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Sat.1 Geschäftsführer Guido Bolten muss gehen

13.01.2010 ·  Die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 sorgt weiter für Schlagzeilen. Kurz nach der Meldung, dass der Nachrichtensender N24 verkauft werden soll, wurde bekannt, dass Geschäftsführer Guido Bolten seinen Hut nehmen muss.

Von Michael Hanfeld
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Die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 sorgt zu Jahresbeginn weiter für Schlagzeilen. Am Dienstag kam die Meldung, dass der Nachrichtensender N24 verkauft werden soll, heute wird bekannt, dass Guido Bolten, der Geschäftsführer von Sat.1, seinen Hut nehmen muss. Der Sender wird „bis auf weiteres“ von Andreas Bartl geführt, dem Chef der deutschen Senderholding von Pro Sieben Sat.1. Der Holdingchef macht den größten Sender seiner Gruppe also quasi nebenbei, Erfahrung als Geschäftsführer hat Bartl, er war einmal Chef von Pro Sieben.

In dieser Personalie und einer weiteren zeigt sich der Zentralisierungsprozess, den die Sendergruppe betreibt: Jobst Benthues wird Unterhaltungschef für alle deutschen Sender von Pro Sieben Sat.1, seine Kollegin Katja Hofem-Best wird senderübergreifend für den Bereich „Factual“ zuständig sein. Benthues ist ein alter Vertrauter des nunmehr omnipotenten Andreas Bartl, die beiden arbeiteten schon in alten Pro Sieben-Zeiten eng miteinander zusammen.

Gemischte Bilanz

Von dem bisherigen Sat.1-Chef Bolten heißt es, er werde der Sendergruppe „als Berater verbunden bleiben“. Dass es Bolten erwischt hat, ist einigermaßen erstaunlich. Dem Marktanteil nach hält sich Sat.1 gut (10,8 Prozent bei den jüngeren Zuschauern), der Einkauf des europäischen Spitzenfußballs hat sich gelohnt und zum Ergebnis der Gruppe trägt Sat.1 ein Gutteil bei. Die prominenten Neuverpflichtungen jedoch haben ganz und gar nicht eingeschlagen - sowohl Johannes B. Kerner als auch Oliver Pocher bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Kerners Sendung läuft so schlecht, dass sie kurz nach beginn vom Montag auf den Donnerstag umgesetzt wurde, dass sie inhaltlich nicht hält, was sich der Sender davon versprochen hat, ändert dies selbstverständlich nicht.

So hat der bisherige Geschäftsführer von Sat.1, Guido Bolten, eigentlich eine gemischte Bilanz aufzuweisen, in den Augen des Holdingchefs Bartl ist das augenscheinlich zuwenig. Bei Pro Sieben Sat.1, das wegen der von den Eigentümern, den Finanzinvestoren KKR und Permira, diktierten Zwangsübernahme der skandinavischen Sendergruppe SBS Schulden von 3,4 Milliarden Euro drücken, gibt es schon zu Jahresbeginn den Kehraus.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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