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RTL-Produktion : Hitler geht in Serie

In seinem ersten Krieg: Adolf Hitler auf einer nachbearbeiteten Fotografie aus dem Jahr 1916 Bild: Picture-Alliance

Das Programm ist nicht ohne Risiko: RTL lässt eine Serie zu Hitler produzieren. In zehn Stunden sollen sein Aufstieg zur Macht und der Weg zur Vernichtungspolitik geschildert werden. Das Drehbuch folgt Thomas Webers Biographie „Hitlers erster Krieg“.

          Es gibt die Serie „Hitler“ noch nicht, doch wird über sie in der Branche seit längerer Zeit gemunkelt, und nun werden schon die internationalen Senderechte verkauft: Auf der Fernsehmesse Mipcom in Cannes verkündete der Produzent Jan Mojto an diesem Sonntagabend, dass seine Firma Beta Film die Serie an den französischen Sender TF1 verkauft habe.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Bei diesem einen Abnehmer dürfte es angesichts des Gegenstands und der Expertise, mit welcher der Sender RTL das Projekt verfolgt, wohl nicht bleiben: Es geht um eine auf zehn Stunden angelegte Serie, welche die Produktionsfirma Ufa gemeinsam mit RTL entwickelt (und welche die Beta Film international verkauft). Das Drehbuch schreiben Niki Stein („Rommel“) und Hark Bohm, es basiert auf der Hitler-Biographie von Thomas Weber, „Hitlers erster Krieg“. Jede Episode der Serie werde sich je einem Kapitel von Hitlers Aufstieg zur Macht widmen – vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust, heißt es. Man wolle einen genauen Blick auf die persönliche Entwicklung des Mannes werfen, der die Welt in den Abgrund führte.

          Erst Vorgesetzte, dann Gegner

          Dramaturgisch ist das ein anspruchsvolles Unterfangen, bei dem Webers Hitler-Biographie hilft. So soll dessen Werdegang, wie die Produktionsfirmen verraten, unter anderem aus der Perspektive zeitweiliger Weggefährten geschildert werden, unter anderem aus dem Blickwinkel seiner Vorgesetzten im Ersten Weltkrieg, die auch später für Hitler noch eine große Rolle spielten. So ruft das Drehbuch Fritz Wiedemann auf, der später zeitweilig Hitlers Adjutant war, dann aber ob seiner kritischen Haltung auf konsularische Auslandsposten gesetzt wurde. Wiedemann warnte die westlichen Alliierten schließlich vor Hitlers vernichtungspolitischen Plänen.

          Fritz Wiedemann im September 1945 in Kalifornien

          Eine weitere Rolle in der Serie wird der jüdische Leutnant Hugo Gutmann spielen; der 1938 nach Belgien und 1940 über Frankreich in die Vereinigten Staaten fliehen konnte. Ebenso gehen wird es um den Offizier Karl Mayr, der Hitler nach dem Ersten Weltkrieg als V-Mann für den Nachrichtendienst der Reichswehr rekrutiert haben soll, schon bald aber zu einem vehementen Kritiker der NSDAP und Mitglied der SPD wurde. Mayr starb im Februar 1945 im KZ Buchenwald.

          Die „Hitler“-Serie sei eines der ambitioniertesten europäischen Fernsehprojekte, sagte der Produzent Jan Mojto in Cannes, sie werde den Blick auf Hitler nachhaltig prägen. Man habe im Sinn, die historische Mini-Serie auf ein neues Level zu heben, sagten die Ufa-Produzenten Benjamin Benedict und Joachim Kosack. Die eigentliche Produktion der Serie soll 2016 beginnen.

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