31.05.2012 · Günter Wallraff ist mal wieder undercover unterwegs. Als Paketzusteller erlebt er sein blaues Wunder – Arbeitsverhältnisse „wie im Frühkapitalismus“.
Von Michael HanfeldRichtlinien für Lesermeinungen
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oder nicht - man kann in seiner Vergangenheit graben oder auch nicht . .
. andere prominente Personen dürfen auch nicht "EM "
genannt . . . . das alles ist subsidaer.
Wenn er aber Skandale aufdeckt und diese mit unwiderlegenbaren Beweisen
auch dokumentiert, so gebührt im dafür Dank, Respekt aber
bestimmt keine überwiegend polemische Kritik.
Zu hoffen, dass der deutsche Rechtsstaat solchen Ausbeutern wie GLS u.a.
durch eine knallharte Gesetzgebung das Handwerk legt, bleibt allerdings
nur Wunschdenken. Er partizipiert quasi dabei, denn Steuereinnahmen
waren und sind schon immer ein Grund, die Augen manchmal " zu zu
drücken ". Gelegentlich ändert der KUnde etwas an solchen
Praktiken wie der Fall Schlecker dies augenscheinlich machte.
Skandal! Autor verdient sein Geld auf Kosten ausgebeuteter Arbeitnehmer!
Herr Walraff, was würden Sie eigentlich machen, wenn es keine "Skandalunternehmen", wie es ja alle Kurierdienste, Callcenter oder Großbäckereien sind, geben würde? Ohne diese wären Sie doch jeglicher Verdienstquelle beraubt! Womöglich müssten Sie in solchen Unternehmen mal keinen "Abenteuerurlaub" machen, sondern richtig arbeiten. Und, jetzt mal ganz unter uns, glauben Sie wirklich, dass das Schlachtfeld, welches Sie hinterlassen, vorteilhaft für Ihre Ex-Kollegen ist? Bis Ihre angeblichen Sammelklagen ins Rollen kommen, stehen Sie doch wieder auf irgendeiner Mülldeponie und berichten, dass es dort zu sehr stinken würde.
Sind Sie bereit, mehr Porto zu zahlen?
An alle Empörten eine konkrete Frage:
Wenn ich morgen ein Transportfirma gründe, die allen
MitarbeiterInnen faire, würdige Löhne bezahlt und das auch
transparent nachvollziehbar macht: Wer von Ihnen würde bereit sein,
dafür einen fairen Transportpreis zu bezahlen? Nehmt euch mal an
der Nase!
nee Herr Schreiber..
genau dort liegt das Problem,bei gleicher Leistung wird immer der Preis entscheiden,so ist das in der freien Marktwirtschaft,es sei den wir hätten Monopole die den Preis bestimmen...
Einhalt gebieten
Ich bin ganz Ihrer Meinung. Nur bitte nennen Sie mir wirksame Mechanismen, der Gier Einhalt zu bieten. Es ist eine Spirale nach unten.
Das würde ich tun
Natürlich würde ich für das Paket anstelle 3,90 auch 6,90
Euro bezahlen. Das ist hier aber weniger das Problem, denn wer
garantiert denn bessere Arbeitsverhältnisse, wenn wir alle bereit
sind mehr fürs Paket zu zahlen?
Der Ansatz, hier die Hauptschuld beim geizigen Verbraucher zu suchen,
geht meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Wer einer Arbeit
nachgeht, muss auch ein Mindestmaß an an Lohn bekommen. Auch
müssen Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen eingehalten
werden. Eigentlich logisch, nicht wahr?
Wenn dadurch der Versand teurer würde (bei guten Prozessen im
Zustellunternehmen, macht das maximal 15% Preiserhöhung auf eine
bis dato viel zu billige Dienstleistung aus), wird es Deutschland nicht
schlechter gehen. Nein, hier fehlt es einigen Verantwortlichen an
moralischen Anstand. Zum Glück gibt es aber Möglichkeiten und
Mechanismen grenzenlose Gier einzubremsen. Das muss nur genutzt werden.
Deshalb: noch mal danke für diese und ähnliche Reportagen!
Dieser selbsternannte "Aufklärer"
möge zuerst einmal SEINE vermeintliche Rolle als "IM" dem staunenden Publikum ausführlich und wahrheitsgetreu darlegen, bevor er Anderen auch nur ansatzweise etwas vorwerfen darf.
Wo bleiben nur die SOZIAL-DEMOKRATEN???
Verbietet endlich das Sub- und das Sub-Sub und
das Sub-Sub-Sub-Unternehmertum --- das Outsourcing.
H i e r werden Menschrechte mit Füßen getreten.
Sozialdemokraten in den Behörden „kultivieren“ sogar
„kostenbewußt“ diese verdammten Erscheinungen.
WIKIPEDIA:
Der deutsche Arbeiterführer Ferdinand Lassalle
entwickelte daraus das Schmähwort Manchestertum
zur Bezeichnung der deutschen Freihandelsbewegung.
Dieses verwendete er erstmals 1863
in seiner Veröffentlichung
Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klasse.
Darin schrieb er, dass
„unsere Nichts-als Freihändler,
die Affen der Manchester-Männer,
diese lächerlichen, die sich dünken Ökonomen zu sein“
seiner Ansicht nach dafür verantwortlich sind,
dass der Staat (damals) sozialpolitisch passiv blieb
und die Arbeiter ihrem Schicksal überließ.
Lieber Herr Stahlberg,
die Troika in einen Zusammenhang mit Ferdinand Lassalle zu rücken,
könnte man Ihnen schon fast als Rufschädigung auslegen!
Die moderne Sozialdemokratie hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie
sich als Freund der Bosse und Banken, Energieversorger und lupenreinen
Demokraten versteht.
Ein Otto Schily wäre m.E. 1848 auf Seiten Metternichs gestanden.
Ich bin sicher, mehrere Traditionsparteien haben gerade eine Wette
laufen, wer als Erster die 5%-Marke unterschreitet. Anders kann ich mir
das gar nicht vorstellen.
MfG Martha Strinz
Wer tritt irgendwann mal in Wallraffs Fußstapfen?
Das sollte uns mehr Sorgen machen als RTLs neugefundene Rolle als Aufklärungssender. Der Mann riskiert mehr als man sehen oder lesen kann - seine Feinde konnten ihn bisher nicht aufhalten.
Breaking News: "Man on the Moon!"
Wenn man ganz ehrlich ist, kommt in dieser "Reportage" nicht
wirklich eine nicht schon vorher bekannte Form der Ausbeutung zum
Vorschein.
Auch die Art und Weise, wie Herr Wallraff seine Dokumentationen
gestaltet, ist schon seit 40 Jahren bekannt und birgt keinerlei neue
Erkenntnisse. Es kommen denn auch immer nur diejenigen zu Wort, die
unter ihrem Arbeitgeber leiden.
Aber wo sind die Menschen, für die diese Tätigkeit ihren
Lebensinhalt darstellt und die den Kontakt mit Menschen, die Bewegung
und die selbstständige Arbeitsweise schätzen?
Daneben gibt es durchaus belastendere Tätigkeiten, wie ein Besuch
im Pflegeheim, Krankenhaus oder auf der nächstbesten Baustelle
beweist.
Aber eine differenzierter Berichterstattung war noch nie die Stärke
des G.W. und aufgrund seines fortgeschrittenen Alters ist es auch eher
unwahrscheinlich dass sich dies noch einmal ändern wird.
Antwort...
auf Ihre rhetorische Frage: "Aber wo sind die Menschen, für
die diese Tätigkeit ihren Lebensinhalt darstellt und die den
Kontakt mit Menschen, die Bewegung und die selbstständige
Arbeitsweise schätzen?"
Ganz einfach - auf dem Mond, von Menschen wie Ihnen mit Ihrer Rakete
dorthin geschossen, um am Sternenhimmel um die Wette zu strahlen.
Aber mal ohne Ironie: Wie kann ein Mensch nur derart ignorant sein zu
glauben, dass es irgendjemanden gibt, der diese Form der Ausbeutung
(nämlich 3,16€/h) allen Ernstes "zu schätzen
weiß".
Ich bin mir sicher,
wenn Sie Herrn Wallraff Ihre Telefonnummer zukommen lassen wird er sich
sicherlich gern mit Ihnen abstimmen, damit er das nächste Mal auch
garantiert die aller belastendste, aller unmenschlichste Tätigkeit
von allen im Visier hat, bevor er sich nochmal erdreistet, so
mir-nichts-dir-nichts einfach bei den Blümchenpflückern vom
Paketzustelldienst die Arbeitsbedingungen anzuprangern.
Man darf ja nicht vergessen, 14 Stunden Arbeit am Tag sind geschlagene
10 Stunden Freizeit, wer sich da noch beschwert, hat offensichtlich
nicht gedient.
Zuerst mal nachgerechnet - und dann doch gemerkt: Dieses Paket ist eine Mogelpackung
Durchschnittlich € 1.350,- brutto und € 3,14 Stundenlohn? Das
wären ja 430 Arbeitsstunden pro Monat, oder, bei durchschnittlich
22 Arbeitstagen/Monat, immerhin 19,5 Arbeitsstunden täglich.
Kaum glaubhaft - oder?
Ob der fidele Enthüllungsrentner Wallraff da nicht - im Vertrauen
auf die begrenzten Rechenfähigkeiten bei RTL - etwas dick
aufgetragen hat? Ich erinnere mich dunkel, daß er sich vor Jahren
einmal eine Mercedes S-Klasse und ein Sakko auslieh, um durch
under-cover Verhandlungen mit dem RWE den Nachweis zu führen,
gewerbliche Großabnehmer bekämen den Strom tatsächlich
billiger, als Privathaushalte. Skandal! Aber für Schnappatmung
sorgen seine Geschichtchen immer...
Sie sollten das Rechnen anderen überlassen -
Sie haben nämlich den "Bußgeldkatalog"
übersehen - glauben Sie mir, ich kenne das, ich habe selber in der
Logistik gearbeitet, und weiß, dass sich mancher Strafzettel nicht
vermeiden lässt, und Arbeitgeber extrem einfallsreich sind, wenn es
darum geht sich monetäre Schikanen auszudenken.
Glauben Sie nicht, dass nur weil Sie persönlich scheinbar
Glück gehabt haben in Ihrer Berufswahl, dass das deutsche
Arbeitsrecht wirklich allen Arbeitnehmern zu Gute kommt - das ist zwar
der Sollzustand, aber rückt angesichts von outsourcing und
Subunternehmerischen Harakiriverträgen in immer weitere Distanz -
die Politik hat schließlich keinerlei Interesse daran die
"Leistungsträger" der Gesellschaft irgendwie in ihrer
persönlichen Entfaltung zu hindern - gemeint sind natürlich
die Verantwortlichen bei GLS und Konsorten.
Jou immer feste druff.
Oder finden Sie ernsthaft, dass es eine Rolle spielt, ob die Leute jetzt drei oder vier Euro kriegen? Jeder, der sich schon mal mit nem Postboten unterhalten hat, weiß, dass Wallraff mit seiner Reportage in allen wichtigen Punkten absolut Recht hat. Selbst die Leute von der Post, denen es vergleichsweise blendend geht, können davon ein Liedchen singen. Und wenn er tatsächlich etwas übertreibt, damit die Botschaft auch wirklich sitzt: Wayne, ganz ehrlich?
Tragen die Ausgebeuteten selbst Schuld an ihrer Ausbeutung?
Nein, Unterdrückung und Ausbeutung sind System in diesem Land.
Politisch gewollt, unterstützt und selbst vorgenommen. Angefangen
bei der Agenda 2010, Leih- und Zeitarbeit bis zur Verweigerung eines
flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes etc. pp.
Die Schuld der Bürger beschränkt sich auf ihre Dummheit, immer
wieder die politischen Parteien zu wählen, die die Legitimation
hätten, diese Zustände zu beenden, es aber aus
machtpolitischen Interessen heraus nicht tun und auch nie tun werden,
egal welche Lügen sie vor Wahlen verbreiten.
Wer aber schon so dumm war, sich ausbeuten zu lassen, der sollte mal mit
einem Juristen seines Vertrauens darüber sprechen, ob er nicht
einen Anspruch auf Lohnnachzahlung hat, wenn sein Lohn als sittenwidrig
betrachtet werden muß. Das könnte sich dann auch sehr positiv
auf seine zukünftige Rente auswirken.
Laut Wallraff gab es im Frühkapitalismus schon motorisierte Transporter, Warenhäuser, Versandhandel und folglich auch PC's und Internet. Man muss sich also fragen, ob der Frühkapitalismus einmal war, immer noch ist, oder die Welt schon immer schlecht organisiert war und sich sowie so nichts ändert und Wallraff auch nicht. Immerhin hat Wallraff den Ali auch nur vom Hörensagen gekannt und sein verhärmtes Antlitz bestimmt nicht als Paketzusteller erworben. Die Show muss weitergehen und einen profitträchtigen Job gibt man so schnell nicht auf.
@Stefan Gentz: Kein Wort zu den Zuständen in unserer Gesellschaft!
Dann können Sie uns ja vielleicht mal die Frage beantworten, wie es zu derartigen Zuständen z.B. bei Zustellern kommt? Warum werden die lange bestehenden Ursachen prekärer Arbeitsverhältnisse nicht wirksam bekämpft? Gibt es etwa keinen wirksamen Lobbyismus gegen die Interessen der Allgemeinheit? Wird denn nicht mit einigem Erfolg versucht unser Land zu entdemokratiesieren?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 22:03 UhrBei Paketzustellern gibt es zwei absolut wirksame Maßnahmen:
1.: Nicht mit dem Billo-Zusteller versenden.
2.: Nicht von Händlern kaufen, die per Billo-Zusteller zustellen,
und das denen auch knallhart so kommunizieren.
Die Mehrkosten sind allemal für Private absolut
vernachlässigbar, wer verschickt schon privat so oft Post, dass
sich der Euro mehr fürs Paket bemerkbar macht?
Klar, die Politik muss dringend aktiv werden und dieser staatlich
geförderten Menschenschinderei ein Ende setzen. Aber nur auf
"die da oben" abwälzen ist halt auch nur die halbe Miete,
grad wenn's um ne Branche wie den Paketdienst geht.
Furchtbar. Und furchtbar unnötig, wie die Konkurrenz beweist ...
Um den Sklventreiber, über den berichtet wird, wär´s wirklich nicht schade. Wie es anders, anständig und ordentlich bezahlt geht, beweist u.a. UPS - Fahrer sind Arbeitnehmer, verdienten 2007 > 12 Euro/Stunde und können im grossen und ganzen ihre Achtstundentage einhalten. Allerdings frage ich mich dann schon, warum Wallraff sich nicht eine der Branchengrössen, sondern ganz gezielt einen offensichtlichen Sklavenhändler minderer Bedeutung gesucht hat. Dem muss das Handwerk gelegt werden, soviel ist klar. Aber repräsentativ für das Gewerbe ist der Bericht eher nicht.
@MATTHIAS SCHWARZER: Genau! Richtig! Das muss man doch mal sagen dürfen.
Genau! Richtig! Das muss man doch mal sagen dürfen.
Die machen ja eh was sie wollen. Alle. Also, jetzt mal so grundsätzlich.
Dem Politiker, also dem als solchem, sind wir total egal.
Die da oben. Und überhaupt.
Alles Verbrecher. Kann man keinem glauben.
Die müsste man alle mal, also, ich meine jetzt, alle.
Traurig.
Glauben Sie im Ernst, dass „unsere Politiker“ in die Politik
gegangen sind, sich jahrelang über viele politische
„Karrierestufen“ hinweg neben Studium und Arbeit unbezahlt
Nächte und Wochenenden um die Ohren geschlagen haben, sich
unbezahlt in zig lokalen und überregionalen gemeinnützigen
Vereinen engagieren, weil sie alle (!) das Ziel haben: Wenn ich mal
groß bin, werde ich mal so ganz egoistisch am Volk vorbeiregieren,
viele Schulden machen – für die Kinder – und
überhaupt nur das tun, wofür ich nicht gewählt wurde?
Hauptsache am Ende der Karriere steht ein nettes Pöstchen in
irgendeinem Aufsichtsrat?
Dieses bierselige Politiker-Bashing ist einfach nur überflüssig.
Herr Genz
bitte nennen Sie mir mal positive Beispiele, bitte aber solche die auch die Politik beeinflussen und auch ein Beispiel wasn sie fuer uns positives geleistet oder bewirkt haben.
@Stefan Gentz: Hurra Sarkasmus.
Sie haben Recht, stupides Bashing ist überflüssig. Aber ganz
so rosig wie Sie die Sache darstellen ist sie leider auch nicht.
Natürlich gehen viele aufreche Menschen mit der ehrlichen Absicht
in die Politik, das Richtige (tm) zu tun und es besser zu machen als
"die da oben". So mancher hält diese Einstellung auch
erstaunlich lange durch. Leider ist es aber so, dass die
"Karrierestufen" wie sie so schön schreiben ein langer,
aufreibender, schmutziger Weg ist, bei dem gnadenlos gefiltert, geformt
und gegängelt wird, so dass diejenigen, die tatsächlich
irgendwann in einem ernsthaft einflussreichen Amt ankommen in den
meisten Fällen schon weit, weit weg sind von den Idealen der
Anfangszeit.
Nun glaube ich durchaus, dass der durchschnittliche Spitzenpolitiker der
Meinung ist, das Richtige zu tun. Ich glaube aber auch, dass sich die
Perspektive des handelsüblichen Spitzenpolitikers so gründlich
verschoben hat, dass das Regieren im Sinne des Volkes leider zum
Ausnahmefall wird.
...unbezahlt Nächte und Wochenenden um die Ohren geschlagen haben.
Breitwandpräsentation stereotyper Propagandasprüche von
Berufspolitikern und Funktionären.
Alles mitnehmen, aber nichts verantworten. Nichts tun, aber viel
darüber schwätzen
Hermes,Bote der aktuellen Zeit !
Als Student hatte ich auch mal für Hermes gearbeitet - Mitte der
80er . Damals gab es jedoch NUR Hermes-eigene Fahrzeug mit Angestellten
Fahrern - KEINE Subunternehmer. Wenn ein Fahrzeug kein Firmenlogo
hatte,war es ein Mietfahrzeug ,gemietet,weil ein Fahrzeug in der
Werkstatt war.
.
Die geschilderte Situation - ist dies nicht vielmehr
Spiegel,Ausfluß der heutigen Zeit ?!
...
Natürlich. Bei GLS sind auch keine anderen Mechanismen am Werk als in den meisten anderen Branchen auch. Allenfalls mit ausreichend menschenverachtendem Kalkül weiter auf die Spitze getrieben als bei manchen anderen, aber es gibt sicherlich auch genügend "Arbeiter", für die die GLS-Arbeitsbedingungen ein dickes Bonuspaket wären.
Gab es doch schonmal mit einem Reporter bei einer DHL Tochterfirma
Ich erinnere mich noch gut daran, dass es letztes Jahr ebenfalls einen undercover-Reporter gab, der eine DHL-Tochterfirma untersuchte. Dort fand er in der Tat völlig regelwidriges Verhalten und sorgte auch dafür, dass die DHL sich von diesem Subunternehmen trennte (siehe Panorama). Ich denke hier möchte RTL nur in ähnlicher Manier mit den öffentlich-Rechtlichen gleichziehen ohne aber wirkliche Verbesserungen zu bewirken. Vielleicht wurde Wallraff auch von DHL bezahlt, um der Konkurrenz zu schaden. Dennoch ist es nicht schädlich, wenn dadurch die Debatte um die Dumping-Löhnen am Leben gehalten wird. Der Mindeslohn ist ja mittlerweile fast von allen Bundesbürgern gewünscht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 16:35 UhrMindestlohn und Marktverzerrung bei der Preisfindung
Auch wenn sie es nicht glauben werden ich halte immernoch nichts vom
Mindestlohn, auch wenn ich diese Zustände nicht gutheisse.
.
Wie Ihr Vorkommentator Herr Wolfgang Wagner, M.A. angemerkt hat liegen
die Fehler im System in den Randbedingungen die einerseits durch die
Bedingungen des SGB II (bekannt als H.IV) und andererseits durch eine zu
geringe Marge bei Kunden die am unteren Rand der Einkommens und
Vermögensskala liegen.
.
Es gibt genügend Literatur die darauf hinweist, dass sich
Vermögen und Einkommen in regelmässigen abständen der
Geschichte bei einer kleinen Gruppe von Menschen häufen und es dann
zum Knall kommt. Unabhängig vom Kulturellen Hintergrund.
.
Ich möchte weiter für ein BGE (Bedingungsloses Grund
Einkommen) werben weil M.E. nach sowohl die Liquidität für
diese Märkte dadurch gestärkt werden würde als auch der
Zwang sein Geld zum Arbeitgeber zu tragen wegfällt.
.
Ein Arbeitsplatz ist sinnvoll wenn er Wertschöpfung generiert von
der die Arbeitskraft bezahlt wird!
Interessant wäre noch zu erfahren...
wie denn die Angestellten und aus welchem Status kommend sie bei den Subunternehmen gelandet sind. Es wäre nicht verwunderlich, wenn da eine Vielzahl aus der Arbeitslosigkeit gekommen sind. Die haben dann die tollen Arbeitsverträge sicher nicht freiwillig akzeptiert, sondern unter dem Zwangsmittel der Zumutbarkeit des SGB III und der drohenden Leistungssperre. Damit würde sich die Bundesagentur für Arbeit zum Mittäter ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse machen und - genauso wie in der Zeitarbeit - Sklavenarbeitsverhältnisse mit Steuermitteln (=Aufstocker nach SGB II) subventionieren. Dieser mögliche Zusammenhang verdient zusätzliche Aufmerksamkeit und weitere Recherchen - vielleicht ein neues Thema für Herrn Wallraff!
Kunde klickt, wo es INSGESAMT am günstigsten ist.
Der Kunde kann es nicht richten. Ich bestelle, wo das Produkt
zuverlässig geliefert wird (was fast überall der Fall ist) und
wo es am günstigsten ist.
Jeder Versuch, hier nach welchen Kriterien auch immer zu selektieren,
endet in Fehlsteuerung.
Ich kaufe gleich etwas bei bike24.net. Keine Ahnung wer liefert, keine
Ahung wer einpackt, keine Ahung wer den Stapler fährt, keine Ahung
wo das produziert wird, keine Ahnung ob dort irgend welche Standards
eingehalten werden - und wenn mir jemand dazu was erzählt, dann
weiß ich es noch immer nicht verlässlich.
Es kann nicht der Kunde und es kann nicht der Auftraggeber sein, der die
Rechtstreue Dritter beurteilen kann und sollte. Fehlt nur noch, Kunde
und Auftraggeber sollen gleich Frauenquote, Umweltverhalten oder
Mitgliedschaft im Lionsclub bewerten und beim Einkauf
beücksichtigen ........
Denkbare Misstände haben die Gesetzgeber zu beseitigen.
Dieser Kunde klickt da, wo er klicken will.
Wenn ich weiß, dass ein Händler über GLS versendet, kaufe ich bei ihm nichts. Im Zweifelsfall klärt sich das nach der ersten Bestellung. Klingt komisch, ist aber so. Hat mir bisher nicht geschadet, und auch wenn ich dadurch nicht die Arbeitsbedingungen in der Zustellerbranche revolutionieren werde kann ich zumindest behaupten mehr zu tun als nur alles hinzunehmen und auf Mama Merkel zu hoffen.
... stellen den Authoren auessersts negative dar da er ja Zustaende
beschreibt die eh jedem bekannt sein muessten ...
Nun, dann koennen wir ja Alle endlich unsere Schnauze halten, hatten wir
ja schon mal.
Unsere Politiker machen uns jeden Tag vor, wie man egoistisch am Volk
vorbeiregiert und in die eigenen Taschen wirtschaftet. Wundert es einen,
dass Unternehmen dann auch so handeln?
Niemand aus dem Volk hat auch nur einem Politiker jemals erlaubt,
Milliardenschulden aufzutürmen. Dennoch machen es die Politiker
seit Jahrzehnten hemmungslos.
Niemand im Volk will, dass die Politiker sich mit den Unternehmen und
Lobbyisten verbändeln. Dennoch machen es die Politiker aller
Parteien schamlos. Man fragt sich, wofür Parteien überhaupt
hunderte Millionen an Zusatzeinnahmen brauchen. Die bekommen doch
sowieso alles vom Staat bezahlt.
Seit Jahrzehnten schieben die Politiker ihren Beamten riesige
Privilegien zu, der Nichtbeamte hat für die gleiche Arbeit mehrere
hundert Euro weniger im Monat. Jeder Lehrer kennt diese dramatischen
Fälle der Diskriminierung im öffentlichen Dienst.
Und warum wohl passiert gerade beim Verbraucherschutz rein gar nichts?
Weil wir den Politikern total egal sind!
@Anna Domin (annasbest): Ich weiß nicht, welche Produkte Sie versenden, aber ...
sparen Sie nicht die Kosten für eigene Läden/Lager in
Reichweite Ihrer Kunden - für die Sie Miete und Personal bezahlen
müßten? Oder sparen evtl. die Handelsspanne von Wiederverkäufern?
.
Normalerweise müßte ein Versandhändler (mit
Zentrallager) - vor allem aber ein Händler, der direkt ab Werk zum
Kunden liefern läßt ("Streckengeschäft") doch
deutlich preiswerter sein als ein Händler mit Ladenlokal.
.
Insofern ist mir unbegreiflich, dass Kunden überhaupt bereit sind,
Produkte im Versandhandel zu bestellen, wenn sie diese Güter zum
gleichen Preis vor Ort beziehen können. Und deshalb kaufe ich z.B.
Bücher grundsätzlich bei meinem Buchhändler.
.
Allerdings muss ich gestehen, dass es einzelne Produkte gibt, die selbst
in Hamburg schwer aufzutreiben sind (z.B. Spezialakkus) - und die ich
dann übers Netz bestelle. Für die freundlichen Boten von
DHL/Hermes etc. liegen aber stets einige €uro-Stücke in einer
Schale an der Haustür.
alles mit der Familie rechtfertigen
ich habe aber nicht alles mit dem Familienargument gerechtfertigt. Ich
sollte nur zeigen, dass es in der Realität komplizierter ist. Ja,
auf unseren Paketen steht GLS. Ihrer Meinung nach soll ich der
Subunternehmerfamilie kündigen, obwohl die sich 5 Beine für
uns ausreissen. Machen Sie doch für mich das
Kündigungsgespräch und wünschen Sie der Familie viel
Erfolg bei der Suche nach einem besseren Arbeitgeber.
Sind Sie bereit, Mehrkosten für den Transport zu bezahlen, wenn der
Kurier ein anständiges Gehalt bekommt? Ich bitte um Ihre ehrliche
Antwort. Und bis dahin geben Sie an der Türe ordentlich Trinkgeld.
Das hilft nämlich besser als Ihre weltfremden
Verbesserungsvorschläge. Organisieren Sie eine Solidardemo vor der
GLS-Zentrale (und der von DHL, etc)
Der Buchhändler vor Ort
Finde ich schön, dass Sie gezielt vor Ort kaufen, wann immer das
möglich ist.
Aber nur aus Interesse: Haben Sie den Buchhändler schon mal
gefragt, wie der das Buch zugestellt bekommt, das Sie bei ihm bestellt
haben? Nicht falsch verstehen, ich will da nichts unterstellen, aber
transportiert wird nun mal alles irgendwie von irgendwem, und ob Sie
jetzt selbst bestellen oder ihr Buchhändler macht noch nicht
automatisch einen Unterschied.
Die Familie des Subunternehmers.
Wenn ich nicht bei Ihnen kaufe, weil Sie per GLS verschicken, schade ich
dem Subunternehmer und seiner Familie, richtig. Aber fragen Sie doch mal
den Subunternehmer, ob sich seine Familie nicht noch mehr freuen
würde, wenn er demnächst bei Ihnen vorbeidüst und dabei
in einem Firmenauto von der weniger ausbeuterischen Konkurrenz sitzt.
Wenn Sie sich gegen GLS entscheiden, entsteht dadurch mehr Bedarf nach
Arbeitskraft bei einem höherwertigen Unternehmen, und damit letzten
Endes ein besserer Arbeitsplatz für jene, die noch Subunternehmer
bei GLS sind.
Mir ist schon klar, dass das nicht 1:1 so funktioniert, und dass nicht
jeder der bei einem schlechten Arbeitgeber rausfliegt automatisch den
Job beim besseren Arbeitgeber bekommt. Aber über die Argumentation
mit der Familie vom Subunternehmer können Sie nun mal absolut alles
rechtfertigen. Egal wie miserabel und ausbeuterisch der Arbeitsplatz, am
Ende sitzt da immer ein armes Schwein das erst mal den Job los ist, wenn
sich was ändert.
Produktversandkosten/ was stellen wir her?
Wir sind kein Versandunternehmen, wir sind Prouzenten und stellen
Spezialitäten in Handarbeit her. Ich weiss nicht, wie sich manche
Kunden das vorstellen: Die Arbeitszeit fürs Packen kostet, der
Umkarton kostet, die Rechnungen zu schreiben, last but not least das
Lager ...All das kann unmöglich gratis sein. Also, entweder man
schlägt das auf den Produktpreis (was nicht sonderlich transparent
ist) oder man verlangt separate Versandkosten.
ich habe nie behauptet, dass bei GLS tolle Arbeitsbedingungen herrschen.
Soll ich aber jetzt meine Zusammenarbeit mit dem GLS-Subunternehmer
stoppen, obwohl ich sehr zufrieden bin und diese Familie sich auch
freut, wenn sie bei uns vorbeidüst? Nur weil dann auf den Paketen
GLS steht und einige hier im Forum bei uns nicht mehr kaufen würden?
ich habe vorhin an die GLS Zentzrale geschrieben, dass ich ein System
"faires Paket" vorschlage, wo der Subunternehmer anhand der
Monatsabrechnung von Firmen wie unserer einen Extrazuschlag bekommt.