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Pulitzer-Preis 2010 Keine Ehre für das Klatschblatt

13.04.2010 ·  Die „Washington Post“ ist die große Gewinnerin der Pulitzer-Preise 2010. Sie setzte sich in vier Sparten durch. Die Boulevardzeitung „National Enquirer“, die den Sexskandal um Präsidentschaftskandidat Edwards aufgedeckt hatte, ging leer aus.

Von Jordan Mejias, New York
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Der „National Enquirer“, eine der schlimmsten, weil Fakt und Fiktion munter vermischenden Klatschpostillen des Landes, hat nun doch keinen Pulitzerpreis bekommen. Im Rennen war das Blatt, nachdem es als erstes den Sexskandal um den Präsidentschaftskandidaten John Edwards aufgedeckt und damit die Kollegen von der seriösen Presse, die das Thema nicht anrühren wollte, stark in Verlegenheit gebracht hatte.

Die bedeutendste Auszeichnung, die der amerikanische Journalismus zu vergeben hat, ging nun in der Kategorie „National Reporting“ an die „New York Times“, in der Matt Richtel und andere Reporter die Gefahren beim Telefonieren im Auto beschrieben. Erfolgreich war die „Times“ auch mit einer Serie von Artikeln über gesundheitsgefährdende Nahrungsmittel und, dabei tatkräftig unterstützt vom gemeinnützigen Nachrichtenportal ProPublica, mit einer Geschichte über erschöpfte Ärzte und ihre umstrittenen Entscheidungen in der von Hurrikan Katrina verwüsteten Stadt New Orleans. ProPublica ist damit die erste Online-Journalistenorganisation, die einen Pulitzerpreis gewinnt.

Mehr Preise als die „Times“, nämlich vier, erhielt die „Washington Post“, unter anderem für Sarah Kaufmans Tanzkritiken und Anthony Shadids Reportagen aus dem Irak. In der Sparte „Public Service“ wurde Daniel Gilbert vom „Bristol (VA) Herald Courier“, einer kleinen Lokalzeitung, für die Aufdeckung dunkler Machenschaften im Energiegewerbe ausgezeichnet.

Die beiden Fotografiepreise gingen an Mary Chind vom „Des Moines Register“ und Craig F. Walker von der „Denver Post“. Als bester Cartoonist darf sich nun Mark Fiore fühlen, der für die Website des „San Francisco Chronicle“ zeichnet. Weitere Preise konnten die „Seattle Times“, der „Milwaukee Journal Sentinel“, die „Dallas Morning News“ und die „Philadelphia Daily News“ entgegennehmen.

In den künstlerischen Kategorien, deren Gewicht nicht ganz so groß ist, kamen Paul Harding mit seinen Roman „Tinkers“ zu Pulitzer-Ehren, Liaquat Ahamed mit „Lords of Finance: The Bankers Who Broke the World“, T. J. Stiles mit der Cornelius-Vanderbilt-Biographie „The First Tycoon“ und David E. Hoffman, der in „The Dead Hand“ das Wettrüsten im Kalten Krieg und seine Folgen aufarbeitete. Rae Armantrout wurde für seine Lyrik belohnt, Jennifer Higdon für ihr Violinkonzert, Tom Kitt und Brian Yorkey für das Musical „Next to Normal“.

Und postum kann sich jetzt auch Hank Williams unter die Pulitzerpreisträger reihen, weil er, wie die Jury versicherte, als Songwriter universale Gefühle mit einer ergreifenden Einfachheit zum Ausdruck gebracht und dadurch die Country Music in eine bedeutsame musikalische und kulturelle Kraft des amerikanischen Lebens verwandelt habe.

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Jahrgang 1949, Feuilletonkorrespondent in New York.

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