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Schluss mit Lagerfeuer : „Wetten, dass ..?“ in der F.A.Z.-Kritik

  • Aktualisiert am

Wette verloren: Vorspann der ersten Sendung von 1981 Bild: YouTube

„Wetten, dass ..?“, Deutschlands letztes Familien-Lagerfeuer, wärmte eine ganze Nation – und erhitzte die Kritiker. Das größte Lob der Sendung kam von Marcel Reich-Ranicki. 33 Jahre im Schnelldurchlauf.

          F.A.Z. (Feuilleton) vom 25.10.1980, erste Erwähnung von „Wetten, daß ..?“

          Der Samstagabend soll nach 19.30 Uhr der „Familienunterhaltung“ dienen mit Sendungen von 45 Minuten Länge (wie „Die Waltons“). Ab 20.15 Uhr wird das unterhaltende Angebot um sieben neue öffentliche Veranstaltungen erweitert, darunter „Wetten, daß ...?“ mit Frank Elstner. (why)

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          F.A.Z. (Politik) vom 26.6.1981 über die dritte Folge und Schummelvorwürfe

          Die Spottnamen lagen rasch auf der Zunge. Schummelreiter hat man ihn hämisch genannt und seine neue Sendung nach den populären „Montagsmalern“ eine Reise in die innere Mogelei. Seit sich Frank Elstner der massiven Vorwürfe einer Illustrierten, bei seiner Fernsehshow „Wetten, daß ... ?“ gehe es nicht ohne ein wenig programmierten Schwindel ab, sogar mit einer eidesstattlichen Erklärung, „daß ich nicht mogle“, erwehren mußte, hat die Fassade der unerschütterlichen Fröhlichkeit ein paar Risse bekommen. Gewohnt flott, aber spürbar verbissener als sonst brachte er vor einem Monat die dritte Folge jener Abendunterhaltung über die Runden, deren Witz weniger in der Art der angebotenen Wetten liegt als vielmehr im spielerisch gelösten Umgang mit den Wettenden.
          Hans Dieter Seidel

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          Sie kannte die Lottozahlen der vergangenen vier Jahre - Frank Elstner mit einer Wettkandidatin im Jahr 1984.
          Sie kannte die Lottozahlen der vergangenen vier Jahre - Frank Elstner mit einer Wettkandidatin im Jahr 1984. : Bild: Picture-Alliance

          F.A.Z. (Feuilleton) vom 1.4.1985 über eine missglückte Saalwette

          ... die Welt ist doch schön, schön wie hundert Kaiserkronen. Noch schöner wäre sie freilich, wenn zehn Zwillinge zehn Zwillinge geheiratet hätten und sie allesamt in der Innsbrucker Olympiahalle erschienen wären. Aber die Tür geht auf und herein kommt ein einziges klägliches Paar. Wie lange noch, bitte schön, kann sich ein „Wetten, daß ...? „-Abend so was leisten
          Wilfried Geldner

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          F.A.Z. (Feuilleton) vom 16.12.1986: Elstner-Nachfolge

          Thomas Gottschalk, Moderator der ZDF-Sendereihe „Na, sowas!“, tritt die Nachfolge von Frank Elstner bei „Wetten, daß...?“ an. Das Zweite Deutsche Fernsehen bestätigte in Mainz, der Wechsel werde nach der Sommerpause 1987 vorgenommen. Der 36 Jahre alte Gottschalk, der „Na, sowas!“ seit März 1982 präsentiert, sprach von einem „schweren Erbe“. Er fügte laut ZDF hinzu: „.Wetten, daß... ?’ jedoch ist eine Programmidee, die man nicht aus den Händen geben sollte, wenn man die Chance hat, sie zu realisieren. Ich freue mich auf diese Aufgabe.“ (AP)

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          Übergabe: Frank Elstner stellt im Dezember 1986 Thomas Gottschalk als seinen Nachfolger vor.
          Übergabe: Frank Elstner stellt im Dezember 1986 Thomas Gottschalk als seinen Nachfolger vor. : Bild: Picture-Alliance

          F.A.Z. (Feuilleton) vom 28.9.1987 über den Neuen: Thomas Gottschalk

          Ja, in dem Mittdreißiger Thomas Gottschalk haben wir den Spaßmacher, den wir verdienen. Der Mann ist gewiß nicht schlecht, sieht gut aus und ist schick gekleidet. Ein Yuppie, wie er im Buche steht, versteht er es mit professioneller Spontaneität, sich in Form von Kalauern und raschen Wortwitzen behaglich mitzuteilen. [...]

          Für irgend etwas mußten all die psychoanalytischen Gruppensitzungen, all die Übungen in Echtheit und Aufrichtigkeit ja von Nutzen sein, die unsereins nach der gescheiterten Revolution von 1968 zur Selbstfindung so auf sich nahm. Jetzt wissen wir es genau: in Thomas Gottschalk haben sie Früchte getragen, Denn wann ist es öffentlich-rechtlich schon vorgekommen, daß einer fortgesetzt seine Aufregung einbekennt, daß er seine Fehler sogleich registriert und mitteilt, ja daß er am Ende Publikum und Kritik gar bittet, ihn nicht zu fertig zu machen, denn er könne sich noch steigern?
          Jochen Hieber

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