmaschine setzen, sich aber nicht für die anderen Angebote (Google Mail, Google Kalender, Google+, Picasa, Youtube) interessieren. In diesem Fall beginnt der Datenschutz damit, ein „Deaktivierungs-Cookie“ zu setzen. Man erreicht diese Einstellung über den Anzeigenvorgaben-Manager im Unterpunkt „Anzeigen im Web“. Ist dort das ID-Cookie deaktiviert, bekommt man keine thematisch passenden Anzeigen. Eine weitere Möglichkeit bestünde in der Maskierung der eigenen IP-Adresse und der Maskierung des Browsers, mit dem die Google-Suchseite aufgerufen wird. Hier überwiegen die Nachteile den möglichen Schutzfaktor, wenn Google nicht weiß, in welcher Sprache gesucht werden soll.

Bleibt man in der Google-Welt, führt der erste Schritt den Nutzer ins „Dashboard“ von Google. An diesem „Armaturenbrett“ erfährt man für die meisten Google-Angebote, was Google so gespeichert hat. Man erfährt, mit welchen Android-Geräten man bei Google registriert ist, was zuletzt im Android-Markt gekauft wurde und wie die letzten Suchläufe hießen. Rechts findet sich für jedes Google-Angebot ein Link namens „Datenschutzeinstellungen“ oder „Datenschutzeinstellungen verwalten“ und jeweils passend den Unterpunkt „Datenschutzbestimmungen“, der meistens zur neuen Datenschutzrichtlinie von Google führt.

Zu Besuch beim „Webprotokoll“ und den „Anzeigenvorgaben“

Diese Richtlinie steht wegen ihrer schwammigen Formulierungen im Zentrum der Kritik der Datenschützer. Wer an den Datenschutzeinstellungen schraubt, sollte an die Empfehlungen der Datenschützer denken, nicht alles bei einem Anbieter zu speichern. Ist es nötig, die Fotos bei Googles Picasa zu speichern? Gibt es Alternativen zu Googles Kalender, der über meinen Tagesablauf Bescheid weiß?
Der nächste Schritt führt zum Zentrum der Datensammlung von Google, zum Webprotokoll. Die „tolle Website“ (Google) mit der Auflistung aller Suchvorgänge kann komplett mit „Gesamtes Webprotokoll entfernen“ gesäubert, der Dienst insgesamt deaktiviert werden.

Schließlich empfiehlt sich ein Besuch bei den „Anzeigenvorgaben“ von Google und dort der Aufruf des Unterpunktes „Deaktivieren“. Hier erklärt Google die Bedeutung der Deaktivierung von Anzeigeneinblendungen (mit denen Google Geld verdient). An dieser Stelle könnte man noch ein kleines Zusatzprogramm für Browser, ein sogenanntes Plug-in, empfehlen, das Anzeigen blockiert. Aber seien wir ehrlich: Auch Zeitungsseiten im Netz bauen darauf, dass man die Online-Anzeigen wahrnimmt.

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