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Sachbücher des Jahres

Pro-Sieben-Chef Wolfgang Link im Gespräch Nicht nur die Amerikaner können Sitcoms

Man kann den Eindruck haben, bei den Privatsendern laufe im Augenblick nicht viel. Dem tritt Wolfgang Link entgegen. Er spricht über Sitcom-Wiederholungen, Stefan Raab beim Kanzlerduell und verrät, was Michael „Bully“ Herbig bei Pro Sieben vorhat.

© CBS / Pro7 Vergrößern Große Ereignisse werfen ihre kosmischen Schatten voraus: Pro Sieben zeigt im Sommer die Mystery-Serie „Under the Dome“ von Steven Spielberg und Stephen King.

RTL testet gerade in einer Tour neue Sendungen, selbst bei Sat.1 bewegt sich ein bisschen was. Aber das Pro-Sieben-Programm sieht aus, als sei schon wieder Fußball-Weltmeisterschaft. Sind Ihnen die Ideen ausgegangen?

Im Gegenteil. Ich bin ganz zufrieden, dass ich nicht die Probleme anderer Sender habe. Der Mai war bei uns sehr stark, der Juni wird der erfolgreichste Monat seit November. Pro Sieben ist sehr klar positioniert, steht für bestes Entertainment, amerikanische Serien, Blockbuster und sehr erfolgreiche Magazine wie „taff“ und „Galileo“. Andere Sender müssen sich erst wieder neu erfinden.

Früher war Pro Sieben Trendsetter. Heute wird mit „Catch the Millionaire“ der „Bachelor“ von RTL kopiert, und „Reality Queens am Kilimandscharo“ läuft erst nach den Promishows der Konkurrenz. Ist Pro Sieben zu langsam?

Früher? In der vergangenen Woche haben wir mit „Got To Dance“ erfolgreich eine neue Show gestartet. Und ich kann Sie beruhigen, die Ideen gehen uns nicht aus. Es kommt viel Neues in diesem Jahr. Bei den „Reality Queens“ waren wir im Übrigen ziemlich schnell - weil wir früh die Rechte für das Format eingekauft haben. Die Frage ist: Wer kopiert hier wen? Zudem versichere ich Ihnen: „Catch the Millionaire“ ist eine eigene Entwicklung. Außerdem arbeiten wir für „Fashion Hero“ mit dem Weltstar Claudia Schiffer zusammen. Joko und Klaas haben ihre wöchentliche Personality-Show gestartet. Und vergessen Sie nicht unseren Polittalk „Absolute Mehrheit“. Ich finde, Pro Sieben traut sich da was.

Das Publikum ist noch unentschieden. Die Quoten von „Absolute Mehrheit“ gehen rauf und runter. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Aber ja! Natürlich haben Leute gesagt: Seid ihr des Wahnsinns, am Sonntagabend nach dem Blockbuster eine politische Talkshow zu zeigen? Es war aber wichtig, dass wir das gemacht haben, weil es für viele Zuschauer unerwartet kam. Ich bin zufrieden damit, wie sich die Sendung entwickelt, und ich finde, dass Stefan Raab eine extrem gute Figur abgibt. Er verbiegt sich nicht, er überzeugt durch Sachkenntnis und bringt mit seinem Humor unerwartete Wendungen in die Diskussion. Natürlich sind wir noch am Ausprobieren. Aber nach der Sommerpause geht es wie geplant weiter. Es ist gerade für einen jungen Sender wichtig, dass wir solche Themen bedienen.

Wolfgang Link, Geschäftsführer Pro Sieben © Pro7 Vergrößern Wolfgang Link, Geschäftsführer Pro Sieben

Stefan Raab ist in diesem Jahr einer von vier Moderatoren des Kanzler-Duells, deshalb überträgt auch Pro Sieben und nicht wie bisher Sat.1.

Sie brauchen keine Angst haben, dass wir die Ernsthaftigkeit dieses Programms in Frage stellen. Stefan weiß genau, welcher Herausforderung er sich stellt.

Vorher laufen die „Simpsons“, nachher ein Hollywood-Film?

Wir werden das Duell so begleiten, wie es zu Pro Sieben passt: Es gibt viele Ideen, wir wollen im Anschluss auf jeden Fall eine Analyse senden und führen vor dem Duell sicher anders darauf hin als ARD, ZDF und RTL. Aber das ist ja auch das Ziel. Bestenfalls schauen bei Pro Sieben viele junge Menschen zu, die sonst gar nicht eingeschaltet hätten. Wir nehmen das Thema Politik sehr ernst.

Wie wäre es, wenn Raab ein bisschen kürzerträte. Damit Joko und Klaas noch mehr ausprobieren können.

Das Allerletzte, was ich tun würde, wäre, Stefan Raab zu bitten, er solle kürzertreten. Es gibt ja genügend Sendeplätze, die übrig bleiben. Mit Joko und Klaas machen wir in diesem Jahr drei neue „Duelle um die Welt“. Und in der ersten Jahreshälfte 2014 wird es eine neue Eventshow mit den beiden geben. Von September an sind die beiden mit „Circus Halli Galli“ wieder wöchentlich auf Sendung.

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