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Prozess gegen Doris Heinze Der fast normale Wahnsinn

 ·  In Hamburg steht die einstige Fernsehspielchefin des NDR, Doris Heinze, wegen Betrugs vor Gericht. Ihr Fall ist ein Lehrstück über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Filmbranche.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (17)

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kilian foerster

Der Zwangssteuersumpf

Auch ohne Zwangssteuer (sprich Rundfunkgebühr) gelang es Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels und Mitarbeitern ein gewaltiges Ministerium aufzubauen und die Bevölkerung mit der Nazipropaganda zu indoktrinieren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bekanntlich nach britischem Vorbild von den West-Alliierten der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland (West) eingeführt mit dem Ziel: Die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit –neben der gesetzlichen Grundversorgung.
Dank ständig sprudelnder Zwangssteuerquelle hat sich im Laufe der Jahre aber in den Institutionen des öffentlich-rechtlicher Rundfunkes ein Sumpf von Intransparenz, Vetternwirtschaft und Korruption gebildet. Der Fall Heinze ist hier nur die Spitze, wie rechtfertigt man gegenüber den Steuerzahlern z.B. die vollkommen überzogenen Gehälter von einigen Fernsehmoderatoren?

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Paul Poste
Paul Poste (PauloPost) - 20.09.2012 17:14 Uhr

Das Elend der Vetternwirtschaft

An dem Ehemann der Doris J. Heinze (das J galt in der Branche lange, zu lange, als Synonym für die weibliche Form von "Gott") lässt sich gut ablesen, wie verheerend diese ganze Vetternwirtschaft, hier Ehepartnerwirtschaft, ist.

Der "Spitzenautor" Strobel kriegt ja, eigenem Beklagen nach, keinen Fuß mehr in irgendeine Tür. Offensichtlich waren und sind seine Drehbücher auf dem freien Markt unverkäuflich und nur dank der ehefraulichen Abnahmegarantie überhaupt angekauft und verfilmt worden. Für jedes dieser Insider-Geschäfte ist aber ein anderes mit einem anderen Autor, der nicht über diese intimen Connections verfügte, nicht zustande gekommen. Also jemand, der sich den Qualitätsanforderungen des Marktes stellen musste, blieb außen vor, weil ein anderer, der sich den Anforderungen eben nicht stellen musste, ihm vorgezogen wurde.

Nun erlebt Strobel, wie es sich für einen Autor anfühlt, der einfach nicht gut genug ist. Jetzt kommt der zum Zug, der besser ist. Und das ist richtig gut

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Klaus Seilberger

Links reden und rechts leben: Das Motto der öffentlich-rechtlichen Journalisten

Die Tatort-Krimis sind oft voll gesättigt mit linker Sozialromantik. Knallharte kriminelle Profitmaximierer gegen anständige arme Deutsche, gerne mit Migrationshintergrund: das ist der Standard-Set-up der Reihe. Den Kommissaren schreibt man mitfühlende Solidarität mit den armen Anständigen und Abscheu gegenüber den Profitmaximierern ins Drehbuch.

Und dann wird immer mal wieder für einen kurzen Moment mal der Überwurf gehoben und man erhascht kurz einen Blick auf die öffentlich-rechtlichen Selbstbediener und ihr Verhältnis zum Mammon. Das ist Realität. "Tatort" ist Fiktion.

Ob es wohl bei Will, Beckmann, Plasberg & Co mal eine Diskussion über die Verlogenheit und die Geldgier im eigenen Haus gibt? Ob wohl in einem Tatort mal der Täter im ö.-r. Funkhaus zu suchen ist?

Eher geht wohl ein Kamel durch's Nadelöhr...

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 20.09.2012 12:43 Uhr

... Mottenansammlung

... es ist überall so, wo öffentliche Gelder zu verteilen sind, dass sich schnell Clientelstrukturen (Seilschaften) etablieren. Dazwischen auch einige ehrliche Leute, die regelmäßig danebenstehen.

Was hier nur erstaunt, ist dass man im öffentlich-rechtlichen Kulturgewerbe ohne weiteres schizophren denken kann, d.h. sich zugleich als engagierter kreativer Kulturträger erleben und angeregt auf Vernissagen plaudern kann, während man zugleich hintenherum Umschläge entgegennimmt und Gremienmacht organisiert. Erinnert an ein wenig an den Opernariensingenden Mafiakleinhändler oder eine Romanistikstudentin, die bei einer Escortagentur arbeitet.

Ich bin mir sicher, die Dame kann die schönsten Shakespeare-Sonnette auswendig. Vielleicht fand sie ihr Verhalten sogar ein bischen - aufregend. Der Wert der westlichen Kultur, würde ein Imam sagen.

Wie kann man das ändern? Kein Geld mehr hineingeben, dann verschwinden die Motten von selbst ...

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Reinhard Lammering

Klientelismus

Wie haben wir auf Griechenland eingeschlagen: nicht reformierbare Klientelgesellschaft, Korruption, etc. Nun wird an diesem Fall deutlich, dass unsere Gesellschaft den gleichen Prinzipien folgt, nur dass die systemrelevanten Akteure die ach so demokratischen Parteien sind, die diese Art der Selbstverwirklichung in Form von Ausbeutung gesellschaftlicher Ressourcen erst ermöglichen. Das Clientelsystem des alten Rom lebt also nicht nur in Unteritalien in Gestalt der N'Drangheta, Camorra und Mafia fort, sondern hat auch bei uns eine rosige Zukunft. Da zieht sich ein SPD-Landrat in Hessen scheinbar aus der Politik zurück, nicht ohne vorher seine Tochter in den Landtag zu hieven, um selbst beim lokalen Stromversorger für ein Salär im hohen 6-stelligen Bereich seinen Lebensabend zu vergolden. Ganz nebenbei frage ich mich, ob die Anwälte der angklagten (autoritären) Dame nachts gut schlafen können, wenn sie ihre Mandantin auf diese Weise verteidigen.

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Roland Magiera

„Es waren immer die Verbrechen, die den Zustand einer Gesellschaft entlarvten.“

Laut meiner Großmutter gab es unter dem Hitler so gut wie gar keine Verbrechen. Das muss ja damals ein echter Platz an der Sonne gewesen sein. So eine dämliche Plattitüde.

Was sind das für kaputte Charaktäre, die so von ihrer Arbeit überzeugt sind, dass sie keine Missetat darin sehen, diese dem Sender unterzujubeln und dabei lauter Regeln zu brechen und sich auch noch ohne rot zu werden vehement verteidigen, das grenzt an eine massive mentale Störung, mit Tendenzen zum Größenwahn.
Wenn die Heinze ohne mehrjährige Haftstrafe davonkommt, dann steht unzweifelhaft fest, dass diese Staatsangestellten sehr wohl etwas besseres wie der gemeine Bürger sind und wir nur dazu dienen, diese auf einem möglichst hohen Niveau am Leben zu halten, dass wir zur Kastengesellschaft degenerieren.

Ich werd es nie vergessen, wie Ex-Kanzler S. vor den Franzosen fohlockend triumphierte, dass er seine entwürdigten Bezahlwerkzeuge nicht nach ihrer wertlosen Meinung zur Euroeinführung zu befragen braucht.

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regina kopf

Wer in der Branche arbeitet, weiß, dies ist kein Einzelfall

Bei BR gab es eine Unterhaltungschefin, die dasselbe getan hat. Heute noch arbeitet sie als freie Drehbuchautorin und hat eine Produktionsfirma und verkauft ihre Sachen natürlich weiterhin an den BR.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 17:16 Uhr
Paul Poste
Paul Poste (PauloPost) - 20.09.2012 17:16 Uhr

So ist es

... und schreibt grottenschlechten Edelkitsch.

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Jack Murphy

Die Fleischtöpfe des Systems

"Die Verbrechen spiegeln den Zustand der Gesellschaft wider" - was für eine zutreffende Analyse!
Hier in diesem Fall zeigt die prozessuale Aufbereitung der täglichen Arbeit, wie unser Land insgesamt organisiert ist. Die "öffentliche Hand" formiert sich als feudaler Parteien-Apparat und versorgt sich selbst und seine Günstlinge mit Zutritt zu den Fleischtöpfen. Im Fall öffentlicher Rundfunkanstalten werden fette Millionenbeträge von einem korrupten Versorgungssystem für Insider via gesetzlichem Schutz von der Masse eingetrieben (GEZ).
Im Mittelalter verliehen die Herrscher Privilegien zum Strassenraub (Wegezoll oder Steuer genannt) an ihre Günstlinge. Am Prinzip hat sich nichts geändert ausser die Summen. Die heutige Feudalkaste (Blockparteien gegen das Volk) und öffentlicher Dienst auf allen Ebenen, vom Ldkrs bis hoch in die Verästelungen der EU-Diktatur, hat sich wie Mehltau auf unsere Gesellschaft gelegt. Es gibt kein Entrinnen - armes Deutschland.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 11:05 Uhr
Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 20.09.2012 11:05 Uhr

... bitte keine dum'en Floskeln! ---

Wer unter seine Kommentare "Armes Deutschland" schreibt, zeigt nur... Ach, lassen wir das. Deshalb keinen "Empfehlen"-Punk von mir, auch wenn Sie sonst Recht haben.

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Georg Schneider

GEZ

Naja, so erfahren wir wenigstens mal warum die GEZ mehr Geld haben will.
Einerseits bitter das sowas überhaupt möglich ist, andererseits glaube ich nicht das es in der Politik weniger Veruntreuung gibt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 12:16 Uhr
Reinhard Lammering

Hoher Richter

Hat nicht der ach so renommierte ehemalige Verfassungsrichter Kirchhoff gerade dieses Zwangssystem empfohlen, das die Parteien mit Kusshand implementiert haben, da es ihnen die ständige Legitimierung steigender Gebühren abnahm und sie zudem auf die gewissermaßen hohe juristische Qualität ihrer Entscheidung verweisen konnten. Ob dieses dem Hedonismus verfallene Volk jemals begreifen wird, dass es gnadenlos veralbert wird. Da reicht schon ein mittelmäßiges Ergebnis bei einer Fußballweltmeisterschaft reicht, um alle besoffen zu machen. Frau M. hat diese Befindlichkeit der Massen blitzschnell zu nutzen gewusst und dem korrupten Herrn B. auch noch das Bundesverdienstkreuz verliehen. Machterhalt rechtfertigt alles.

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Hans Meier

"Usancen"

Das Wort kenn ich noch aus den Buddenbrooks...

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 19.09.2012 23:19 Uhr

Die Öffentlich-rechtlichen mal wieder...

...sind das nicht die, die die Gema-Zwangsabgaben eintreiben und verbrauchen für millionenschwere Shows nebst Moderatoren, die kaum noch jemand schaut unter 40? Die sich reflexartig gegen jede Form der bezahlung digitaler Inhalte wenden, weil das Macht- und Geldverlust bedeuten würde? Deren Leitungsgremien nach Parteienproporz besetzt werden?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 17:37 Uhr
Frank Fischell

Nein.

Leider falsch geraten. Es ist nicht die Gema.

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Bernd Buerschaper

Jetzt weiß ich endlich...

...warum im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen immer die gleichen Schauspieler in immer den gleichen Filmstoffen mit immer den gleichen Filmmusiken und mit stets den selben Dialogen zu sehen sind. Ich hege schon länger den Verdacht, dass hier ein relativ kleiner, exclusiver Zirkel mit besten Verbindungen zur Filmförderung und anderen Entscheidungsträgern am Werk ist. Das geht vor allem zu Lasten der Qualität. Das ist das eigentich Bedauerliche, auch wenn die Filmbranche sich beständig selbst feiert. Warten wir uns auf den nächsten Film, in dem eine einsame deutsche Frau nach Afrika geht, dort ihre Wurzeln entdeckt, eine schwere Krankheit von einem Schamanen heilen lässt und schließlich ein weißen Traummmann findet, den sie heiratet.

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Claus F. Dieterle

Konfuzius!!!

Täglich dreimal prüfe dich selbst:
Bin ich aufrichtig in meinem Tun für andere?
Bin ich ehrlich im Verhalten zu meinen Freunden?
Gebrauche ich, was mir an Wissen gegeben wurde?
Konfuzius

Mit guten Segenswünschen
Claus F. Dieterle

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