Home
http://www.faz.net/-gsb-7092b
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

RTL: „Günter Wallraff deckt auf“ Dieses Paket ist eine Bombe

 ·  Günter Wallraff ist mal wieder undercover unterwegs. Als Paketzusteller erlebt er sein blaues Wunder – Arbeitsverhältnisse „wie im Frühkapitalismus“.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (108)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2 3  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Wolfgang Ebel

Wallraff mag polarisieren

oder nicht - man kann in seiner Vergangenheit graben oder auch nicht . . . andere prominente Personen dürfen auch nicht "EM " genannt . . . . das alles ist subsidaer.

Wenn er aber Skandale aufdeckt und diese mit unwiderlegenbaren Beweisen auch dokumentiert, so gebührt im dafür Dank, Respekt aber bestimmt keine überwiegend polemische Kritik.

Zu hoffen, dass der deutsche Rechtsstaat solchen Ausbeutern wie GLS u.a. durch eine knallharte Gesetzgebung das Handwerk legt, bleibt allerdings nur Wunschdenken. Er partizipiert quasi dabei, denn Steuereinnahmen waren und sind schon immer ein Grund, die Augen manchmal " zu zu drücken ". Gelegentlich ändert der KUnde etwas an solchen Praktiken wie der Fall Schlecker dies augenscheinlich machte.

Empfehlen
Steffen Cooper

Skandal! Autor verdient sein Geld auf Kosten ausgebeuteter Arbeitnehmer!

Herr Walraff, was würden Sie eigentlich machen, wenn es keine "Skandalunternehmen", wie es ja alle Kurierdienste, Callcenter oder Großbäckereien sind, geben würde? Ohne diese wären Sie doch jeglicher Verdienstquelle beraubt! Womöglich müssten Sie in solchen Unternehmen mal keinen "Abenteuerurlaub" machen, sondern richtig arbeiten. Und, jetzt mal ganz unter uns, glauben Sie wirklich, dass das Schlachtfeld, welches Sie hinterlassen, vorteilhaft für Ihre Ex-Kollegen ist? Bis Ihre angeblichen Sammelklagen ins Rollen kommen, stehen Sie doch wieder auf irgendeiner Mülldeponie und berichten, dass es dort zu sehr stinken würde.

Empfehlen
Anna Domin
Anna Domin (annasbest) - 01.06.2012 09:06 Uhr

Sind Sie bereit, mehr Porto zu zahlen?

An alle Empörten eine konkrete Frage:
Wenn ich morgen ein Transportfirma gründe, die allen MitarbeiterInnen faire, würdige Löhne bezahlt und das auch transparent nachvollziehbar macht: Wer von Ihnen würde bereit sein, dafür einen fairen Transportpreis zu bezahlen? Nehmt euch mal an der Nase!

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 09:08 Uhr
Uwe Warschkow

nee Herr Schreiber..

genau dort liegt das Problem,bei gleicher Leistung wird immer der Preis entscheiden,so ist das in der freien Marktwirtschaft,es sei den wir hätten Monopole die den Preis bestimmen...

Empfehlen
Anna Domin
Anna Domin (annasbest) - 01.06.2012 17:19 Uhr

Einhalt gebieten

Ich bin ganz Ihrer Meinung. Nur bitte nennen Sie mir wirksame Mechanismen, der Gier Einhalt zu bieten. Es ist eine Spirale nach unten.

Empfehlen
Michael Schreiber

Das würde ich tun

Natürlich würde ich für das Paket anstelle 3,90 auch 6,90 Euro bezahlen. Das ist hier aber weniger das Problem, denn wer garantiert denn bessere Arbeitsverhältnisse, wenn wir alle bereit sind mehr fürs Paket zu zahlen?

Der Ansatz, hier die Hauptschuld beim geizigen Verbraucher zu suchen, geht meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Wer einer Arbeit nachgeht, muss auch ein Mindestmaß an an Lohn bekommen. Auch müssen Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Eigentlich logisch, nicht wahr?

Wenn dadurch der Versand teurer würde (bei guten Prozessen im Zustellunternehmen, macht das maximal 15% Preiserhöhung auf eine bis dato viel zu billige Dienstleistung aus), wird es Deutschland nicht schlechter gehen. Nein, hier fehlt es einigen Verantwortlichen an moralischen Anstand. Zum Glück gibt es aber Möglichkeiten und Mechanismen grenzenlose Gier einzubremsen. Das muss nur genutzt werden. Deshalb: noch mal danke für diese und ähnliche Reportagen!

Empfehlen
Dietmar Blum

Dieser selbsternannte "Aufklärer"

möge zuerst einmal SEINE vermeintliche Rolle als "IM" dem staunenden Publikum ausführlich und wahrheitsgetreu darlegen, bevor er Anderen auch nur ansatzweise etwas vorwerfen darf.

Empfehlen
Erwin Stahlberg

Wo bleiben nur die SOZIAL-DEMOKRATEN???

Verbietet endlich das Sub- und das Sub-Sub und
das Sub-Sub-Sub-Unternehmertum --- das Outsourcing.
H i e r werden Menschrechte mit Füßen getreten.

Sozialdemokraten in den Behörden „kultivieren“ sogar
„kostenbewußt“ diese verdammten Erscheinungen.

WIKIPEDIA:
Der deutsche Arbeiterführer Ferdinand Lassalle
entwickelte daraus das Schmähwort Manchestertum
zur Bezeichnung der deutschen Freihandelsbewegung.
Dieses verwendete er erstmals 1863
in seiner Veröffentlichung
Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klasse.
Darin schrieb er, dass

„unsere Nichts-als Freihändler,
die Affen der Manchester-Männer,
diese lächerlichen, die sich dünken Ökonomen zu sein“

seiner Ansicht nach dafür verantwortlich sind,
dass der Staat (damals) sozialpolitisch passiv blieb
und die Arbeiter ihrem Schicksal überließ.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 21:00 Uhr
Martha Strinz

Lieber Herr Stahlberg,

die Troika in einen Zusammenhang mit Ferdinand Lassalle zu rücken, könnte man Ihnen schon fast als Rufschädigung auslegen!

Die moderne Sozialdemokratie hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie sich als Freund der Bosse und Banken, Energieversorger und lupenreinen Demokraten versteht.

Ein Otto Schily wäre m.E. 1848 auf Seiten Metternichs gestanden.

Ich bin sicher, mehrere Traditionsparteien haben gerade eine Wette laufen, wer als Erster die 5%-Marke unterschreitet. Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen.

MfG Martha Strinz

Empfehlen
Helmut Smith
Helmut Smith (fmsus) - 31.05.2012 18:52 Uhr

Wer tritt irgendwann mal in Wallraffs Fußstapfen?

Das sollte uns mehr Sorgen machen als RTLs neugefundene Rolle als Aufklärungssender. Der Mann riskiert mehr als man sehen oder lesen kann - seine Feinde konnten ihn bisher nicht aufhalten.

Empfehlen
Michael Rakete

Breaking News: "Man on the Moon!"

Wenn man ganz ehrlich ist, kommt in dieser "Reportage" nicht wirklich eine nicht schon vorher bekannte Form der Ausbeutung zum Vorschein.

Auch die Art und Weise, wie Herr Wallraff seine Dokumentationen gestaltet, ist schon seit 40 Jahren bekannt und birgt keinerlei neue Erkenntnisse. Es kommen denn auch immer nur diejenigen zu Wort, die unter ihrem Arbeitgeber leiden.

Aber wo sind die Menschen, für die diese Tätigkeit ihren Lebensinhalt darstellt und die den Kontakt mit Menschen, die Bewegung und die selbstständige Arbeitsweise schätzen?

Daneben gibt es durchaus belastendere Tätigkeiten, wie ein Besuch im Pflegeheim, Krankenhaus oder auf der nächstbesten Baustelle beweist.

Aber eine differenzierter Berichterstattung war noch nie die Stärke des G.W. und aufgrund seines fortgeschrittenen Alters ist es auch eher unwahrscheinlich dass sich dies noch einmal ändern wird.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 01:49 Uhr
Jan Frisch

Antwort...

auf Ihre rhetorische Frage: "Aber wo sind die Menschen, für die diese Tätigkeit ihren Lebensinhalt darstellt und die den Kontakt mit Menschen, die Bewegung und die selbstständige Arbeitsweise schätzen?"
Ganz einfach - auf dem Mond, von Menschen wie Ihnen mit Ihrer Rakete dorthin geschossen, um am Sternenhimmel um die Wette zu strahlen.
Aber mal ohne Ironie: Wie kann ein Mensch nur derart ignorant sein zu glauben, dass es irgendjemanden gibt, der diese Form der Ausbeutung (nämlich 3,16€/h) allen Ernstes "zu schätzen weiß".

Empfehlen
Sebastian Fels

Ich bin mir sicher,

wenn Sie Herrn Wallraff Ihre Telefonnummer zukommen lassen wird er sich sicherlich gern mit Ihnen abstimmen, damit er das nächste Mal auch garantiert die aller belastendste, aller unmenschlichste Tätigkeit von allen im Visier hat, bevor er sich nochmal erdreistet, so mir-nichts-dir-nichts einfach bei den Blümchenpflückern vom Paketzustelldienst die Arbeitsbedingungen anzuprangern.

Man darf ja nicht vergessen, 14 Stunden Arbeit am Tag sind geschlagene 10 Stunden Freizeit, wer sich da noch beschwert, hat offensichtlich nicht gedient.

Empfehlen
Kai Schraube

Zuerst mal nachgerechnet - und dann doch gemerkt: Dieses Paket ist eine Mogelpackung

Durchschnittlich € 1.350,- brutto und € 3,14 Stundenlohn? Das wären ja 430 Arbeitsstunden pro Monat, oder, bei durchschnittlich 22 Arbeitstagen/Monat, immerhin 19,5 Arbeitsstunden täglich.

Kaum glaubhaft - oder?

Ob der fidele Enthüllungsrentner Wallraff da nicht - im Vertrauen auf die begrenzten Rechenfähigkeiten bei RTL - etwas dick aufgetragen hat? Ich erinnere mich dunkel, daß er sich vor Jahren einmal eine Mercedes S-Klasse und ein Sakko auslieh, um durch under-cover Verhandlungen mit dem RWE den Nachweis zu führen, gewerbliche Großabnehmer bekämen den Strom tatsächlich billiger, als Privathaushalte. Skandal! Aber für Schnappatmung sorgen seine Geschichtchen immer...

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 01:59 Uhr
Jan Frisch

Sie sollten das Rechnen anderen überlassen -

Sie haben nämlich den "Bußgeldkatalog" übersehen - glauben Sie mir, ich kenne das, ich habe selber in der Logistik gearbeitet, und weiß, dass sich mancher Strafzettel nicht vermeiden lässt, und Arbeitgeber extrem einfallsreich sind, wenn es darum geht sich monetäre Schikanen auszudenken.
Glauben Sie nicht, dass nur weil Sie persönlich scheinbar Glück gehabt haben in Ihrer Berufswahl, dass das deutsche Arbeitsrecht wirklich allen Arbeitnehmern zu Gute kommt - das ist zwar der Sollzustand, aber rückt angesichts von outsourcing und Subunternehmerischen Harakiriverträgen in immer weitere Distanz - die Politik hat schließlich keinerlei Interesse daran die "Leistungsträger" der Gesellschaft irgendwie in ihrer persönlichen Entfaltung zu hindern - gemeint sind natürlich die Verantwortlichen bei GLS und Konsorten.

Empfehlen
Sebastian Fels

Jou immer feste druff.

Oder finden Sie ernsthaft, dass es eine Rolle spielt, ob die Leute jetzt drei oder vier Euro kriegen? Jeder, der sich schon mal mit nem Postboten unterhalten hat, weiß, dass Wallraff mit seiner Reportage in allen wichtigen Punkten absolut Recht hat. Selbst die Leute von der Post, denen es vergleichsweise blendend geht, können davon ein Liedchen singen. Und wenn er tatsächlich etwas übertreibt, damit die Botschaft auch wirklich sitzt: Wayne, ganz ehrlich?

Empfehlen
Otto Meier

Tragen die Ausgebeuteten selbst Schuld an ihrer Ausbeutung?

Nein, Unterdrückung und Ausbeutung sind System in diesem Land. Politisch gewollt, unterstützt und selbst vorgenommen. Angefangen bei der Agenda 2010, Leih- und Zeitarbeit bis zur Verweigerung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes etc. pp.

Die Schuld der Bürger beschränkt sich auf ihre Dummheit, immer wieder die politischen Parteien zu wählen, die die Legitimation hätten, diese Zustände zu beenden, es aber aus machtpolitischen Interessen heraus nicht tun und auch nie tun werden, egal welche Lügen sie vor Wahlen verbreiten.

Wer aber schon so dumm war, sich ausbeuten zu lassen, der sollte mal mit einem Juristen seines Vertrauens darüber sprechen, ob er nicht einen Anspruch auf Lohnnachzahlung hat, wenn sein Lohn als sittenwidrig betrachtet werden muß. Das könnte sich dann auch sehr positiv auf seine zukünftige Rente auswirken.

Empfehlen
otto sundt
otto sundt (drto) - 31.05.2012 17:06 Uhr

Frühkapitalismus

Laut Wallraff gab es im Frühkapitalismus schon motorisierte Transporter, Warenhäuser, Versandhandel und folglich auch PC's und Internet. Man muss sich also fragen, ob der Frühkapitalismus einmal war, immer noch ist, oder die Welt schon immer schlecht organisiert war und sich sowie so nichts ändert und Wallraff auch nicht. Immerhin hat Wallraff den Ali auch nur vom Hörensagen gekannt und sein verhärmtes Antlitz bestimmt nicht als Paketzusteller erworben. Die Show muss weitergehen und einen profitträchtigen Job gibt man so schnell nicht auf.

Empfehlen
Michael Schreiber

@Stefan Gentz: Kein Wort zu den Zuständen in unserer Gesellschaft!

Dann können Sie uns ja vielleicht mal die Frage beantworten, wie es zu derartigen Zuständen z.B. bei Zustellern kommt? Warum werden die lange bestehenden Ursachen prekärer Arbeitsverhältnisse nicht wirksam bekämpft? Gibt es etwa keinen wirksamen Lobbyismus gegen die Interessen der Allgemeinheit? Wird denn nicht mit einigem Erfolg versucht unser Land zu entdemokratiesieren?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 22:03 Uhr
Sebastian Fels

Bei Paketzustellern gibt es zwei absolut wirksame Maßnahmen:

1.: Nicht mit dem Billo-Zusteller versenden.
2.: Nicht von Händlern kaufen, die per Billo-Zusteller zustellen, und das denen auch knallhart so kommunizieren.

Die Mehrkosten sind allemal für Private absolut vernachlässigbar, wer verschickt schon privat so oft Post, dass sich der Euro mehr fürs Paket bemerkbar macht?

Klar, die Politik muss dringend aktiv werden und dieser staatlich geförderten Menschenschinderei ein Ende setzen. Aber nur auf "die da oben" abwälzen ist halt auch nur die halbe Miete, grad wenn's um ne Branche wie den Paketdienst geht.

Empfehlen
Thorsten Haupts
Thorsten Haupts (ThorHa) - 31.05.2012 14:56 Uhr

Furchtbar. Und furchtbar unnötig, wie die Konkurrenz beweist ...

Um den Sklventreiber, über den berichtet wird, wär´s wirklich nicht schade. Wie es anders, anständig und ordentlich bezahlt geht, beweist u.a. UPS - Fahrer sind Arbeitnehmer, verdienten 2007 > 12 Euro/Stunde und können im grossen und ganzen ihre Achtstundentage einhalten. Allerdings frage ich mich dann schon, warum Wallraff sich nicht eine der Branchengrössen, sondern ganz gezielt einen offensichtlichen Sklavenhändler minderer Bedeutung gesucht hat. Dem muss das Handwerk gelegt werden, soviel ist klar. Aber repräsentativ für das Gewerbe ist der Bericht eher nicht.

Empfehlen
Stefan Gentz
Stefan Gentz (stefange) - 31.05.2012 14:42 Uhr

@MATTHIAS SCHWARZER: Genau! Richtig! Das muss man doch mal sagen dürfen.

Genau! Richtig! Das muss man doch mal sagen dürfen.
Die machen ja eh was sie wollen. Alle. Also, jetzt mal so grundsätzlich.
Dem Politiker, also dem als solchem, sind wir total egal.
Die da oben. Und überhaupt.
Alles Verbrecher. Kann man keinem glauben.
Die müsste man alle mal, also, ich meine jetzt, alle.
 
Traurig.
 
Glauben Sie im Ernst, dass „unsere Politiker“ in die Politik gegangen sind, sich jahrelang über viele politische „Karrierestufen“ hinweg neben Studium und Arbeit unbezahlt Nächte und Wochenenden um die Ohren geschlagen haben, sich unbezahlt in zig lokalen und überregionalen gemeinnützigen Vereinen engagieren, weil sie alle (!) das Ziel haben: Wenn ich mal groß bin, werde ich mal so ganz egoistisch am Volk vorbeiregieren, viele Schulden machen – für die Kinder – und überhaupt nur das tun, wofür ich nicht gewählt wurde? Hauptsache am Ende der Karriere steht ein nettes Pöstchen in irgendeinem Aufsichtsrat?
 
Dieses bierselige Politiker-Bashing ist einfach nur überflüssig.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 19:39 Uhr
Closed via SSO

Herr Genz

bitte nennen Sie mir mal positive Beispiele, bitte aber solche die auch die Politik beeinflussen und auch ein Beispiel wasn sie fuer uns positives geleistet oder bewirkt haben.

Empfehlen
Sebastian Fels

@Stefan Gentz: Hurra Sarkasmus.

Sie haben Recht, stupides Bashing ist überflüssig. Aber ganz so rosig wie Sie die Sache darstellen ist sie leider auch nicht.

Natürlich gehen viele aufreche Menschen mit der ehrlichen Absicht in die Politik, das Richtige (tm) zu tun und es besser zu machen als "die da oben". So mancher hält diese Einstellung auch erstaunlich lange durch. Leider ist es aber so, dass die "Karrierestufen" wie sie so schön schreiben ein langer, aufreibender, schmutziger Weg ist, bei dem gnadenlos gefiltert, geformt und gegängelt wird, so dass diejenigen, die tatsächlich irgendwann in einem ernsthaft einflussreichen Amt ankommen in den meisten Fällen schon weit, weit weg sind von den Idealen der Anfangszeit.

Nun glaube ich durchaus, dass der durchschnittliche Spitzenpolitiker der Meinung ist, das Richtige zu tun. Ich glaube aber auch, dass sich die Perspektive des handelsüblichen Spitzenpolitikers so gründlich verschoben hat, dass das Regieren im Sinne des Volkes leider zum Ausnahmefall wird.

Empfehlen
peter bernhardt

...unbezahlt Nächte und Wochenenden um die Ohren geschlagen haben.

Breitwandpräsentation stereotyper Propagandasprüche von Berufspolitikern und Funktionären.
Alles mitnehmen, aber nichts verantworten. Nichts tun, aber viel darüber schwätzen

Empfehlen
Markus Teuber

Hermes,Bote der aktuellen Zeit !

Als Student hatte ich auch mal für Hermes gearbeitet - Mitte der 80er . Damals gab es jedoch NUR Hermes-eigene Fahrzeug mit Angestellten Fahrern - KEINE Subunternehmer. Wenn ein Fahrzeug kein Firmenlogo hatte,war es ein Mietfahrzeug ,gemietet,weil ein Fahrzeug in der Werkstatt war.
.
Die geschilderte Situation - ist dies nicht vielmehr Spiegel,Ausfluß der heutigen Zeit ?!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 22:16 Uhr
Sebastian Fels

...

Natürlich. Bei GLS sind auch keine anderen Mechanismen am Werk als in den meisten anderen Branchen auch. Allenfalls mit ausreichend menschenverachtendem Kalkül weiter auf die Spitze getrieben als bei manchen anderen, aber es gibt sicherlich auch genügend "Arbeiter", für die die GLS-Arbeitsbedingungen ein dickes Bonuspaket wären.

Empfehlen
michael martensen

Gab es doch schonmal mit einem Reporter bei einer DHL Tochterfirma

Ich erinnere mich noch gut daran, dass es letztes Jahr ebenfalls einen undercover-Reporter gab, der eine DHL-Tochterfirma untersuchte. Dort fand er in der Tat völlig regelwidriges Verhalten und sorgte auch dafür, dass die DHL sich von diesem Subunternehmen trennte (siehe Panorama). Ich denke hier möchte RTL nur in ähnlicher Manier mit den öffentlich-Rechtlichen gleichziehen ohne aber wirkliche Verbesserungen zu bewirken. Vielleicht wurde Wallraff auch von DHL bezahlt, um der Konkurrenz zu schaden. Dennoch ist es nicht schädlich, wenn dadurch die Debatte um die Dumping-Löhnen am Leben gehalten wird. Der Mindeslohn ist ja mittlerweile fast von allen Bundesbürgern gewünscht.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 16:35 Uhr
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 31.05.2012 16:35 Uhr

Mindestlohn und Marktverzerrung bei der Preisfindung

Auch wenn sie es nicht glauben werden ich halte immernoch nichts vom Mindestlohn, auch wenn ich diese Zustände nicht gutheisse.
.
Wie Ihr Vorkommentator Herr Wolfgang Wagner, M.A. angemerkt hat liegen die Fehler im System in den Randbedingungen die einerseits durch die Bedingungen des SGB II (bekannt als H.IV) und andererseits durch eine zu geringe Marge bei Kunden die am unteren Rand der Einkommens und Vermögensskala liegen.
.
Es gibt genügend Literatur die darauf hinweist, dass sich Vermögen und Einkommen in regelmässigen abständen der Geschichte bei einer kleinen Gruppe von Menschen häufen und es dann zum Knall kommt. Unabhängig vom Kulturellen Hintergrund.
.
Ich möchte weiter für ein BGE (Bedingungsloses Grund Einkommen) werben weil M.E. nach sowohl die Liquidität für diese Märkte dadurch gestärkt werden würde als auch der Zwang sein Geld zum Arbeitgeber zu tragen wegfällt.
.
Ein Arbeitsplatz ist sinnvoll wenn er Wertschöpfung generiert von der die Arbeitskraft bezahlt wird!

Empfehlen
Wolfgang Wagner, M.A.

Interessant wäre noch zu erfahren...

wie denn die Angestellten und aus welchem Status kommend sie bei den Subunternehmen gelandet sind. Es wäre nicht verwunderlich, wenn da eine Vielzahl aus der Arbeitslosigkeit gekommen sind. Die haben dann die tollen Arbeitsverträge sicher nicht freiwillig akzeptiert, sondern unter dem Zwangsmittel der Zumutbarkeit des SGB III und der drohenden Leistungssperre. Damit würde sich die Bundesagentur für Arbeit zum Mittäter ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse machen und - genauso wie in der Zeitarbeit - Sklavenarbeitsverhältnisse mit Steuermitteln (=Aufstocker nach SGB II) subventionieren. Dieser mögliche Zusammenhang verdient zusätzliche Aufmerksamkeit und weitere Recherchen - vielleicht ein neues Thema für Herrn Wallraff!

Empfehlen
Gerhard Grell

Kunde klickt, wo es INSGESAMT am günstigsten ist.

Der Kunde kann es nicht richten. Ich bestelle, wo das Produkt zuverlässig geliefert wird (was fast überall der Fall ist) und wo es am günstigsten ist.
Jeder Versuch, hier nach welchen Kriterien auch immer zu selektieren, endet in Fehlsteuerung.
Ich kaufe gleich etwas bei bike24.net. Keine Ahnung wer liefert, keine Ahung wer einpackt, keine Ahung wer den Stapler fährt, keine Ahung wo das produziert wird, keine Ahnung ob dort irgend welche Standards eingehalten werden - und wenn mir jemand dazu was erzählt, dann weiß ich es noch immer nicht verlässlich.

Es kann nicht der Kunde und es kann nicht der Auftraggeber sein, der die Rechtstreue Dritter beurteilen kann und sollte. Fehlt nur noch, Kunde und Auftraggeber sollen gleich Frauenquote, Umweltverhalten oder Mitgliedschaft im Lionsclub bewerten und beim Einkauf beücksichtigen ........

Denkbare Misstände haben die Gesetzgeber zu beseitigen.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 22:20 Uhr
Sebastian Fels

Dieser Kunde klickt da, wo er klicken will.

Wenn ich weiß, dass ein Händler über GLS versendet, kaufe ich bei ihm nichts. Im Zweifelsfall klärt sich das nach der ersten Bestellung. Klingt komisch, ist aber so. Hat mir bisher nicht geschadet, und auch wenn ich dadurch nicht die Arbeitsbedingungen in der Zustellerbranche revolutionieren werde kann ich zumindest behaupten mehr zu tun als nur alles hinzunehmen und auf Mama Merkel zu hoffen.

Empfehlen
Frank Geiser

Etliche Kommentare ...

... stellen den Authoren auessersts negative dar da er ja Zustaende beschreibt die eh jedem bekannt sein muessten ...

Nun, dann koennen wir ja Alle endlich unsere Schnauze halten, hatten wir ja schon mal.

Empfehlen
Matthias Schwarzer

Der Fisch stinkt vom Kopf

Unsere Politiker machen uns jeden Tag vor, wie man egoistisch am Volk vorbeiregiert und in die eigenen Taschen wirtschaftet. Wundert es einen, dass Unternehmen dann auch so handeln?

Niemand aus dem Volk hat auch nur einem Politiker jemals erlaubt, Milliardenschulden aufzutürmen. Dennoch machen es die Politiker seit Jahrzehnten hemmungslos.

Niemand im Volk will, dass die Politiker sich mit den Unternehmen und Lobbyisten verbändeln. Dennoch machen es die Politiker aller Parteien schamlos. Man fragt sich, wofür Parteien überhaupt hunderte Millionen an Zusatzeinnahmen brauchen. Die bekommen doch sowieso alles vom Staat bezahlt.

Seit Jahrzehnten schieben die Politiker ihren Beamten riesige Privilegien zu, der Nichtbeamte hat für die gleiche Arbeit mehrere hundert Euro weniger im Monat. Jeder Lehrer kennt diese dramatischen Fälle der Diskriminierung im öffentlichen Dienst.

Und warum wohl passiert gerade beim Verbraucherschutz rein gar nichts? Weil wir den Politikern total egal sind!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 15:38 Uhr
Michael Schreiber

Danke!

Danke für Ihren Beitrag Herr Schwarzer!

Empfehlen
Edgar Timm
Edgar Timm (duet) - 31.05.2012 12:59 Uhr

@Anna Domin (annasbest): Ich weiß nicht, welche Produkte Sie versenden, aber ...

sparen Sie nicht die Kosten für eigene Läden/Lager in Reichweite Ihrer Kunden - für die Sie Miete und Personal bezahlen müßten? Oder sparen evtl. die Handelsspanne von Wiederverkäufern?
.
Normalerweise müßte ein Versandhändler (mit Zentrallager) - vor allem aber ein Händler, der direkt ab Werk zum Kunden liefern läßt ("Streckengeschäft") doch deutlich preiswerter sein als ein Händler mit Ladenlokal.
.
Insofern ist mir unbegreiflich, dass Kunden überhaupt bereit sind, Produkte im Versandhandel zu bestellen, wenn sie diese Güter zum gleichen Preis vor Ort beziehen können. Und deshalb kaufe ich z.B. Bücher grundsätzlich bei meinem Buchhändler.
.
Allerdings muss ich gestehen, dass es einzelne Produkte gibt, die selbst in Hamburg schwer aufzutreiben sind (z.B. Spezialakkus) - und die ich dann übers Netz bestelle. Für die freundlichen Boten von DHL/Hermes etc. liegen aber stets einige €uro-Stücke in einer Schale an der Haustür.

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 09:28 Uhr
Anna Domin
Anna Domin (annasbest) - 01.06.2012 09:28 Uhr

alles mit der Familie rechtfertigen

ich habe aber nicht alles mit dem Familienargument gerechtfertigt. Ich sollte nur zeigen, dass es in der Realität komplizierter ist. Ja, auf unseren Paketen steht GLS. Ihrer Meinung nach soll ich der Subunternehmerfamilie kündigen, obwohl die sich 5 Beine für uns ausreissen. Machen Sie doch für mich das Kündigungsgespräch und wünschen Sie der Familie viel Erfolg bei der Suche nach einem besseren Arbeitgeber.
Sind Sie bereit, Mehrkosten für den Transport zu bezahlen, wenn der Kurier ein anständiges Gehalt bekommt? Ich bitte um Ihre ehrliche Antwort. Und bis dahin geben Sie an der Türe ordentlich Trinkgeld. Das hilft nämlich besser als Ihre weltfremden Verbesserungsvorschläge. Organisieren Sie eine Solidardemo vor der GLS-Zentrale (und der von DHL, etc)

Empfehlen
Sebastian Fels

Der Buchhändler vor Ort

Finde ich schön, dass Sie gezielt vor Ort kaufen, wann immer das möglich ist.
Aber nur aus Interesse: Haben Sie den Buchhändler schon mal gefragt, wie der das Buch zugestellt bekommt, das Sie bei ihm bestellt haben? Nicht falsch verstehen, ich will da nichts unterstellen, aber transportiert wird nun mal alles irgendwie von irgendwem, und ob Sie jetzt selbst bestellen oder ihr Buchhändler macht noch nicht automatisch einen Unterschied.

Empfehlen
Sebastian Fels

Die Familie des Subunternehmers.

Wenn ich nicht bei Ihnen kaufe, weil Sie per GLS verschicken, schade ich dem Subunternehmer und seiner Familie, richtig. Aber fragen Sie doch mal den Subunternehmer, ob sich seine Familie nicht noch mehr freuen würde, wenn er demnächst bei Ihnen vorbeidüst und dabei in einem Firmenauto von der weniger ausbeuterischen Konkurrenz sitzt. Wenn Sie sich gegen GLS entscheiden, entsteht dadurch mehr Bedarf nach Arbeitskraft bei einem höherwertigen Unternehmen, und damit letzten Endes ein besserer Arbeitsplatz für jene, die noch Subunternehmer bei GLS sind.

Mir ist schon klar, dass das nicht 1:1 so funktioniert, und dass nicht jeder der bei einem schlechten Arbeitgeber rausfliegt automatisch den Job beim besseren Arbeitgeber bekommt. Aber über die Argumentation mit der Familie vom Subunternehmer können Sie nun mal absolut alles rechtfertigen. Egal wie miserabel und ausbeuterisch der Arbeitsplatz, am Ende sitzt da immer ein armes Schwein das erst mal den Job los ist, wenn sich was ändert.

Empfehlen
Anna Domin
Anna Domin (annasbest) - 31.05.2012 14:55 Uhr

Produktversandkosten/ was stellen wir her?

Wir sind kein Versandunternehmen, wir sind Prouzenten und stellen Spezialitäten in Handarbeit her. Ich weiss nicht, wie sich manche Kunden das vorstellen: Die Arbeitszeit fürs Packen kostet, der Umkarton kostet, die Rechnungen zu schreiben, last but not least das Lager ...All das kann unmöglich gratis sein. Also, entweder man schlägt das auf den Produktpreis (was nicht sonderlich transparent ist) oder man verlangt separate Versandkosten.
ich habe nie behauptet, dass bei GLS tolle Arbeitsbedingungen herrschen.
Soll ich aber jetzt meine Zusammenarbeit mit dem GLS-Subunternehmer stoppen, obwohl ich sehr zufrieden bin und diese Familie sich auch freut, wenn sie bei uns vorbeidüst? Nur weil dann auf den Paketen GLS steht und einige hier im Forum bei uns nicht mehr kaufen würden?
ich habe vorhin an die GLS Zentzrale geschrieben, dass ich ein System "faires Paket" vorschlage, wo der Subunternehmer anhand der Monatsabrechnung von Firmen wie unserer einen Extrazuschlag bekommt.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

Jüngste Beiträge

Freitod-Fashion

Von Fridtjof Küchemann

Ein Model kniet vor dem Gasherd, eines steht mit einem Stein im Arm im Fluss: Für eine Modestrecke ließ das amerikanische Magazin „Vice“ den Freitod bekannter Autorinnen nachstellen. Was als Kunst gemeint sein soll, verrät die Kunst. Mehr 2