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Zum Tod von Rudolf Radke : Der Erfinder der „heute“-Nachrichten

Radke in seinem Mainzer Büro, drei Jahre vor seiner Pensionierung. Bild: dpa

Rudolf Radke ist der Vater der „heute“-Sendung. Seit 1962 bis zu seinem Dienstende im Jahr 1990 prägte er das Nachrichtenprogramm im ZDF.

          Wenn er sich an die Anfänge des ZDF erinnerte, das 1962 als Konkurrenz zur ARD aufgebaut wurde, konnte Rudolf Radke von schlammigen Zufahrten und den zugigen Baracken einer ehemaligen Ziegelei in Eschborn bei Frankfurt erzählen. Dort produzierte das Zweite die ersten Probesendungen der „heute“-Nachrichten, deren Vater Radke war.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Der 1924 in Berlin geborene Journalist, dessen berufliche Anfänge bei der Deutschen Nachrichtenagentur lagen und der vor seinem Wechsel zum ZDF als Bonner Korrespondent des Senders Freies Berlin arbeitete, blieb dem neuen öffentlich-rechtlichen Programm fast dreißig Jahre lang treu. Von 1973 bis 1983 entwickelte und moderierte er für das Zweite ein weiteres nachrichtenjournalistisches Flaggschiff, das „auslandsjournal“.

          „Nachrichtenmann der ersten Stunde“

          Anschließend wirkte er bis zu seinem Dienstende 1990 als stellvertretender Chefredakteur und Programmkoordinator. Vor die Kamera trat er weiterhin, etwa mit Elke Heidenreich in der Talkshow „Live“ aus der Alten Oper in Frankfurt, verfasste Sachbücher, in denen er sich unter anderem mit dem Nahostkonflikt beschäftigte, und lehrte als Honorarprofessor an der TU Dresden. Peter Frey, der Chefredakteur des ZDF, würdigte ihn als „Nachrichtenmann der ersten Stunde“. Wie der Sender mitteilte, ist Rudolf Radke schon am 11. September im Alter von neunzig Jahren gestorben.

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