31.07.2010 · Wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten ihres Mandanten fordern die Anwälte des Wettermoderators Kachelmann von „Bild“ und „Bild am Sonntag“ Schmerzensgeld. Ein Sprecher des Springer-Verlags sagte, man weise die Forderungen zurück.
Der Wettermoderator Jörg Kachelmann, der bis Donnerstag wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in Untersuchungshaft saß, fordert von Zeitungen des Springer-Konzerns Schmerzensgeld. Dem Vernehmen nach soll es sich um verschiedene Forderungen handeln, die sich gegen „Bild“ und „Bild am Sonntag“ richten. Insgesamt sollen sie sich auf mehr als zwei Millionen Euro belaufen.
Ein Sprecher des Verlags bestätigte auf Anfrage von FAZ.NET, dass Forderungen vorlägen, doch weise man diese allesamt zurück. Zur Höhe der Forderungen machte der Sprecher keine Angaben. Der Medienfachdienst „kress“ schreibt, Kachelmanns Anwälte erhöben den Vorwurf, die Persönlichkeitsrechte ihres Mandanten seien mehrfach verletzt worden.
Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte am Donnerstag Kachelmanns Haftentlassung angeordnet, weil „kein dringender Tatverdacht“ bestehe. Am 6. September beginnt der Prozesse gegen Kachelmann vor dem Landgericht Mannheim. Das Landgericht hatte eine Verschiebung erwogen, erklärte jedoch am Freitag: „Trotz der Aufhebung des Haftbefehls sieht die Kammer das Verfahren im Hinblick auf den schwerwiegenden Tatvorwurf weiterhin als eilbedürftig an.“
Die Staatsanwaltschaft legt Kachelmann Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und Körperverletzung zur Last. Er soll Anfang Februar seine frühere Freundin vergewaltigt und mit einem Messer am Hals verletzt haben. Er war am 20. März nach der Rückkehr von den Olympischen Winterspielen aus Kanada verhaftet worden.