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„From Dusk till Dawn“ : Große Explosionen machen wir selbst

  • -Aktualisiert am

Ein Sprung in diesen Pool empfiehlt sich eher nicht: Madison Davenport spielt Kate Fuller, die unfreiwillige Reisebegleitung der Geckos. Bild: Netflix

Sein Kinofilm „From Dusk till Dawn“ ist legendär. Nun macht Robert Rodriguez daraus eine Fernsehserie. Zu Besuch bei einem, der sein eigener Herr ist.

          Auf dem riesigen Holztisch in den Troublemaker-Filmstudios in Austin, Texas, liegen zwei Dutzend in Alufolie gewickelte Tacos neben einer Tüte Chips und einigen kleinen Bechern mit Salsa. „Bitte, greifen Sie zu, die sind ziemlich gut“, sagt Robert Rodriguez und empfiehlt einen „Yimmy“ oder einen „El Rey“. Sie stammen aus dem mexikanischen Restaurant Fresa’s. Rodriguez ist Miteigentümer. Die Tacos sind hervorragend und ziemlich scharf.

          Sie landen im „Titty Twister“

          Wir sind hier, um über El Rey zu sprechen - nicht den Taco, sondern den hauseigenen Fernsehsender von Robert Rodriguez, auf dem jetzt unter anderem eine Serienversion seines Kultfilms von 1996 „From Dusk till Dawn“ läuft. Das war der filmische Durchbruch des jungen George Clooney als Bankräuber, der mit seinem gewalttätigen Bruder (Quentin Tarantino) und drei Geiseln auf der Flucht von Texas nach Mexiko ist und in einer von Vampiren bevölkerten Bar, dem „Titty Twister“, landet.

          Am Fußende der langen Holztafel hängt über dem Foyer der Troublemaker-Studios das riesige Bild eines Maya-Tempels, auf dessen Spitze der „Titty Twister“ sitzt. Das war die Schlusseinstellung von „From Dusk till Dawn“, und dieses Bild, sagt Rodriguez, sei auch der Ausgang zu der Fernsehserie gewesen. „Ich weiß noch, wie ich das Bild Quentin zeigte und sagte: ,Cool, dass sie daraus eine Bar gemacht haben, das passt doch!‘ Aber ich konnte eben nur andeuten, dass es da noch eine viel weitreichendere Geschichte gab.“

          Die wird nun in der Serie erzählt, die den Bogen der Geschichte um die Gecko-Brüder (DJ Cotrona und Zane Holtz in den Rollen, die einst Clooney und Tarantino spielten) weiter spannt. Sie fächert die Herkunft der Vampire im Strip-Club auf und lässt neue Allianzen zwischen den beiden Bankräubern und ihren jugendlichen Geiseln (Madison Davenport und Brandon Soo Hoo), dem Texas-Ranger auf ihren Fersen (Jesse Garcia), der Tänzerin Santánico Pandemonium (Eiza Gonzáles) und dem Drogenbaron Carlos Madrigal (Vilmer Valderrama) entstehen.

          Der elektrische Stuhl und der Beichtstuhl

          Auf der Bühne im Studio 2 wird noch eingerichtet, und so serviert Rodriguez erst mal ein Mittagessen. Neben dem Eingang hängen die Polizeifotos von Clooney und Tarantino aus „From Dusk till Dawn“, darüber das Poster und eine Filmklappe. Sie sind umringt von weiteren Relikten: Kinoplakate aus John Carpenters „Escape From New York“, das japanische Filmposter von Rodriguez’ „Once Upon a Time in Mexico“, das Poster von „The Empire Strikes Back“, die Gitarre aus „El Mariachi“. „Robert dekoriert alles selbst“, sagt sein Assistent Nixon Guerrero, ein junger Mann in einem „Sin City“-Shirt. Die Deko ist nicht ohne Humor: An den Flanken der zentralen Tafeln stehen sich der hölzerne elektrischer Stuhl aus „Sin City“ und der Beichtstuhl aus „Desperado“ gegenüber.

          „Troublemaker“ heißt so viel wie Unruhestifter, und mit seinem schwarzen Cowboyhut über einem Motorrad-Kopftuch, in Jeans und T-Shirt und Cowboystiefeln scheint der Mann, der eines seiner fünf Kinder Rebel und ein anderes Rogue (Einzelgänger) nannte, in die Rolle zu passen. Aber anstatt Hollywood aufzumischen, zog er sich in sein eigenes Studio zurück - auf das Gelände eines ehemaligen Flugplatzes von George W. Bush, auf dem er jetzt seit fünfzehn Jahren arbeitet. Die Troublemaker-Filmstudios, so erklärt uns Nixon Guerrero, sind komplett autark. „Wir machen alles hausintern, vom Bühnenbau über die Requisiten und Kostüme bis zu den visuellen Effekten. Wir haben hier achteinhalb Hektar Land, und große Explosionen drehen wir einfach draußen vor der Tür.“

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